Die Formel 1 befindet sich gerade im Sommer-Urlaub. Motorsport-Magazin.com nutzt die Ruhe vor dem Herbst-Sturm und zieht in den nächsten zwei Wochen für alle 10 Teams ein Zwischenfazit: Wie liefen die ersten 14 Rennen? Ist das Team auf Kurs oder in Bedrängnis? Williams legte 2025 furios los, doch entwickelte das eigene Auto nicht stark weiter. Das macht sich auch in der Performance bemerkbar.

Williams: Ziele vs. Realität: 2025 nahm sich Williams nicht viel vor. Der Fokus des Teams und Teamchef James Vowles lag und liegt voll auf 2026. Dennoch war der neue F1-Bolide vom Start der Saison an ein Volltreffer. Der FW47 war besonders in den ersten Rennen das beste Mittelfeld-Auto.

Die Entwicklung von Williams 2025: Der Williams war besonders zu Beginn der Saison 2025 schnell. 54 der 70 Punkte holte das Team in den Rennen bis Monaco. Seither nur 16. Das liegt an der Priorisierung des Teams. 2025 ist für Williams nicht wichtig, dafür 2026. Die Updates für den 2025er-Boliden hielten sich daher in Grenzen.

Daher hat Williams weniger Updates und Entwicklung im Vergleich zu anderen Mittelfeld-Teams. Je länger die Saison andauerte, desto weniger Performance hatte das Team im Vergleich. Dazu gesellte sich über die Europa-Saison hinweg mehrfach der Technik-Teufel dazu und verhinderte oft den Kampf um die Punkte. Ein großes Update in Belgien hielt den Prozess auf und machte den FW47 immerhin wieder etwas konkurrenzfähiger. Die Frage ist, wie lange sich Williams damit im vorderen Mittelfeld halten kann.

Williams 2025: Saisonstart vs. Entwicklungstief

Höhepunkt 2025: Sainz und Albon krönen Saisonstart in Imola
In Imola punktete Williams gleich doppelt. Und das im Kampf mit Ferrari. Während Carlos Sainz mit P8 vier Punkte hamsterte, kämpfte Alexander Albon weiter vorne mit den Ferraris sogar um Position vier. Nur ein hartes Manöver von Charles Leclerc machte ihm die Chancen auf P4 zunichte.

Vor dem Monegassen kam er dennoch ins Ziel - und sammelte zehn Punkte und P5. Schon in Miami kämpfte Williams gegen die Scuderia, doch einen der beiden beim Ferrari-Heimspiel zu schlagen, unterstrich die eigene Pace noch einmal deutlich.

Tiefpunkt 2025: Technikteufel und Formtief in Österreich
Nach dem furiosen Saisonstart folgte ein Formtief, das bis zum Belgien GP anhielt. Dort fand Williams mit einem Unterboden-Update wieder Pace im Auto. Doch beim Österreich GP kämpfte Williams auch noch mit dem Technik-Teufel. Carlos Sainz musste aus der Boxengasse starten, doch stattdessen rauchte sein Williams schon nach der Einführungsrunde.

Alexander Albon musste seinen Williams später mit einem Motor-Defekt abstellen. Schon wieder. Schon ein Rennen zuvor in Kanada stellte Albon seinen FW47 ab, auch mit einem Motoren-Defekt. Der Österreich GP war für Williams damit eine Nullnummer.

Alex Albon und Carlos Sainz: 2025 näher beisammen?

Alexander Albon
WM: 8. Platz (54 Punkte)
Note im MSM-Ranking: 2,40 (6. Platz)
Dass Alexander Albon im Vergleich zu Carlos Sainz zur Saisonmitte einen so großen Vorsprung haben würde, hätten wohl die wenigsten erwartet. Doch Albon ließ in der ersten Saisonhälfte kaum einen Zweifel daran, wer die Nummer eins bei Williams ist.

Im Rennvergleich liegt Albon mit 9 zu 4 vorne. Im Qualifying ist es mit 8 zu 6 etwas enger. Besonders zu Beginn der Saison, als Sainz noch neu im Williams war, waren die Resultate teils sehr deutlich. Mittlerweile sind die beiden zwar nicht mehr weit auseinander, doch die Oberhand hat Albon vorerst dennoch.

Carlos Sainz jr.
WM: 16. Platz (16 Punkte)
Note im MSM-Ranking: 3,15 (13. Platz)
Während Alexander Albons Saisonstart nach Maß verlief, war das Gegenteil bei Carlos Sainz der Fall. In den ersten 12 von 24 Rennen schaffte es Sainz drei Mal nicht über Q1 hinaus. Bei Alexander Albon ist diese Quote deutlich niedriger. Im Schnitt fehlen Sainz rund zwei Zehntel auf eine Runde auf Albon.

Die Performance ist also durchaus ein Problem für den Spanier. Dazu kommt Pech. In Bahrain crashte Yuki Tsunoda in die Seite von Sainz. In Österreich konnte der Spanier das Rennen nicht einmal starten. In Großbritannien kollidierte er unverschuldet mit Charles Leclerc. Das alles zeigt: So richtig angekommen ist Sainz bei Williams noch nicht. In der zweiten Saisonhälfte muss er das ändern.

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Fazit und Ausblick für Williams
Williams führt das Mittelfeld nach 14 Rennen an. Doch es gibt keine Garantie dafür, dass das so bleibt. Die Basis des FW47 war zwar die schnellste im Mittelfeld, doch die anderen Teams holen durch Entwicklung auf, während Williams mit dem FW47 wegen mangelnder Updates weniger Fortschritte macht. Ob das reicht, um P5 über die Ziellinie zu retten, ist noch nicht abzusehen. Die Fahrerpaarung aus Sainz (besonders wenn dieser zu alter Stärke zurückfindet) und Albon könnte das Team retten.