Audi liegt in der Konstrukteurswertung derzeit lediglich auf dem neunten Platz. Die zwei Pünktchen holte das Team gleich zum Formel 1-Saisonauftakt in Melbourne - seitdem gingen Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto stets leer aus. Das soll sich in Monaco ändern.

"Wir sind hier, um zu kämpfen. Monaco ist immer eine Chance", gibt sich Hülkenberg optimistisch. "Wir werden also versuchen, Punkte zu holen. Diese energiereiche Strecke könnte uns dabei am Ende zugutekommen."

Auch Bortoleto sieht im engen Leitplankendschungel eine Gelegenheit, endlich wieder anzuschreiben. "Wir hatten einen guten Start in Australien mit Platz neun", meint er. Seitdem hat Audi eine solide Basis aufgebaut, was sich zuletzt auch in Kanada gezeigt hat. "In Montreal hatten wir alles unter Kontrolle, aber leider hat uns die Pace gefehlt, um Punkte zu holen. In Monaco gelingt uns das hoffentlich."

Monaco GP 2026: Schwäche des Audi-Motors ausgehebelt?

Trotz der soliden Basis zählt der Audi-Motor weiterhin zu den eher schwächeren Antrieben im F1-Feld. Weil Monaco durch seine eher langsame und schmale Streckenführung zu einer der energiereichsten Strecken im F1-Kalender zählt, sollte der Audi-Motor dort aber deutlich weniger stark ins Gewicht fallen.

Hülkenberg erwartet in Monaco zumindest keine großen Probleme. "Auf Chassis-Seite sind wir definitiv konkurrenzfähiger als auf der Power-Unit-Seite", analysiert er. "Die Strecke ist aber so energiereich, dass die MGU-K die Motorschwäche kompensieren kann."

Laut Audi-Teamchef Mattia Binotto ist das Audi-Chassis rein von der Performance her sogar das viertschnellste im Feld. Bortoleto und Hülkenberg bleiben bei dieser steilen These diplomatisch. "Ich denke, es hängt in diesem Jahr von der jeweiligen Strecke ab, aber beim Chassis sind wir definitiv besser aufgestellt als beim Motor", meint Hülkenberg.

Trotz kleinerer F1-Boliden: Qualifying in Monaco Schlüssel zum Erfolg

Die Audi-Piloten rechnen sich aufgrund der Streckencharakteristik also gute Chancen im Rennen aus - doch trotz kleinerer Boliden glauben beide nicht daran, dass sich am Rennen selbst etwas an den Überholmöglichkeiten ändern wird. Das Qualifying dürfte daher, wie auch in den letzten Jahren, die entscheidende Session sein.

Bortoleto sieht darin aber eher einen Vorteil als einen Nachteil. "Wir sind konkurrenzfähig", ist er sich sicher. "In den meisten Qualifyings haben wir um den Einzug ins Q3 gekämpft oder waren in Q3 dabei."

Auf einer Strecke wie Monaco, wo die Wände nah und der Kurs schmal ist, kommt in diesem Jahr noch die Challenge hinzu, dass zwei zusätzliche Autos an der Zeitenjagd teilnehmen. Das ohnehin schon stark befahrene erste Qualifying-Segment wird demnach noch intensiver.

"Zwei zusätzliche Autos machen unser Leben nicht gerade einfacher. Es ist also eine kleine extra Herausforderung in Q1, die Verkehrssituation im Auge zu behalten, aber sie ist für alle gleich", lässt sich Hülkenberg nicht beunruhigen. Auch Bortoleto bleibt entspannt. "Wir brauchen einen guten Start und dann müssen wir nur unsere Position halten", meint er.

Danner: Darum darf man Audi trotz Krise nicht abschreiben! (07:03 Min.)