Die Formel 1 befindet sich gerade im Sommer-Urlaub. Motorsport-Magazin.com nutzt die Ruhe vor dem Herbst-Sturm und zieht in den nächsten zwei Wochen für alle 10 Teams ein Zwischenfazit: Wie liefen die ersten 14 Rennen? Ist das Team auf Kurs, oder in Bedrängnis? Weiter geht es mit Platz acht in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft: Den Racing Bulls - und mal wieder drei Fahrern.

Racing-Bulls-Ziele vs. Realität: Die Racing Bulls stehen mit Position acht in der Weltmeisterschaft noch mitten im Mittelfeld und haben noch alle Möglichkeiten, sowohl nach oben als auch nach unten. Die Racing Bulls als Junior-Team haben natürlich nicht denselben Anspruch wie etwa Aston Martin oder Alpine. Doch nach einem über weite Strecken enttäuschenden 2024 war das erklärte Ziel zumindest eine stabilere Plattform zu haben.

Die Entwicklung der Racing Bulls 2025: Doch die Bewertung dieser Plattform fällt gar nicht so leicht. Isack Hadjar ist ein Rookie. Zu Beginn der Saison hatte dieser zumindest noch den routinierteren Yuki Tsunoda neben sich. Doch unter der Saison mussten die Racing Bulls auf Liam Lawson umstellen. Dazu kommt der Teamchef-Wechsel mitten in der Saison, bei dem Alan Permane den zu Red Bull abwandernden Laurent Mekies ersetzte.

Doch im Allgemeinen scheint der Racing Bull schon von Beginn des Jahres an gut zu fahren gewesen zu sein. Sowohl Yuki Tsunoda als auch Isack Hadjar fühlten sich im Racing Bull wohl. Liam Lawson mit etwas Anlauf und mithilfe eines Updates ab dem Österreich Grand Prix auch. Während beispielsweise der Williams besonders zu Beginn der Saison stark war und der Sauber sich in den letzten Rennen steigerte, scheint der Racing Bull im allgemeinen über die Saison hinweg ein Allrounder geblieben zu sein.

Racing Bulls 2025: Hadjar und Lawson machen Monaco-Farce zum Höhepunkt 2025

Höhepunkt 2025: Kontroverse Monaco-Strategie sorgt für doppelte Punkte
Sowohl von der Performance als auch von der medialen Aufmerksamkeit aus gesehen, war wohl das Monaco-Wochenende das Highlight der Racing Bulls. Schon am Freitag schien das Auto konkurrenzfähig. Das setzten Hadjar und Lawson prompt im Qualifying mit P6 und P9 um. Mit den guten Startpositionen war auch direkt die Grundlage für das Rennergebnis geschaffen.

Denn Hadjar und Lawson machten von der verpflichtenden zwei-Stopp-Strategie in Monaco gebraucht. Lawson bremste alle Autos hinter ihm um rund 40 Sekunden ein, wodurch Hadjar beide Pflichtstopps absolvieren konnte. Danach tat Hadjar es Lawson gleich. Ergebnis: Viel Kontroverse, aber vor allem: 12 Punkte in der WM!

Tiefpunkt 2025: Lawson und Hadjar verunfallen in Silverstone
Von einer der langsamsten Strecken im Kalender wechseln wir auf eine Highspeed-Strecke. Um genau zu sein nach Silverstone. Denn dort fuhren die Racing Bulls keinen einzigen Zähler ein. Schon die Performance generell schien im Heimatland der Formel 1 nicht berauschend. Denn Hadjar und Lawson qualifizierten sich nur auf P13 und P16.

Doch das wurde vom Rennen noch einmal übertroffen – in negativer Hinsicht. Denn keiner der beiden Piloten beendete das Rennen überhaupt. Lawson musste sein Auto schon nach ein paar Kurven in Folge einer Startkollision mit Esteban Ocon abstellen. Isack Hadjar traf es später im Rennen in Copse, in der er bei mangelnder Sicht im Regen auf Kimi Antonelli auflief und in die Mauer krachte. Ein Rennen, das wohl auch Finanziell seine Spuren hinterlassen haben dürfte.

Isack Hadjar und Liam Lawson: Wie überlegen ist Hadjar wirklich?

Isack Hadjar
WM: 13. Platz (22 Punkte)
Note im MSM-Ranking: 2,63 (8. Platz)
Isack Hadjar hat die Erwartungen vieler wohl übertroffen. Nach einem auffälligen Fehler in der Einführungsrunde seines ersten F1-Rennens in Australien rehabilitierte sich der Franzose auf beeindruckende Art und Weise. 22 Zähler hat er mittlerweile gesammelt. Damit hat er übrigens mehr als Yuki Tsunoda und Liam Lawson.

Besonders im Qualifying gibt er nach wie vor den Ton an. Mit einer Statistik von neun zu drei im direkten Vergleich hat Hadjar seinen Teamkollegen, der immerhin schon einige Rennen mehr auf dem Buckel hat, deutlich im Griff. Im Rennen ergibt sich ein ähnliches Bild.

Liam Lawson
WM: 15. Platz (20 Punkte)
Note im MSM-Ranking: 3,62 (17. Platz)
Doch, Achtung! Die meisten Duelle, die Lawson für sich entscheiden konnte, stammen erst aus der Zeit ab dem Österreich Grand Prix. Denn in Spielberg bekam Lawson eine neue Vorderradaufhängung, mit der er einen Durchbruch erzielte. Seitdem ist das Duell zwischen beiden Piloten deutlich ausgeglichener.

In den ersten gemeinsamen Rennen hingegen, sah Lawson kaum Land gegen seinen Teamkollegen. Eine Rolle soll dort auch die psychische Verfassung Lawsons nach dem Red-Bull-Rauswurf gespielt haben. Doch je mehr Zeit vergeht, desto konkurrenzfähiger wirkt Lawson wieder.

Fazit und Ausblick für die Racing Bulls
Die Racing Bulls sind der Allrounder im Mittelfeld, der schon während der gesamten Saison konkurrenzfähig scheint, allerdings ohne größere Ausreißer oder Performance-Schwankungen durch Entwicklung oder fehlende Entwicklung wie Williams oder Sauber. Bleiben die Racing Bulls auf einem hohen Niveau konstant, ist theoretisch bis Position fünf in der Konstrukteurs-WM alles drin. Sollte die Kurve allerdings abflachen, ist sogar noch die rote Laterne möglich.