Nach den ersten Testfahrten hält der Großteil der Formel 1 daran fest: Mercedes ist erster Anwärter auf die Favoritenrolle. Logische Konsequenz daraus: George Russell ist in seinem fünften Mercedes-Jahr Favorit auf die Fahrer-WM. Russell will das nur sehr ungern in den Mund nehmen, und doch gibt er sich unmissverständlich. Erst recht beim Thema Max Verstappen.
Auf der Strecke gerieten Russell und Verstappen in den letzten zwei Jahren schließlich wiederholt aneinander. Unvergessen der Streit im Stewards-Büro von Katar 2024, und Verstappens Rammstoß gegen Russell in Barcelona 2025. Ein WM-Kampf zwischen den beiden verspräche ein Spektakel. Genau nach Russells Geschmack.
George Russell will WM erkämpfen - erst recht gegen Max Verstappen
"Ich hätte liebend gern, dass es darauf hinausläuft", meint Russell am Rande der Team-Präsentation von Mercedes nach den ersten Testfahrten. Die hatte er als Zweitschnellster hinter dem Ferrari von Lewis Hamilton beendet, während ein etwas kränkelnder Verstappen einen soliden, aber nach einem Unfall seines Teamkollegen etwas holprigen Test mit einer guten Sekunde Rückstand beendet hatte.
"Ich will das direkte Duell mit Max", stellt Russell im Anschluss unmissverständlich klar. Er möchte einen WM-Titel, den er sich gegen die Besten erkämpft hat. Das schließt natürlich nicht nur Verstappen mit ein, auch den amtierenden Weltmeister Lando Norris nennt Russell. Im Nachsatz: "Natürlich hatte Lando letztes Jahr eine tolle Saison."
"Ich glaube an mich selbst, und daran, dass ich jeden in diesem Feld schlagen kann", meint Russell. Zusätzlichen Druck durch die gestiegene Erwartungshaltung verneint er. "Da spüre ich nichts", meint er auf eine direkte Frage, wie es denn sei, wenn man erstmals in seiner Karriere als Favorit dastehe. "Ich sage schon lange, dass ich mich bereit für den Titelkampf fühle. Ob wir das über uns hängen haben oder nicht ändert meinen Ansatz ganz und gar nicht."
George Russell warnt: Zu früh für Mercedes-Favoritenrolle
Das Thema Favoriten ist allerdings ein brenzliges. Auch nach einem sehr guten ersten Test will niemand bei Mercedes explizit das Team zu Favoriten erklären. Auch Russell nicht: "Fans und viele Leute scheinen potenziell Mercedes gegen McLaren zu erwarten, weil viele davon ausgehen, dass die Power Unit von Mercedes die beste ist, aber die anderen Hersteller scheinen ebenfalls einen guten Job erledigt zu haben."
"Ich bin recht überrascht von einigen unserer Rivalen. Besonders von Red Bull auf der Power-Unit-Seite", hebt Russell da den ersten von Red Bull Powertrains selbst konstruierten F1-Motor schnell hervor. "Das sieht sehr beeindruckend aus, obwohl sie Neueinsteiger sind, und auch zuverlässig."
"Viel wurde darüber geredet, dass der Red-Bull-Motor im ersten Jahr dem Standard nicht entsprechen könnte, doch bis jetzt sieht es so aus, als ob sie abgeliefert hätten", ist Russell beeindruckt. Dann ist das Thema Verstappen und WM schnell akut: "Wir wissen, dass Red Bull immer ein gutes Auto hat. Selbst in den Jahren, als Mercedes dominiert hat, war es bei Red Bull der Motor, nicht ihr Auto. Und wir wissen auch, wie gut Max ist. Er wird absolut dieses Jahr mitkämpfen."
Die Liste von Russell endet nicht bei Mercedes, McLaren und Red Bull: "Der Ferrari-Motor sieht zuverlässig aus, hatte fast so viele Runden wie wir, auch Haas fuhr mit dem Motor viele Runden. In Wahrheit könnte das ein guter Fight werden." Vielleicht noch mehr, etwa den spektakulären ersten Aston Martin von Design-Legende Adrian Newey: "Kannst du nicht ignorieren."
Genau das ist es, was Russell aber will. Einen WM-Showdown mit den ganz Großen: "Es wäre Wahnsinn. Ein großer Kampf, wie 2010 mit den McLarens, Fernando [Alonso im Ferrari], den Red Bulls. Das macht diesen Sport aus. Und darauf hoffen wir für dieses Jahr." Vonseiten Ferraris gab es auch erste positive Signale nach dem Test. Das sagte Lewis Hamilton zu seiner Bestzeit:



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