Max Verstappen kassierte im Formel-1-Qualifying in Japan die zweite teaminterne Niederlage in der Saison 2026. In Australien war die Technik dafür verantwortlich, dass er Red-Bull-Teamkollege Isack Hadjar nichts entgegensetzen konnte. In Suzuka wurde der viermalige Weltmeister hingegen erstmals seit vier Jahren sportlich bezwungen. Doch nach dem Q2-Aus ist von Frust oder Empörung bei ihm nichts zu sehen. Er hat angesichts der unbefriedigenden Situation mental ausgecheckt.
"Ich meine, ich bin nicht einmal mehr frustriert, wisst ihr? Ich bin über den Punkt schon hinweg", so der Niederländer nach Platz elf im Qualifying für das dritte Rennen im Formel-1-Kalender 2026. Im Q2 hatte Isack Hadjar als Neunter sein Ticket für das Finale der Top-10 gelöst. Max Verstappen fehlten anderthalb Zehntelsekunden auf den Franzosen. Erstmals seit Sergio Perez 2024 in Baku wurde er in einem Qualifying von einem Stallgefährten aus eigener Kraft besiegt. Im Vorjahr war dies Yuki Tsunoda nur im Sprint-Qualifying in Katar gelungen.
Der Red Bull RB22 erwies sich für Verstappen am dritten Rennwochenende mehr denn je als Buch mit sieben Siegeln. "Wir haben Probleme, die ich hier nicht im Detail erklären kann, von denen wir aber wissen, dass sie vorhanden sind - manchmal ein bisschen, manchmal schlimmer. Im Qualifying war das wieder an einem Punkt, an dem es unfahrbar war", erklärt der Red-Bull-Teamleader gegenüber Sky Sports F1 kryptisch.
Wiederholung des epischen Red-Bull-Turnaround von 2025 ausgeschlossen
"Das Auto rotiert in der Kurvenmitte nie, aber gleichzeitig übersteuert es dieses Wochenende beim Einlenken extrem stark", sagt er weiter. "Es ist wirklich schwierig und unberechenbar. Wir dachten, wir hätten das Problem im FP3 ein wenig behoben - ich meine, das Auto hatte zwar immer noch viel Untersteuern, aber jetzt im Qualifying war es für mich wieder unfahrbar. [...] Außerdem fahre ich dieses Wochenende mit einem anderen Aerodynamikpaket, aber es scheint, als würde das nicht funktionieren. Das ist also auch nicht besonders gut.".
Im Vorjahr stand er mit dem Red Bull in der ersten Saisonhälfte auf verlorenem Posten, doch dem Team und ihm gelang der Turnaround. Nach der Sommerpause holte er einen Rückstand von 104 Punkten auf und musste sich Lando Norris in der Weltmeisterschaft am Ende nur um zwei Punkte geschlagen geben. Dieses Jahr besteht darauf keine Aussicht: "Es gibt ein paar Bereiche an dem Auto, die nicht wie gewünscht funktionieren und das schränkt uns auch bei Setup-Änderungen ein, wie wir sie früher gemacht haben. Es reagiert im Grunde gar nicht."
Max Verstappen kündigt persönliche Veränderungen an
Dieser Umstand und sein Frust über das 2026er Reglement nehmen ihm derzeit jede Illusion. "Ich weiß nicht, was ich daraus noch machen soll. Es gibt dafür wahrscheinlich nicht einmal ein Wort. Ich rege mich nicht mehr darüber auf, ich bin auch nicht enttäuscht oder frustriert über all das, was hier abläuft", lässt der 28-Jährige tief blicken. "Wie ich über den ganzen Rest [F1-Autos 2026] denke, wisst ihr längst. Das alles brauche ich hier nicht wieder erwähnen. Ich werde einige Dinge für mich persönlich herausfinden müssen."
Dass die Formel 1 in ihrer gegenwärtigen Form auf absehbare Zeit unveränderbar ist, hat er mit Blick auf seine Zukunftsplanung längst akzeptiert. "Es hängt schon davon ab, was sie für nächstes Jahr entscheiden. Dieses Jahr versuchen sie ihr Bestes, aber es ist auch eine politische Sache, was ich natürlich verstehe. Ich bin deshalb nicht verbittert oder so. Es geht auch nicht um die Position, in der ich mich befinde", stellt er klar.
Die fehlende Konkurrenzfähigkeit des Red Bull hat für ihn keinen Einfluss auf seine Motivation: "Ich arbeite auf jeden Fall gerne mit allen zusammen. Natürlich gibt jeder sein Bestes. Aber im Moment kommt einfach zu viel zusammen, was für mich nicht so schön ist. Aber das hat nichts mit den Leuten im Team zu tun, denn ich weiß, dass sie sehr hart arbeiten und alles geben, um mir im Grunde die besten Chancen zu ermöglichen."


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