Als Gresini am Dienstag den Ersatzmann für Alex Marquez in Ungarn ankündigte, kam es zur großen Überraschung. Nachdem sich die MotoGP und die Superbike-WM an diesem Wochenende nicht überschneiden, ging das gesamte Paddock von einem Einsatz Nicolo Bulegas aus. Stattdessen fährt nun aber dessen Teamkollege Iker Lecouna, der als Dauerzweiter sportlich im Schatten des Italieners steht. Ein Grund dafür ist ein brisanter interner Konflikt im Ducati-Lager.
Kein Nicolo Bulega in Ungarn: Ducati will kein Risiko, VR46 legt Veto ein
"Ich war ehrlicherweise selbst ein wenig überrascht. Am Montag habe ich von meiner Chance erfahren. Da war ich testen in Aragon [nach dem Superbike-Wochenende dort, Anm. d. Red.]", gab der Spanier Lecuona am Donnerstag in Ungarn an. Damit war er nicht allein. Wieso sollte nicht Dominator Bulega fahren, der 2027 aller Voraussicht nach sowieso den Spung in die Königsklasse schaffen wird?
Nun, genau dieses Jahr 2027 wirft seine Schatten voraus, wie unsere spanischen Kollegen von 'motorsport.com' in Erfahrung gebracht haben. Zum einen ist da die Chefabteilung von Ducati selbst. Bulega ist wichtiger Testpilot des 850er-Motorrads für die kommende Saison, weswegen er sich möglichst nicht verletzen soll. Außerdem soll sein Marsch zum sicheren Superbike-Titel nicht doch noch durch einen unnötigen MotoGP-Unfall gefährdet werden. Nach dem Horror-Wochenende in Barcelona ist das Risiko der Königklasse natürlich wieder allgegenwärtig in den Köpfen.
Doch das war noch nicht alles. Es gibt einen weiteren - durchaus brisanten - Grund für die Abwesenheit Bulegas in Ungarn. Ausgerechnet sein zukünftiges Team VR46 soll bei Ducati angerufen und ein Veto gegen seinen Einsatz eingelegt haben. Die Mannschaft von Valentino Rossi betrachtet sich selbst als Nummer zwei in der Ducati-Hierarchie und wollte nicht, dass Konkurrent Gresini zuerst mit der kommenden eigenen Fahrerpaarung an den Start geht, denn auch Fermin Aldeguer wird 2027 ins Lager des 'Doctors' wechseln.

Nach 15 zweiten Plätzen: MotoGP-Rückkehrer Iker Lecuona will nur nicht Letzter werden
Also brauchte Ducati eine Alternative, wenn nicht erneut der wenig konkurrenzfähige Michele Pirro antreten sollte. Mit Bulegas Teamkollegen Lecuona gab es noch eine weitere MotoGP-erfahrene Variante. "Ich habe nicht darauf gedrängt, hierherzukommen. Es fühlt sich mehr wie ein Geschenk an. Ich habe keinen Druck, sondern will es einfach genießen. Seit drei Jahren bin ich nicht mehr MotoGP gefahren. Wenn dir Ducati eine solche Chance anbietet, dann kannst du natürlich nicht nein sagen", kommentierte der Spanier sein überraschendes Comeback.

Nur die sportlichen Erwartungen sind im Vergleich zur Superbike-WM gedämpft: "Ein weiterer zweiter Platz? Wenn ich nicht Letzter werde, wäre das schon gut [lacht, Anm. d. Red.]." Bei den Superbikes wurde der 26-Jährige zuletzt 15-mal (!) in Folge Zweiter. Der Sieger hieß stets Nicolo Bulega, darf aber trotzdem (noch) kein MotoGP-Rennen fahren.
Nicolo Bulega bleibt also nur die Rolle des Zuschauers. Dann sollte er sich unseren Artikel ansehen, den hier gibt es alle Infos, wie ihr den Ungarn Grand Prix der MotoGP verfolgen könnt:



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