Die ganze Formel-1-Welt freute sich am Sonntag mit Isack Hadjar. Beim Großen Preis der Niederlande fuhr der Racing-Bulls-Rookie bei seinem 15. Grand-Prix-Start aufs Podium. Auch F1-Experte Christian Danner hatte großes Lob für Hadjar parat: "Einfach großartig. Das hat mich gefreut, weil so ein junger Mann zeigen konnte, wie gut er wirklich ist."
Den Grundstein für seinen dritten Platz legte er bereits am Samstag im Qualifying. Mit einer starken Runde platzierte er seinen VCARB 02 auf P4 vor beiden Mercedes und Ferraris, knapp drei Zehntelsekunden hinter Max Verstappen. Im Rennen hielt er George Russell und Charles Leclerc gekonnt hinter sich. "Er fuhr das ganze Rennen auf der vierten Stelle. Das ist ein Zeichen dafür, dass der Bursche das unter Kontrolle hatte", zeigte sich Danner beeindruckt.
Der Experte sieht viel Potential in der nächsten F1-Generation. Hadjar ist der zweite Rookie, der in dieser Saison ein Top-3-Ergebnis holte. Oliver Bearman legte ein starkes Zandvoort-Rennen hin, von der Boxengasse aus fuhr er auf den sechsten Platz. Gabriel Bortoleto qualifizierte sich wieder vor seinem erfahrenen Teamkollegen Nico Hülkenberg. "Es ist toll, mit welcher Freude sie an die Sache herangehen, wie sie dazulernen. Mit welcher Hingabe sie das Privileg, Formel-1-Autos fahren zu dürfen, genießen und im Fall von Hadjar auch fantastisch umsetzen", freute sich Danner .
Nur ein Rookie muss derzeit Kritik einstecken - Kimi Antonelli. Der Mercedes-Pilot erlebte in Zandvoort abermals ein enttäuschendes Wochenende. Was Danner über Antonelli zu sagen hat, gibt es hier zu lesen:
Hajdar zu Red Bull? Danner: "Der Mann liegt auf der Hand"
In der WM-Wertung ist Hadjar mit 37 Punkten und einem 10. Platz der zweitbeste Fahrer im Red-Bull-Kader, weit vor Liam Lawson (P15) und Yuki Tsunoda (P19). Er blieb noch an keinem Wochenende im ersten Qualifying-Segment hängen. Dazu ist er der fünftjüngste F1-Fahrer auf dem Podium und der jüngste Franzose auf der Liste. Für viele im F1-Paddock ist es nur eine Frage der Zeit, bis Hadjar ins Weltmeisterteam befördert wird. Dieser Meinung ist auch Danner.
Die fünf jüngsten F1-Fahrer auf dem Podium
| Name | Rennen | Alter | Platzierung im Rennen |
|---|---|---|---|
| Max Verstappen | Brasilien 2016 | 18 Jahre, 7 Monate, 15 Tage | 1 |
| Lance Stroll | Aserbaidschan 2017 | 18 Jahre, 7 Monate, 27 Tage | 3 |
| Kimi Antonelli | Kanada 2025 | 18 Jahre, 9 Monate, 21 Tage | 3 |
| Lando Norris | Österreich 2020 | 20 Jahre, 7 Monate, 22 Tage | 3 |
| Isack Hadjar | Niederlande 2025 | 20 Jahre, 11 Monate, 3 Tage | 3 |
"Der Mann liegt auf der Hand, diesen Job zu übernehmen. Der ist ein ganz klarer Kandidat", ist sich Danner sicher. Doch dass Red Bull einen weiteren Fahrerwechsel während der Saison vollzieht, bezweifelt der Experte: "Hadjar ist jetzt erst einmal glücklich bei Racing Bulls und wird da auch noch viele gute Ergebnisse zustande bringen. Für 2026 ist es natürlich für alle Beteiligten wieder schwierig."
Denn der Rookie muss sich die Frage stellen: Will er überhaupt zum Top-Team aufsteigen? Seit Jahren gilt der Red-Bull-Bolide als extrem knifflig, nur Max Verstappen kann ihn halbwegs bändigen. Einige Fahrer, die zuvor in Mittelfeld-Autos vielversprechende Ergebnisse einfuhren, sind am schmalen Arbeitsfenster des RB21 und dessen Vorgängern gescheitert. Yuki Tsunoda muss seit seinem Wechsel immer wieder Kritik einstecken, während sich Liam Lawson mit seiner Leistung bei Racing Bulls wieder rehabilitieren konnte.
"Dass [der zweiter Red-Bull-Sitz] ein Risikojob ist, darüber braucht man nicht mehr reden. Aber Hadjar hat zumindest den Vorteil, dass er das sowieso nicht entscheidet. Der wird vielleicht gefragt und wenn er sagt, er will nicht, wird trotzdem entschieden. Da ist Helmut Marko der entscheidende Mann", so Christian Danner. Der Experte denkt eher, dass Hadjar dieses Jahr noch bei Reifentests und in Abu Dhabi beim Test nach der Saison eingesetzt wird, um erste Erfahrungen im Red-Bull-Auto zu sammeln.
Christian Danner: Falsche Philosophie bei Red Bull
Die größte Gefahr für Hadjar sieht der Formel-1-Experte in der Art, wie Red Bull den Bau des Autos angeht. Chefingenieur Paul Monaghan und Technikdirektor Pierre Wache haben eine Design-Philosophie, mit der Danner nicht übereinstimmt: "Die machen das, was sie im Windkanal mit den Daten lesen können, was am schnellsten ist, und mit dem Rest müssen die Fahrer klarkommen. Ich persönlich finde das völlig falsch", urteilte der Experte.
Dass Red Bull in dieser Hinsicht etwas ändern wird, glaubt er aber nicht. Vor dem Kanada Grand Prix sah sich Hadjar noch nicht im Red-Bull-Cockpit. Mit schwierigen Autos habe er noch zu wenig Erfahrung, sagte er damals. In der Pressekonferenz nach seinem Podium wurde der Rookie auf eine potenzielle Partnerschaft mit Verstappen angesprochen. Er scherzte: "Ich möchte nicht neben Max sein." Ob darin auch ein Funke Wahrheit steckte?
Die fünf jüngsten Franzosen auf dem F1-Podium
| Name | Rennen | Alter | Platzierung im Rennen |
|---|---|---|---|
| Isack Hadjar | Niederlande 2025 | 20 Jahre, 11 Monate, 3 Tage | 3 |
| Pierre Gasly | Aserbaidschan 2019 | 23 Jahre, 9 Monate, 10 Tage | 3 |
| Esteban Ocon | Sakhir 2020 | 24 Jahre, 2 Monate, 19 Tage | 2 |
| Jean Alesi | USA 1990 | 25 Jahre, 9 Monate, 0 Tage | 2 |
| Romain Grosjean | Bahrain 2012 | 26 Jahre, 0 Monate, 5 Tage | 3 |
Nach dem Niederlande GP gab es viel zu besprechen. Haben die Stewards in den Fällen Sainz, Leclerc und Hamilton richtig entschieden? Die Antwort gibt es im AvD-Motorsport-Magazin mit Formel-1-Experte Christian Danner. Einfach hineinschauen!



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