Ereignislose Formel-1-Sommerpause? Fehlanzeige! Nur zwei Tage nach dem Ungarn-GP ging es auf dem Hungaroring wieder rund. Der Grund dafür: Pirelli setzte für den 05. und 06. August einen weiteren Test für die 2026er Reifen an. Ein Crash am Mittwochmorgen beendete den Test für Alpine jedoch verfrüht.

Konkret brachte ein Unfall von Alpine-Neuzugang Franco Colapinto den Test für die französische Truppe zu einem abrupten Ende. Der Argentinier verunfallte in Kurve elf, einer schnellen Rechtskurve. Laut Informationen von Pirelli sei kein Reifenschaden für den Unfall verantwortlich gewesen, es handelte sich demnach um einen Fahrfehler.

Colapinto wurde im Medical-Centre der Strecke untersucht und für fit erklärt, der Test für Alpine dennoch beendet. Der Rennstall hatte zwei Fahrzeuge mit an die Strecke gebracht: ein älteres für TPC-Zwecke sowie ein modifiziertes. Letzteres wurde so abgeändert, dass es an die Dimensionen der 2026er Reifen angepasst war - ein Standardprozedere bei solchen Tests. Genau dieses ‚Mule-Car' crashte Colapinto - mit Folgen: Eigentlich war vorgesehen, dass er sich das Auto mit Teamkollege Pierre Gasly teilen würde.

Für Colapinto ist der Unfall in Ungarn nicht der erste in der jüngeren Vergangenheit. Bereits bei seinem F1-Comeback in Imola flog der 22-Jährige heftig ab. In Silverstone leistete er sich - ebenfalls im Qualifying - einen Dreher ins Kiesbett.

Nach F1-Crash in Ungarn: Was konnte Pirelli lernen?

Bitter nicht nur für Alpine, sondern auch für Pirelli. Der italienische Reifenhersteller hatte für den Morgen kürzere Läufe auf unterschiedlichen Mischungen (C3 - C5) vorgesehen, bevor für den Nachmittag Longruns angesetzt waren. Nachdem am Dienstag neben Alpine auch die Racing-Bulls und McLaren ein Fahrzeug einsetzten, war am Mittwoch auch noch Charles Leclerc im Ferrari auf der Strecke unterwegs.

"Das waren zwei nützliche Tage, um die Entwicklung der Mischungen für die nächste Saison voranzutreiben", bilanzierte Pirelli-Motorsportchef Mario Isola. "Wir haben viele Daten sammeln können, auch wenn es schade war, dass wir Testkilometer verloren haben, als Colapinto von der Strecke abkam."

Zur Erinnerung: Die Reifen der nächsten Fahrzeug-Generation haben weiterhin einen Durchmesser von 18 Zoll, werden jedoch schmaler: vorne um 25 Millimeter, am Heck um 30 Millimeter. Davor hat Pirelli jedoch noch drei weitere Testfahrten angesetzt: In Monza, Mugello und Mexico City. Anfang September steht dann die Homologation der Konstruktion der 26er Pneus an, bevor die Mischungen Mitte Dezember für 2026 homologiert werden.

Nach Colapintos Fauxpas beim Großbritannien-GP äußerte sich unser F1-Experte Christian Danner zur Situation rund um den Argentinier. Er fand sehr klare Worte, wie ihr in diesem Ausschnitt des AvD Motorsport-Magazins sehen könnt. Gleich hier anschauen:

Colapinto vor dem Rauswurf? Danner: Nur wegen Geld bei Alpine! (04:57 Min.)