2023 war er ein Rookie und beendete die Saison auf dem 9. Platz. Zwei Jahre später steht Oscar Piastris Name ganz oben in der Fahrerweltmeisterschaft. Nach 14 Formel-1-Rennen führt er die WM-Wertung mit neun Punkten Vorsprung auf seinen McLaren-Teamkollegen Lando Norris an. Sollte Piastri das knappe Duell für sich entscheiden, wäre er einer der Fahrer mit der kürzesten Zeit bis zum F1-Titel. Motorsport-Magazin.com hat sich angesehen, in welche großen Fußstapfen Oscar Piastri treten könnte.

Natürlich ist klar, wer den allerkürzesten Weg zum WM-Sieg in der Königsklasse hatte: Giuseppe Farina. Der Italiener gewann die erste offizielle Formel-1-Saison im Jahr 1950 und brauchte damit nur eine Saison, um die Siegertrophäe in den Händen zu halten. Nach dem allerersten F1-Weltmeister wird es aber interessant. Wer ließ noch nichts anbrennen und krönte sich schleunigst zum besten Fahrer der Königsklasse?
Weltmeister nach vier Saisons: Dominant oder hart erkämpft
Phil Hill debütierte 1958 mit Maserati. Drei Jahre später stand er mit Ferrari in sechs von acht Rennen auf dem Podium - zweimal auf dem ersten Platz - und sicherte sich noch vor dem Ende seiner vierten Saison seinen ersten und einzigen WM-Titel. Am letzten Rennen in den USA nahm Hill nicht mehr teil.

Jim Clarks erste Champion-Saison ist eine für die Rekordbücher. 1963 erzielte der Lotus-Fahrer drei Grand Chelems (Pole Position, Rennsieg und schnellste Rennrunde), zwei davon hintereinander. Er sammelte das Maximum an möglichen Punkten. Damals zählten nur die besten sechs Resultate zur WM-Wertung - Clark gewann in diesem Jahr sieben von zehn Rennen.
Ähnlich wie Piastri heute mussten James Hunt, Nelson Piquet und Michael Schumacher hart um ihren ersten WM-Titel kämpfen. Hunts Rivale hieß Niki Lauda, die Saison 1976 ist eine der ikonischsten der Motorsport-Geschichte. Piquet luchste Carlos Reutemann den WM-Gewinn im letzten Rennen von 1981 ab. Schumacher ging 1994 mit nur einem Punkt Vorsprung auf Damon Hill in das Saisonfinale. Die beiden kollidierten miteinander und Schumacher wurde der erste deutsche Formel-1-Weltmeister.
Fernando Alonso gab sein Debüt 2001 für Minardi, setzte sich im Jahr darauf aber auf die Renault-Ersatzbank. 2003 stieg er zum Vollzeit-Fahrer auf, zwei Jahr später gewann er haarscharf vor Kimi Räikkönen seinen ersten WM-Titel. Alonso wäre fast ein dreifacher Champion geworden, hätte sich Sebastian Vettel 2010 nicht das erste Mal zum Weltmeister gekrönt - in seiner erst vierten Formel-1-Saison.
| Fahrer | Saisons | Erste Weltmeisterschaft | Debüt-Saison |
|---|---|---|---|
| Phil Hill | 4 | 1961 | 1958 |
| Jim Clark | 4 | 1963 | 1960 |
| James Hunt | 4 | 1976 | 1973 |
| Nelson Piquet | 4 | 1981 | 1978 |
| Michael Schumacher | 4 | 1994 | 1991 |
| Fernando Alonso | 4 | 2005 | 2001 |
| Sebastian Vettel | 4 | 2007 | 2010 |
Weltmeister nach drei Saisons: Oscar Piastris Vorgänger?
Oscar Piastri könnte sich am Ende der Saison hier einreihen, neben Alberto Ascari. Er wurde 1952 der dritte Weltmeister in der noch jungen Formel 1. Von acht Rennen nahm Ascari an sieben teil und gewann sechs. Der Ferrari 500 war so dominant, dass Ascari auch fünf Pole-Positions und sechs schnellste Rennrunden einfuhr.
Zwei Jahre nach seinem Debüt gewann Denny Hulme 1967 seinen einzigen Formel-1-Titel. Wie bei Piastri war Hulmes Teamkollege Jack Brabham sein größter Rivale. Obwohl Jim Clark (Lotus) mehr Siege als seine Kontrahenten einfuhr, waren die Brabham-Boliden verlässlicher. Bis heute ist Hulme der einzige neuseeländische Weltmeister der Königsklasse.
Mit einem der revolutionärsten Autos der Formel-1-Geschichte, dem Lotus 72D, gewann Emerson Fittipaldi den ersten seiner zwei WM-Titel. Während alle anderen Teams röhren- oder zigarren-förmige Designs bauten, war der 1972er-Bolide das erste keilförmige F1-Auto. Mit fünf Siegen und einem Vorsprung von 16 Punkten wurde Fittipaldi souverän zum damals jüngsten Weltmeister.

| Fahrer | Saisons | Erste Weltmeisterschaft | Debüt-Saison |
|---|---|---|---|
| Alberto Ascari | 3 | 1952 | 1950 |
| Denny Hulme | 3 | 1967 | 1965 |
| Emerson Fittipaldi | 3 | 1972 | 1970 |
Weltmeister nach zwei Saisons: Sensationsrookies und "El Maestro"
Giuseppe Farina konnte seinen Titel 1951 nicht verteidigen, daher wurde Juan Manuel Fangio in seiner zweiten Saison Formel-1-Weltmeister. Das Duell mit seinem Teamkollegen Alberto Ascari ging bis zum letzten Rennen in Spanien. "El Maestro" gewann die WM noch vier weitere Male und hält bis heute unter anderem den Rekord für die höchste Sieg-Quote (46,15 Prozent).

Mehr als 40 Jahre nach Fangio beeindruckte Jacques Villeneuve, ein Indy-500-Champion, bereits in seinem Rookie-Jahr. Er wurde 1996 Vizeweltmeister - hinter Teamkollege Damon Hill. Ein Jahr später kämpfte der Kanadier gegen Michael Schumacher um den Titel. Der Deutsche rammte den Williams-Piloten beim Finale in Jerez absichtlich und wurde von der Weltmeisterschaft disqualifiziert. Villeneuve durfte sich zum ersten und einzigen Mal Champion nennen.
Der letzte Sensationsrookie war Lewis Hamilton. Er verpasste in seinem Debütjahr 2007 um nur einen Punkt den Weltmeistertitel. 2008 drehte er den Spieß um und gewann mit lediglich einem Zähler vor Felipe Massa. Ähnlich wie im Jahr 2021 entschied sich die WM bei einem dramatischen Überholmanöver in der letzten Runde des letzten Rennens - diesmal für Hamilton. Im Zuge des "Crashgate"-Skandals verlangte Massa den Titel zurück und reichte 2024 sogar eine Klage gegen die Formel 1 ein.
| Fahrer | Saisons | Erste Weltmeisterschaft | Debüt-Saison |
|---|---|---|---|
| Juan Manuel Fangio | 2 | 1951 | 1950 |
| Jacques Villeneuve | 2 | 1997 | 1996 |
| Lewis Hamilton | 2 | 2008 | 2007 |
All diese Weltmeister hätten ihre Erfolge nicht ohne ihr Team erreicht. Die Boxen-Crew ist eines der wichtigsten Teile davon, aber wie funktioniert so ein Boxenstopp eigentlich? Die Erklärung gibt es hier:



diese Formel 1 Nachricht