Während es Toto Wolff nicht verschreien und Mercedes frühzeitig zum Favoriten der Formel-1-Saison 2026 erklären möchte, sprechen seine Fahrer bereits eifrig über potenzielle WM-Szenarien. George Russell nahm Max Verstappen ins Visier und hofft, dass die diesjährige Titelentscheidung zwischen ihm und seinem Red-Bull-Rivalen fallen wird. Sein Teamkollege Kimi Antonelli sieht sich hingegen im näheren Umfeld nach Gegnern um.

Der Mercedes-Junior startet in sein erst zweites F1-Jahr, hat aber bereits große Pläne. "Es ist absolut das Ziel, um die Weltmeisterschaft zu kämpfen. Mein Ziel ist es, zu gewinnen und der Beste zu sein. Das ist, was ich möchte", kündigte Antonelli im Rahmen der Mercedes-Teampräsentation an. Um wirklich in die Fußstapfen von Lewis Hamilton, Jacques Villeneuve und Juan Manuel Fangio zu treten, muss er zumindest an einem ganz sicher vorbei: George Russell.

Der dienstältere Mercedes-Pilot wird nach der starken Performance beim Shakedown in Barcelona als einer der ersten Anwärter für den WM-Titel 2026 gehandelt. Mit sieben Jahren Formel-1-Erfahrung ist er Antonelli ein gutes Stück voraus. Das schreckt den 19-Jährigen aber keineswegs ab: "George ist sehr stark und definitiv einer der Maßstäbe im Feld. Er ist bereit für den WM-Kampf. Es wird Spaß machen, gegen ihn anzutreten. Ich freue mich schon darauf."

Neue Formel-1-Ära 2026: Haben Rookies einen Vorteil?

Für eine erfolgreiche Titelkampagne ist aber mehr nötig als bloßer Wille. Antonelli machte in seinem Rookie-Jahr zum Großteil eine gute Figur und konnte einige Highlight-Ergebnisse einfahren. Doch ein besorgniserregender Durchhänger in der Saisonmitte und immer wiederkehrende Anfängerfehler erinnerten daran, dass der Italiener noch jung und unerfahren ist. Nicht ohne Grund gab es noch keinen Formel-1-Weltmeister unter 20 Jahren, Rekordhalter Sebastian Vettel war 23 Jahre und 134 Tage bei seinem ersten Titel.

Doch gerade seine Jugend könnte Antonelli in der kommenden Saison zugutekommen, mutmaßte er selbst. Die neue Autogeneration verlangt den Fahrern einen schrägen Fahrstil ab, auf den sie sich erst einschießen müssen. Das könnte jungen Fahrern leichter fallen, denn sie sind es von ihren noch nicht lang zurückliegenden Junior-Karrieren gewohnt, sich ständig an neue Autos anzupassen. "Vielleicht hilft uns das, das Auto ein bisschen schneller zu verstehen als die anderen", so Antonelli. Er fügte aber hinzu: "Die anderen Fahrer sind nicht blöd, sie sind sehr gut. Sie werden das auch schnell kapieren."

In der kommenden Saison müssen die Fahrer besonders auf ihren Batteriestand achten, denn im Zweikampf oder auf einer Qualifying-Runde kann er über Erfolg oder Niederlage entscheiden. Antonelli vergleicht es mit Blitzschach: "Du kannst nicht jede Aktion überdenken, aber du musst deinem Gegner zwei Schritte voraus sein. Wann du dein Überholmanöver planst, wann deine Verteidigung, du musst immer antizipieren, was dein Gegner tut oder ihn in eine Aktion zwingen. Da ist viel möglich, deshalb müssen wir in diesem Jahr aufgeschlossen und kreativ sein."

Kimi Antonelli trotzt Erfahrungsdefizit: Mit neuen Autos sind alle auf gleichem Level

Wer diesen Balanceakt am besten und schnellsten versteht, kann sich an die Spitze des Klassements befördern. "In Sachen Erfahrung gibt es noch einen Unterschied [zwischen Antonelli und anderen Fahrern, Anm. d. Red.], aber in Bezug aufs Fahren sind wir mit dem neuen Auto alle auf dem gleichen Level. Das ist eine riesige Chance", betonte Antonelli.

Erfahrung ist jedoch noch immer ein wichtiger Faktor, dessen ist sich auch der 19-Jährige bewusst. Bereits in seinem ersten Formel-1-Jahr konnte er wichtige Lektionen aus seinen Fehlern lernen, die er 2026 umsetzen möchte: "In der Winterpause habe ich viel reflektiert, was an Rennwochenenden gut und was schlecht lief. Die Dinge, die mir geholfen haben, werde ich wieder so machen. Ich werde aber auch einige Zugänge ändern, die sich für mich nicht gut angefühlt haben, damit ich besser vorbereitet bin."

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Mercedes-Motor illegal? Wolff: Nörgler suchen nur Ausreden (18:54 Min.)