Die Formel 1 kehrt in Zandvoort am Wochenende aus der Sommerpause zurück und ein Fahrer ist vor dem 15. Rennen in der Saison 2025 immer noch ohne WM-Punkt. Franco Colapinto hat in sieben Rennen mit Alpine noch kein zählbares Ergebnis eingefahren - genau wie sein Vorgänger, Jack Doohan. Die Gerüchte um einen erneuten Platztausch halten sich in Anbetracht der ausbleibenden Resultate des Argentiniers hartnäckig. Für 2026 ist seine Zukunft völlig offen. Der Youngster ist davon überzeugt, das Ruder trotz allem noch zu seinen Gunsten herumreißen zu können.

"Es ist ähnlich wie vergangenes Jahr, als ich einfach nur eingestiegen und gefahren bin, und alles Rennen für Rennen genommen habe. So läuft es auch jetzt", sagt Colapinto, der seit Imola im Alpine sitzt. Vor zwölf Monaten hatte er in Monza spontan sein Formel-1-Debüt als Ersatz für den bei Williams ausrangierten Logan Sargeant gegeben. Bei den Briten überzeugte er auf Anhieb mit Pace, was einen Hype um ihn als potenzielles Supertalent auslöste. Für einen Stammplatz reichte es dennoch nicht. Erst die Ausbootung von Jack Doohan bei Alpine brachte ihn zurück ins Grid.

Ein Jahr nach dem Formel-1-Debüt ist für Franco Colapinto alles anders

"Ich bin sehr froh, ein Jahr danach immer noch hier zu sein. Dabei fühlt es sich gar nicht wie ein Jahr an. In dieser Zeit ist sehr viel passiert. Ich kann deshalb nicht sagen, wo ich in einem Jahr sein werde. Die Dinge verändern sich sehr schnell", so der 22-Jährige. Was sich für ihn in der Saison 2025 zuerst änderte, war sein Standing in der Königsklasse. Bei Williams wurden die sich früh häufenden Unfälle zunächst als Lernphase eines schnellen Rookies abgetan.

Bei Alpine sind es hingegen einzig die Fehlschläge, mit denen Colapinto ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt. Zuletzt war dies wegen seines Unfalls beim Reifentest in Ungarn der Fall. "Letztes Jahr war es ein Schock. Ich hatte gar keine Vorbereitung. Ich kannte weder die Strecken noch das Auto", erinnert er an seinen Senkrechtstart mit Williams. "Es fühlte sich alles so leicht an, und ich war sofort ziemlich schnell."

Franco Colapinto setzt bei kommenden Formel-1-Rennstrecken auf Erfahrung

Die Unbeschwertheit, die ihn bei seinem Debüt beflügelte, ist für ihn derzeit nur noch eine ferne Erinnerung. "Dieses Jahr fehlt mir das etwas", räumt der Südamerikaner ein. Doch ab Zandvoort soll sich das ändern: "Es kommen jetzt Rennstrecken, auf denen ich letztes Jahr gefahren bin. Das wird mir hoffentlich etwas Performance und Vertrauen ins Auto zurückbringen, was mir dieses Jahr ein wenig fehlt."

An der Seite von Pierre Gasly konnte er bisher keine Akzente setzen. Nur ein Mal bezwang er den Franzosen bisher im Qualifying - und zwar erst kürzlich, auf dem Hungaroring. "Insgesamt wurde meine Performance im Vergleich mit Pierre an den letzten paar Rennwochenenden besser", beteuert Colapinto den positiven Trend im teaminternen Duell. "Ich beginne mehr Vertrauen zu haben und das Auto passt besser zu meinem Fahrstil. In den vergangenen Rennen haben wir die besten Fortschritte gezeigt und das motiviert mich für die bevorstehenden."

Alpine-Krise kaschiert persönliche Fortschritte

In den Rennen hat Gasly ihn mit 5:2 zwar ähnlich klar im Griff, doch für Colapinto hat vor allem die Performance des Teams einen Einfluss auf seine Außendarstellung. "Ich bin mit der Gesamtperformance nicht zufrieden, aber generell verstehe ich das Auto besser und bin in jeder Session jetzt sofort bei der Musik", erklärt er. "Wir wissen, dass wir ein paar extra Zehntel brauchen. Es ist im Mittelfeld sehr eng und wir brauchen etwas mehr vom Auto. Wir sehen, dass es manchmal ziemlich schnell ist, aber manchmal fehlt die Performance und wir können uns nicht erklären, warum."

Alpine liegt momentan auf dem zehnten Platz der Konstrukteurswertung, 15 Punkte hinter Haas. Der Weg aus der Krise führt vor allem über die Entwicklung des Autos für 2026, und in diese ist Colapinto weiterhin voll eingebunden: "Wir haben seit Saisonbeginn hart daran gearbeitet, für 2026 die bestmöglichen Fortschritte zu machen und zu verstehen, wo unser Auto besser werden kann. Wir haben im Verlauf des Jahres viele Verbesserungen erzielt und ich bin mit den Fortschritten des Autos sehr zufrieden."

Dementsprechend macht er sich Hoffnungen darauf, im kommenden Jahr die Früchte dieser Arbeit ernten zu können. "Ich bin sehr gerne hier und arbeite mit dem Team daran, es wieder dorthin zu bringen, wo es hingehört. Wir geben alles dafür, wieder an die Spitze zu kommen, wo wir hingehören", sagt er.

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