Isack Hadjar war beim Formel-1-Qualifying in Japan am Samstag der einzige Red Bull im Q3. Dem Franzosen gelang ein historischer Erfolg gegen Teamkollege Max Verstappen, doch von Bedeutung war diese Statistik für ihn nicht im Geringsten. Die Freude über seine Runde wurde vom Frust über das Auto in den Schatten gestellt. Der Red Bull der Generation 2026 ist nicht nur für den Teamleader ein Ärgernis.
"Wir haben einfach keinen Anpressdruck. Es geht in die eine Richtung und dann ganz schnell in die andere. Im FP3 war die Balance das genaue Gegenteil, dann gehen wir ins Qualifying und es schwingt um. Und dann kannst du verdammt nochmal crashen! Du weißt nicht, was dich erwartet. Du musst jedes Mal auf der Hut sein, das ist nicht schön", erklärt Isack Hadjar, der damit in dieselbe Kerbe wie Max Verstappen schlägt. Der viermalige Weltmeister gab sich nach dem Qualifying desillusioniert.
Red Bull verliert im Highspeed auf Mercedes
Der Niederländer wurde am Samstag von Hadjar erstmals seit 2024 beim Qualifying für den Grand Prix im teaminternen Duell besiegt. Damals gelang es Sergio Perez in Baku. Freuen konnte sich der Franzose darüber nur bedingt. "Es war sehr schwer zu fahren. Ich habe wirklich mein Bestes gegeben. Nicht alles war perfekt aber die Runde war auf einem hohen Niveau. Ich habe nur meinen letzten Versuch versaut. Wir hatten zwei Reifensätze für das Q3 aufgehoben und nur einen davon verwertet", sagt er nach Platz acht im Qualifying.
Auf Pierre Gasly im Alpine vor ihm fehlten drei Zehntelsekunden. Auf die Pole Position von Kimi Antonelli ganze 1,2 Sekunden. Bereits in den Esses ab Kurve drei verlieren beide Red Bull gegenüber dem Mercedes. Noch eklatanter wird es in den Vollgas-Abschnitten im Mittelsektor sowie letzten Sektor. Zwischen der Haarnadel und Kurve 13 (Spoon Curve) ist der Zeitverlust mit bis zu vier Zehnteln für Verstappen enorm. Dort holt Hadjar deutlich gegenüber dem Teamkollegen auf.
Red Bulls Formel-1-Auto macht 2026 keinen Sinn
"Das Auto mit dem letztjährigen zu vergleichen ist ziemlich weit hergeholt", so Hadjar, der sich nach seinem Aufstieg von Racing Bulls zu Red Bull deutlich mehr erhofft hatte. Im Gegensatz zu seinen zahlreichen Vorgängern wie zum Beispiel Sergio Perez oder Yuki Tsunoda hat er keine Probleme, mit Max Verstappen mitzuhalten. Doch was der Red Bull RB22 ihm bietet, hat er so nicht erwartet: "Das letztjährige Auto war schwierig zu fahren, aber schnell. Jetzt ist es schwierig zu fahren und langsam."
Mehr als P7 wäre laut Hadjar auf Biegen und Brechen nicht drin gewesen. Sämtliche Ansätze, das Auto vorhersehbarer zu machen, ließen bisher keine klare Richtung erkennen. "Im Moment nicht. Was wir dieses Wochenende sehen, ergibt keinen Sinn", so Hadjar. "Du musst in jeder Runde und jeder Session raten, was es macht."
Allein vom dritten Training zum Qualifying war das Auto für ihn nicht wiederzuerkennen, obwohl keine Ändeurngen vorgenommen wurden: "Auf meiner ersten Runde dachte ich, dass ich sofort crashen werde. Ich bin überall gerutscht, dabei habe ich kaum am Lenkrad gedreht", klagt der 21-Jährige. "Am Ende ist es mehr meine eigene Zufriedenheit, zu wissen, dass ich alles getan habe."


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