Mercedes und ganz Italien jubelt: Kimi Antonelli holte sich beim Großen Preis von Kanada den dritten Platz und ist damit im Alter von 18 Jahren, 9 Monaten und 21 Tagen der drittjüngste Formel-1-Fahrer auf einem Podium, nur Max Verstappen und Lance Stroll waren jünger. Es ist die erste Podestplatzierung für den Rookie, gesichert hat er sich die Position bereits auf den ersten Metern des Grand Prix.
"Es bedeutet mir sehr viel", strahlte der Bologner in der Top-3-Pressekonferenz. Nach dem vergangenen Triple-Header war das genau das Resultat, das Antonelli gebraucht hat. In Barcelona und bei seinem Heimrennen in Imola musste er wegen technischen Defekten frühzeitig beenden, im Chaos von Monaco wurde er Letzter. Das Podium in Montreal gibt dem Rookie nun das dringend benötigte Selbstvertrauen zurück.
Die Podestplatzierung hat sich Antonelli auch hart erarbeitet: Er erwischte einen guten Start und kämpfte mit Oscar Piastri um die dritte Position. In Kurve 3 steckte der WM-Führende dann zurück und Antonelli fuhr davon. Im Laufe des Rennens bewies der junge Mercedes-Pilot eine gute Pace. Er lief zweimal auf den Zweitplatzierten Max Verstappen auf, der beide Male ohne Kampf in die Box abbog.
Zwanzig Runden vor Ende wurde es für Antonelli nochmals stressig. Um an Verstappen heranzukommen, pushte er in seinem letzten Stint hart und nutzte dabei seinen linken Vorderreifen ab. Piastri saß dem Italiener sofort im Nacken, über fast zehn Laps war der Australier im DRS-Bereich und machte mächtig Druck. "Es war sehr stressig. Oscar [Piastri] war sehr nah und setzte einmal sogar zum Überholen an. Ich wollte das Rennen nur beenden", beschrieb Antonelli seine Gefühle in der Schlussphase.
"Ich habe nicht nur in die Spiegel geschaut, sondern auch auf den Bordbildschirm, um zu sehen, wie viele Runden noch bleiben", erzählte der Bologner weiter. Nach Überrundungen hatte er gute 1,5 Sekunden Vorsprung auf den McLaren mit der Nummer 81. In Runde 67 krachte es hinter Antonelli zwischen den beiden McLaren-Piloten. In der Folge rückte das Safety Car aus und blieb bis zur Zielflagge auf der Strecke.
Antonelli: Erster Italiener auf Podium seit 2009

Der ganze Stress machte sich bezahlt, als Kimi Antonelli von oben auf den Circuit Gilles Villeneuve herabschaute und sich mit Champagner übergoss. "Ich hatte Gänsehaut. Das Gefühl war viel besser, als ich es mir je vorgestellt habe. Es war ein Moment, an den ich mich immer erinnern werde", erzählte der 18-Jährige.
Ein Gefühl, das Lust auf mehr macht. "Jetzt müssen wir das Momentum behalten, mehr Podien erzielen und vielleicht, in der Zukunft, den ersten Gewinn", steckte der Rookie seine Ziele ab. Dafür muss vor allem eine Verbesserung im Qualifying her, weiß Antonelli. Am Samstag drohte dem jungen Italiener ein Ausscheiden im Q2. Er musste einen extra Reifensatz benutzen, der ihm danach im dritten Segment fehlte.
Trotzdem ist im Formel-1-Land Italien und bei der großen italienischen Bevölkerung von Montreal jetzt Partystimmung angesagt. Endlich ist einer der ihren wieder unter den Top-3. Der letzte Italiener, der bei einem Rennen der Königsklasse auf dem Podest stand, war Jarno Trulli im Jahr 2009. Er holte beim Heimrennen von Toyota Racing in Suzuka den zweiten Platz.
Noch länger ist der letzte Grand-Prix-Sieg eines italienischen Formel-1-Fahrers her. Giancarlo Fisichella gewann mit Renault 2006 den Großen Preis von Malaysia. "Es ist ein tolles Gefühl, nach so langer Zeit der erste Italiener auf dem Podium zu sein", meinte Antonelli und widmete seinen dritten Platz den Tifosi.
Der McLaren-Crash ist das Gesprächsthema nach dem Großen Preis von Kanada. Genau an der gleichen Stelle kam es schon einmal zum Zusammenstoß zwischen Papaya-Teamkollegen. Details gibt es im Artikel!



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