Es hatte sich bereits in den letzten Tagen abgezeichnet, nun steht es fest: Audi baut einen neuen Supersportwagen. Am Rande des Monaco-GPs schickten die Ingolstädter am Donnerstagabend die ersten Bilder des für 2027 angekündigten Audi Nuvolari aus. Um das Ereignis zu feiern, wird das Formel-1-Team in Monaco auch die Farben ändern.

Das Audi-Rot, welches auf dem R26 prominent die Seitenkästen schmückt und auch für die Logos des Herstellers verwendet wird, weicht am Monaco-Wochenende und wird durch Gelb ersetzt. Damit ehrt Audi den legendären Rennfahrer Tazio Nuvolari, der eben auch dem neuen Supersportwagen seinen Namen leiht.

Nuvolari, der GP-Europameister von 1932, gilt als einer der größten Rennfahrer der Zwischenkriegszeit. Der "Fliegende Mantuaner", der stets im gelben Pullover Rennen fuhr, begann seine Karriere erst auf Motorrädern, dann schwenkte er auf vier Räder um. In der Motorsport-Geschichte verewigte sich Nuvolari vor allem mit seinem Sieg beim Deutschland-GP 1935 auf dem Nürburgring in einem unterlegenen Alfa Romeo gegen die versammelte Übermacht von Mercedes und Auto Union.

Ab 1937 startete Nuvolari dann für Auto Union, dem effektiven Vorgänger des heutigen Audi-Konzerns, in der europäischen Grand-Prix-Meisterschaft, der effektiven Vorgänger-Serie der heutigen Formel 1. Audi hielt seinen Namen in der Vergangenheit stets in Ehren und benannte schon vor über 20 Jahren eine Sportwagen-Konzeptstudie einst nach ihm.

Audi präsentiert spektakulären Supersportwagen Nuvolari mit 1.001 PS

Und jetzt steht fest, dass der Audi Nuvolari tatsächlich auch ein echter Supersportwagen werden wird, der dem Audi R8 nachfolgt. Eine Kleinserie von 499 Stück wird gebaut und soll ab dem ersten Halbjahr 2027 ausgeliefert werden. Das Auto strotzt vor Superlativen: 1.001 PS aus einem 4,0-Biturbo-V8-Hybrid mit 800 PS aus dem Verbrenner, ergänzt durch drei Elektromotoren und einer Batterie mit 7,3 kWh Kapazität.

Das leistungsstärkste und schnellste Serienfahrzeug in der Audi-Geschichte
Der neue Audi Nuvolari, Foto: Audi AG
Audi präsentiert den Nuvolari
Der neue Audi Nuvolari, Foto: Audi AG
Audi Nuvolari erreicht 200 km/h in 6,8 Sekunden
Der neue Audi Nuvolari, Foto: Audi AG

Audi spricht von einem maximalen Drehmoment von 730 Nm und Drehzahlen von bis zu 10.000 Umdrehungen pro Minute. Natürlich Quattro, also Allrad, eine Beschleunigung von 0 auf 100 in 2,6 Sekunden und von 0 auf 200 in 6,8 Sekunden soll damit kein Problem sein. Anvisierter Topspeed? Jenseits der 350 km/h.

Audi verspricht Formel-1-Know-how im neuen Nuvolari

Das neue hauseigene Formel-1-Team will man bei dieser Gelegenheit erstmals gleich in die Konzeption eingebunden haben. Das Äußere ist fast vollständig aus karbonfaserverstärktem Kunststoff, und wurde mit Know-how aus dem Formel-1-Umfeld entwickelt.

Auch bei der Aerodynamik inspiriert die Königsklasse. Es ist eine aktive Aerodynamik mit bewegbarem Heckflügel und automatisiertem Fahrsystem, die je nach Status bis zu über 400 Kilogramm Abtrieb erreichen soll. Die F1-Piloten Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto waren in der Testphase eingebunden und haben auch maßgebliches Feedback geliefert.

So fuhren sie bereits einen Prototyp, unter anderem auf der italienischen Highspeed-Teststrecke in Nardo. "Es sticht sofort hervor, wie sauber und vorhersehbar das Auto sich beim Einlenken anfühlt", urteilt Bortoleto. "Es gibt quasi kein Untersteuern, was bei der Performance beeindruckend ist. Die Balance bleibt sehr neutral und präzise, was dir das Vertrauen gibt, Tempo durch die Kurven mitzunehmen."

"Mit dem Audi Nuvolari hat unser ganzes Team einmal mehr seine hohe technische Kompetenz, Innovationskraft und Hingabe unter Beweis gestellt", sagt Audis CTO Rouven Mohr. "Dies zeigt sich für mich nicht nur in der unglaublichen Performance des Fahrzeugs und den von der Formel 1 inspirierten technischen Lösungen, sondern auch in der Fähigkeit, Innovationen schnell und präzise in ein Serienfahrzeug zu überführen."

Auf der Strecke in Monaco hofft Audi an diesem Wochenende, die Punkte-Flaute seit dem Saisonauftakt endlich zu beenden. Wie Hülkenberg und Bortoleto hier die Chancen einschätzen, könnt ihr hier nachlesen: