Die Formel-1-Autos der Ground-Effect-Ära waren eigenwillige Geschöpfe gewesen. Nicht nach dem Geschmack eines jeden Fahrers. Besonders Lewis Hamilton galt als unempfänglich für die Handling-Eigenheiten dieser Autos. Umso mehr freut es Hamilton nun, dass die ersten Testfahrten der 2026er-Autos in eine ganz andere Richtung gehen. Etwas, das er gleich mit einer Bestzeit unterstreicht.

Formel 1 2026 - Hot Takes: Lewis Hamiltons letztes Jahr? (19:23 Min.)

Mit der 2022 eingeführten Ground-Effect-Generation war Hamilton schließlich überhaupt nicht warm geworden. Das Ausbleiben der Ergebnisse hing da nicht nur damit zusammen, dass seine Autos oft einfach nicht mehr hergaben. In den letzten vier Jahren hechelte er seinen Teamkollegen George Russell und Charles Leclerc regelmäßig hinterher.

Nicht gerade das, was man vom Mann mit den meisten Siegen der F1-Geschichte erwarten würde. Hamilton wurde diesbezüglich besonders im letzten Jahr der Ground-Effect-Ära dann deutlich. Gar nichts würde er an diesen Autos vermissen, ließ er zu Saisonende wissen.

Lewis Hamilton feiert nach Test-Bestzeit neue F1-Generation

Nach den ersten drei Tagen im neuen Ferrari SF-26 klingt Hamilton am Freitagabend nach dem Test in Barcelona ganz anders: "Diese Auto-Generation zu fahren, macht tatsächlich etwas mehr Spaß." Kurz nachdem er mit 1:16,348 die Gesamt-Bestzeit der ersten fünf Testtage in den Asphalt gebrannt hatte und sogar die sich bis dahin sehr stark präsentierenden Mercedes geschlagen hatte.

"Es übersteuert mehr, es ist instabiler, rutscht mehr, aber es ist einfacher abzufangen", zählt Hamilton auf. Eben genau das, was die Ground-Effect-Autos nicht konnten. Sie untersteuerten zu viel, besonders bei niedrigen Kurvengeschwindigkeiten. Sie waren schwerer, träge, und wenn sie erst einmal übersteuerten, taten sie das sehr plötzlich. Kontrollierte Slides waren schwierig.

Hamiltons Hass dieser Eigenheiten wurde oftmals als ein Grund für seinen formtechnischen Abschwung ins Feld geführt. Dafür spricht, dass er 2024 etwas Aufwind bekam, als Teams es zunehmend verstanden, die Autos mit biegsamen Flügeln über verschiedene Kurventypen hinweg besser auszubalancieren. Als die FIA 2025 diese Flexi-Flügel wieder verbot, war Hamilton der schärfste Kritiker dieser Entscheidung.

Mit der 2026er-Generation verschwindet der Ground Effect als Aero-Fokus wieder aus der Formel 1, und obendrauf haben die neuen Autos weniger Abtrieb und sind auch leichter. All das kommt Hamilton entgegen - er ist auch ein Fahrer, der in der 2000er mit ihren kompakten und ultraleichten Designs aufwuchs und diese Zeit idealisiert.

Nicht nur deshalb verlässt Hamilton den ersten Test der neuen Ära mit einer Bestzeit und mit guter Laune. Auch das Feeling bei Ferrari ist im zweiten Jahr erbauend. Seine Einschätzung der "Siegermentalität" gibt es hier: