Lewis Hamilton weint der Ground-Effect-Ära keine Träne nach. "Diese Auto-Generation ist mit Abstand die schlimmste. Es gibt nichts, was ich an diesen Autos vermissen werde, so einfach ist das", lautet sein knappes Fazit der letzten vier Jahre. Dass Hamilton mit der aktuellen Fahrzeuggeneration Probleme hat, ist hinlänglich bekannt und anhand seiner im Sturzflug befindenden Erfolgsbilanz belegbar.

Bereits zu seiner Zeit bei Mercedes klagte der siebenfache Weltmeister durchgehend über das starke "Porpoising" am Auto. Der Wechsel zu Ferrari sollte der Neuanfang sein, den er brauchte, nachdem er bei Mercedes immer mehr von George Russell in den Schatten gestellt wurde. Die Realität sah jedoch anders aus. Seine Debütsaison bei Ferrari wurde zum regelrechten Albtraum für den Briten.

In Las Vegas, Katar und Abu Dhabi schied Hamilton dreimal in Folge im Qualifying im ersten Segment aus. Als wäre das nicht schlimm genug, stellte der Rekordchampion damit auch noch einen neuen Negativrekord auf. Zuvor hielten diesen Negativrekord Giancarlo Fisichella und Luca Badoer , die es zweimal hintereinander nicht in das zweite Qualifying-Segment schafften. Auch im direkten Qualifying-Vergleich mit Teamkollege Charles Leclerc ging der Brite mit 19 zu 5 als klarer Verlierer hervor.

Damit soll 2026 aber Schluss sein. Die Vorbereitungen bei Ferrari laufen bereits seit Monaten auf Hochtouren. Direkt nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi standen schon die ersten Reifentests für die neue Saison an. "Jetzt heißt es, sich mit dem Team zusammenzuseitzen, um im nächsten Jahr effizienter zu arbeiten. Da kommt eine massive Challenge auf uns zu", ist sich Hamilton bewusst. "Das ist es, was den Sport ausmacht. Es geht darum, ständig unsere Grenzen auszutesten."

Formel-1-Regeländerungen für Hamilton kein Neuland

Lewis Hamilton durchlebte in der Formel 1 bereits einige Regelumbrüche. Zwei Jahre nach seinem Debüt fand im Jahr 2009 die erste große Veränderung statt. "McLaren hat 2009 das Auto so gebaut, dass es 50% Abtrieb hatte. Dadurch waren wir meilenweit von unserem Ziel entfernt", erinnerte sich Hamilton zurück. "2014 war extrem spannend. Ich war in einem neuen Team und Mercedes hat einen wahnsinnig guten Job beim Motor gemacht." In der Ära der 1,6-Liter-V6-Turbomotoren fuhr Hamilton mit Mercedes sechs Fahrer- und acht Konstrukteurstiteln ein.

Einzig und allein für die Ground-Effect-Ära seit 2022 hatte Hamilton nie ein nettes Wort übrig. Ob sich das Fahrverhalten der Boliden im nächsten Jahr verbessern wird, kann Hamilton noch nicht beantworten. "Es ist sehr schwierig jetzt schon eine Prognose abzugeben", so Hamilton. Gleichzeitig räumt er Befürchtungen ein, wonach die neuen Boliden im Regen schwieriger zu fahren sein werden, da sie mit weniger Abtrieb und mehr Drehmoment konzipiert werden. "Ich möchte aber nicht zu viele negative Dinge sagen. Vielleicht werden wir alle überrascht und es wird großartig."

Hamiltons Ferrari-Fiasko 2025: Aufhören oder abliefern? (01:00:26)