Nach Australien schafft Audi im Qualifying der Formel 1 in Japan zum zweiten Mal einen Top-10-Startplatz. Erneut ist es Gabriel Bortoleto - obwohl der Brasilianer am Vortag noch den jüngsten Technik-Gebrechen zum Opfer gefallen war. Bortoleto bricht danach eine Lanze für das Team. Auch Nico Hülkenberg hätte wohl Pace für die Top-10 gehabt, doch hier scheitert der Fahrer.

Davor hatte der Audi eigentlich das ganze Wochenende lang wie ein klares Q3-Auto ausgesehen. Hülkenberg hatte in FP2 und FP3 auch jeweils auf dem siebten Platz das Mittelfeld angeführt, während Bortoleto nach einem Getriebewechsel in den Trainings insgesamt elf Runden weniger hatte. Primär gingen die im wichtigen zweiten Training verloren, wo Bortoleto keine Rennvorbereitung hatte fahren können.

Wieder nichts für Nico Hülkenberg: Darum kein Q3 in Japan

Doch als es im Qualifying ans Eingemachte ging, scheiterte Hülkenberg, der 2026 noch keinen Top-10-Startplatz erreichte. Dabei bleibt es auch in Japan, nach einer schwierigen letzten Runde. Schon durch die erste Kurve stand der Audi quer, dann verbremste sich Hülkenberg auch noch in der letzten Schikane: "Wäre eng gewesen, ich weiß nicht. Nervt mich mehr, dass es nicht sauber war."

Dadurch blieb Hülkenberg auf Startplatz 13 hängen, das schlechteste Ergebnis seines Wochenendes. Bortoleto war fast vier Zehntel schneller und stieg im engen Mittelfeld in Q3 auf, wo er jedoch nicht mehr in Gang kam: "In Q3 hat es nicht recht Klick gemacht. In Q2 fühlte ich mich toll mit dem Auto, mit der Balance, beim Fahren."

Bortoletos beste Q3-Runde war daher am Ende drei Zehntel langsamer als das, was er noch in Q2 geschafft hatte, und bedeutete einen achten Startplatz, eine halbe Sekunde hinter dem besten Mittelfeld-Piloten Pierre Gasly im Alpine. Dass es aber nach den Freitags-Problemen wieder so gut lief, ist für Bortoleto einmal Anlass für ein ordentliches Lob an die Audi-Truppe.

Gabriel Bortoleto lobt Audi: Jeder sagt das!

Hinter der guten Stimmung bei Audi steckt für Bortoleto schließlich viel mehr als nur eine Reihe an soliden Ergebnissen. Schließlich gibt es Probleme zuhauf, die immer wieder auftreten, aber Bortoleto beeindruckt die Herangehensweise: "Ich bin zuversichtlich, weil ich sehe, wie stark sich das Team weiterentwickelt. Es ist einfach unglaublich, wie Audi es schafft, Probleme so schnell zu lösen."

"Das sage ich nicht, weil es mein Team ist und ich stolz bin, tatsächlich sind alle von unserem Team beeindruckt", unterstreicht Bortoleto. "So höre ich das auf jeden Fall von außen, und intern kann ich es sehen. Manchmal sieht es vielleicht chaotisch aus, wenn jeder zum Lösen des Problems heraneilt, aber wenn wir das Auto auf die Strecke schicken, sind die meisten Dinge da, die ich haben will."

Ein wichtiger Schritt hierbei wäre nun, wenn das Team erstmals auch beide Autos über eine Grand-Prix-Distanz bringt. Oder überhaupt in die Startaufstellung - sowohl in Australien als auch in China konnte nur ein Audi das Rennen überhaupt aufnehmen. Über die Gründe hüllt sich das Team in Schweigen.

Hülkenberg sieht in Japan allerdings Grund zum Optimismus: "Natürlich arbeiten wir dran, analysieren es, ändern Dinge, das ist alles laufend in Arbeit. Es gibt keinen Grund, davon auszugehen, dass es hier wieder passieren wird. Wir fahren einfach, bis etwas passiert." Mit P8 und P13 wären beide Autos in Punkte-Reichweite, wenn sie halten.

Aston Martin kann das nicht sagen. Beim Honda-Heimrennen fahren Fernando Alonso und Lance Stroll gnadenlos hinterher - alles aber Teil des Plans? So lautet Alonsos etwas kurioses Qualifying-Fazits: