Das Projekt Titelverteidigung hat Max Verstappen in der Formel 1 2025 schon längst abgehakt. Spätestens nach seinem unverschuldeten Ausfall beim Österreich-GP im Juli war diese Messe gelesen, dennoch muss der Dominator der letzten Jahre noch diese Regelgeneration so gut wie möglich zu Ende bringen, ehe im kommenden Jahr die Karten neu gemischt werden.
Von einem Motivationsproblem für das restliche Jahr will der Niederländer aber nichts wissen. "Es ist nicht so schwierig, um ehrlich zu sein. Wahrscheinlich wäre es schwieriger, wenn man um einen Titel kämpfen möchte und noch nichts gewonnen hat."
Max Verstappen: Wusste, dass diese Zeit kommen wird
Er habe seit Jahren damit gerechnet, dass sich irgendwann wieder Erfolgsdürre einstellen werde, deshalb fällt es ihm im Moment einfacher das zu akzeptieren. "Wenn man in diesem Siegeslauf steckt, dann weiß man bereits, dass irgendwann eine Zeit kommen wird, in der das nicht mehr der Fall ist."
Nach vier WM-Titeln in Folge gilt ein dritter Platz in der Fahrer-WM natürlich nicht mehr als großer Wurf. Auch wenn Verstappen immerhin schon zwei Rennen und einen Sprint in diesem Jahr gewonnen hat und viermal auf der Pole Position stand.
Verstappen nimmt die Ausgangslage vor der zweiten Saisonhälfte gelassen auf. "Im Moment befinden wir uns leider ein bisschen in dieser Situation, [dass die Erfolge ausbleiben], aber es macht keinen Sinn darüber in Frustration zu verfallen oder sich darüber zu ärgern. Das ist nur Energieverschwendung", erklärt er vor dem Zandvoort-Wochenende.
Kann Red Bull 2025 noch gewinnen? Die Ziele für die restliche Formel-1-Saison
Seine Motivation sei nach wie vor voll vorhanden, betont der Red-Bull-Pilot. Er gibt zwei Marschrouten für die restlichen zehn Rennen in diesem F1-Jahr aus. Einerseits, um mit erhobenen Hauptes das Projekt 2025 abschließen zu können: "Wir müssen versuchen aus jedem Rennwochenende das Beste herauszuholen. Und wir versuchen zu sehen, ob es Möglichkeiten gibt und wo wir mehr über das Auto lernen können."
Andererseits auch, um für die Zukunft aus den Fehlern der letzten eineinhalb Jahre zu lernen. "Wir müssen uns einfach das Auto und die Abläufe anschauen und wie wir das in der Zukunft verbessern können. Das ist es, was mir im Moment tun." Ein konkretes Ziel für die WM-Platzierung hat sich Verstappen keines mehr gesetzt.
Obwohl der 65-fache Grand-Prix-Sieger seit Imola auf einen Formel-1-Sieg wartet und zuletzt bei vier Rennen in Serie nicht mehr auf dem Podium Platz nehmen konnte, will er die Chancen auf weitere Grand-Prix-Siege nicht vollkommen abschreiben. Strecken mit vielen Highspeed-Kurven liegen dem RB21 nach wie vor. Der Kurs beim Niederlande-GP ist keine davon.
In Zandvoort sieht er sich nach der Ungarn-Blamage vor der Sommerpause in keiner guten Position. "Ich hoffe, dass wir näher dran sein können, aber ich denke nicht, dass es unsere beste Strecke im restlichen Kalender ist", schätzt er. Seine Hoffnungen liegen auf dem Regen. Traditionell ein sehr unvorhersehbares Thema an der Nordsee-Küste und für dieses Wochenende sieht die Prognose ohnedies unbeständig aus. "Es könnte etwas Wetter kommen, das verursacht immer etwas Chaos", hofft der dreifache Zandvoort-Sieger.



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