Ferrari plant beim Belgien-GP die Attacke nach vorn. Der Zweitplatzierte der Konstrukteurswertung reiste mit überarbeiteter Hinterradaufhängung zum Formel-1-Rennen nach Spa-Francorchamps. Doch die ersten Resultate mit der verbesserten Hinterachse lassen nicht den Schluss zu, dass die Scuderia der Messlatte McLaren nähergekommen ist. Charles Leclerc startet im Sprint von Position vier, Lewis Hamilton sogar nur von P18.

Als Vierter fehlten dem Monegassen 0,768 Sekunden und damit mehr als eine Viertelsekunde auf die Bestzeit von Oscar Piastri. "Die Lücke ist riesig. McLaren scheint auf dieser Strecke noch schneller zu sein als sonst. Mehr als Platz vier war heute nicht drin", zeigte sich Leclerc angesichts des großen Rückstands überrascht. In SQ2 fehlten Leclerc nur drei Zehntel auf die schnellste Zeit von Lando Norris - allerdings wurde die eigentliche Bestmarke von Piastri wegen eines Track-Limit-Verstoßes gestrichen.

Auch im Training war für Charles Leclerc kein Herankommen an die Performance von WM-Leader Piastri. Als Fünfter lag er knapp eine Sekunde hinter dem McLaren-Piloten zurück. Zur Verteidigung des Ferrari-Piloten lässt sich sagen: Der Circuit de Spa-Francorchamps ist mit 7,004 Kilometern die längste Rennstrecke im Kalender, entsprechend groß fallen die Zeitabstände aus.

Charles Leclerc mit besserem Gefühl im überarbeiteten Ferrari

Charles Leclerc beim Großen Preis von Großbritannien 2025
Charles Leclerc spricht von besserem Fahrgefühl dank der neuen Hinterachse, Foto: IMAGO / DeFodi Images

Trotz des Rückstands konnte Leclerc aus dem Freitag auch positive Erkenntnisse ziehen: "Das Auto hat sich auf der Strecke gut angefühlt, was bedeutet, dass wir einen guten Schritt nach vorn gemacht haben." Von der neuen Hinterradaufhängung erhoffte sich Ferrari eine stabilere aerodynamische Plattform. Nach dem Sprint-Qualifying ist Leclerc überzeugt: "Was wir mit den Upgrades gesucht haben, haben wir gefunden."

Nach dem beinahe desaströsen Großbritannien-GP für Ferrari scheint zumindest mit der zweiten Startreihe im Belgien-Sprint wieder das gewohnte Kräfteverhältnisse zu herrschen. Mit über einer Dreiviertelsekunde Rückstand ist Leclerc jedoch fast genauso weit zurück wie beim achten Platz in Kanada. Entsprechend blickt er mit gemischten Gefühlen auf den ersten Tag in Spa zurück. "Auf der einen Seite bin ich glücklich, dass sich das Auto besser anfühlt. Auf der anderen Seite sind wir mehr als sieben Zehntel weg, obwohl sich das Auto tatsächlich gut anfühlt."

Im ersten Sektor verlor er nur eine halbe Zehntelsekunde auf die Piastri-Bestzeit. Im zweiten Sektor, wo hohe Kurvengeschwindigkeiten gefragt sind, ließ er über 0,5 Sekunden liegen. Auch im vom Topspeed bestimmten dritten Sektor verlor Leclerc gut zwei Zehntelsekunden auf Piastri. "Ich denke nicht, dass wir etwas Bestimmtes falsch machen. Wir brauchen einfach mehr Grip, den wir momentan nicht haben", schlussfolgerte der Ferrari-Pilot

Wetter in Spa-Francorchamps kann Belgien-Sprint durcheinanderwürfeln

Fahrerparade mit Charles Leclerc (Ferrari)
Auch in Spa-Francorchamps muss Charles Leclerc mit Regen rechnen, Foto: IMAGO / NurPhoto

In dem einzigen Freien Training erhielten die Formel-1-Teams nur wenig Aufschluss darüber, wie stark die Rennpace tatsächlich ist. Für Ferrari, die in dieser Saison stärker im Qualifying auf eine schnelle Runde zu kämpfen hatten, wäre in Spa ein Sprint-Podest im Bereich des Möglichen. Allerdings könnte das belgische Wetter an diesem Wochenende eine größere Rolle spielen.

Sowohl für Samstag als auch für Sonntag ist Regen vorhergesagt. Weniger erfreuliche Nachrichten, denn dem SF-25 kommen nasse Verhältnisse überhaupt nicht entgegen, wie bei Leclerc zuletzt in Silverstone zu beobachten war. Lewis Hamilton sprach bei seinem Heimrennen vom schwierigsten Auto, das er je um den Silverstone Circuit bewegt hatte.

Das Sprint-Format hielt für Leclerc in dieser Saison noch keine größeren Erfolge bereit. In China war er Fünfter. Und die Sprint-Ausgabe von Miami sollte er sich nicht in Erinnerung rufen, wenn die Prognose Regen eintritt. Im zweiten Sprint der Saison setzte er seinen Ferrari in der Sichtungsrunde in die Mauer.

Thema des Belgien-Wochenendes sind erneut die Wechselgerüchte um Max Verstappen und Mercedes. In Spa verriet der Red-Bull-Pilot zum einen, nicht bei der Entlassung von Christian Horner involviert gewesen zu sein. Und was bedeutet das Horner-Aus für Verstappens Zukunft? Alle Neuigkeiten hier im Video:

Verstappen enthüllt: Spielte keine Rolle bei Horner-Aus! (09:11 Min.)