Die Formel 1-Sommerpause ist die Zeit, in der ein erstes Fazit gezogen wird. Wie haben sich die Fahrer geschlagen, wie ihre Teams? Sauber ist definitiv die positive Überraschung der ersten Saisonhälfte. Seit dem Spanien GP befindet sich das Team von Nico Hülkenberg deutlich im Aufschwung.

Christian Danner ist überzeugt, dass Sauber am Ende der Saison sogar 'Best of the Rest' hinter den Top-Teams McLaren, Ferrari, Mercedes und Red Bull sein wird. "Der Sieger des Mittelfelds heißt Sauber und nicht Williams und auch nicht Aston Martin", urteilt der F1-Experte im AvD Motorsport-Magazin. Ob das bedeutet, dass es in der zweiten Saisonhälfte mehr starke Aufholjagden von Hülkenberg zu sehen gibt?

Schlacht im F1-Mittelfeld, Danner: Überraschungssieger Sauber (06:58 Min.)

Hülkenberg: Aus Stärke wurde eine Schwäche

In Spanien ging er als 16. ins Rennen, in Kanada als 13. und in Österreich gelang ihm eine beeindruckende Aufholjagd vom letzten Platz. Lediglich die Tatsache, dass er überhaupt erst von so weit hinten startet, wirft einen kleinen Schatten auf die sonst so starke Leistung. Das Qualifying galt früher als eine der Stärken des Deutschen, diese Saison ist es ganz klar eine seiner Schwächen. 2025 schied er in den ersten 14 Qualifyings zehnmal im Q1 aus. Kein einziges Mal schaffte er es ins finale Segment.

Zum Vergleich: sein Rookie-Teamkollege Gabriel Bortoleto fuhr dreimal (Österreich, Belgien, Ungarn) in die Top10. Aber auch im Vergleich zu seiner eigenen Qualifying-Performance 2024 hinkt Hülkenberg hinterher. Mit Haas schaffte er sechsmal den Sprung ins Q3, nur dreimal war für ihn nach der ersten Session Schluss.

Hülkenberg muss noch viele Puzzleteile zusammenfügen

"Wenn irgendetwas bei mir nicht funktioniert, dann sind es die Qualifyings dieses Jahr. Die laufen nicht so rund und nicht so geölt wie sonst", weiß Hülkenberg selbst. Woran das liegt, ist aber nicht an einer Sache festzumachen. Für Hülkenberg ist es die erste Saison mit Sauber. Nicht nur der C45 und das Team sind neu, auch die ganzen Prozesse. Fahrer und Ingenieure müssen sich erst aufeinander einstellen und lernen dieselbe Sprache zu sprechen. Hinzu kommt, dass der C45 zu Saisonbeginn schwierig zu fahren war.

Mit den letzten Updates hat sich das Handling verbessert, allerdings zeigt sich das nicht Hülkenbergs Qualifying-Ergebnissen. Laut Nico Hülkenberg ist das eng umkämpfte Feld ein weiterer Puzzlestein. "Wenn sich alle innerhalb einer Zehntelsekunde befinden, ist die Luft sehr dünn. Wenn eine Kleinigkeit nicht passt, dann ist sie meistens schon das Zünglein an der Waage, das es nicht reicht, um überhaupt aus Q1 herauszukommen", erklärt Hülkenberg im Exklusiv-Interview mit Motorsport-Magazin.com . Ausgabe Nr. 104 erscheint am 28.08, gleich hier bestellen.

Im internen Duell liegt Hülkenberg 7:10 zurück, Bortoleto ist seit Österreich ungeschlagen. In dem Zeitraum fiel Hülkenberg viermal in Q1 aus (Bortoleto einmal), und lag im Mittel 0,46 Prozent zurück. Zwischen beiden Sauber-Piloten liegen 17 Jahre, doch dass die letzte Tausendstel altersbedingt verloren ging, bestreitet Hülkenberg vehement. Hülkenbergs durchschnittlicher Startplatz ist sogar der schlechteste im Formel-1-Feld. Diese Samstags-Formkrise gilt es in der zweiten Saisonhälfte zu drehen.

Wer hat im Qualifying in der Formel 1 bei allen Teams die Nase vorn? Statistik-Check der Teamduelle, nur zwei Fahrer 2025 noch ungeschlagen.