Über Funk ließ Charles Leclerc seinem Frust freien Lauf. Er wusste in diesem Moment, dass seine Chance auf die Pole Position weg war. Was war passiert? Nach Bestzeit in Sektor 1 lief der Ferrari-Pilot auf Isack Hadjar auf und verlor hinter dem Racing-Bulls-Piloten plötzlich Downforce. Leclerc musste stark gegenlenken, um einen Abflug zu verhindern. Über Funk machte er die 'Dirty Air' von Hadjar für seine verpatzte Runde in Q3 verantwortlich.

Nach dem

war die Enttäuschung bei Leclerc riesig. "Ich bin einfach sehr, sehr enttäuscht über Q3. Ich denke, der Beginn der Runde war gut genug, um um die Pole Position zu kämpfen. Stattdessen starten wir von Platz acht", erklärte Leclerc. Sein Ärger gegenüber Hadjar war allerdings verflogen. "Natürlich kochen die Emotionen, wenn man im Auto sitzt, hoch", verteidigte der 27-Jährige seinen kleinen Funk-Ausraster.

Charles Leclerc: Trotz Unfall gutes Gefühl im Auto

Außerhalb des Cockpits und mit ein wenig Abstand sprach er den Rookie von jeder Schuld frei. "Er hat nichts falsch gemacht. Wir alle wissen, wie sehr die Dirty Air die Fahrer beeinträchtigt. Je nachdem, wo man auf ein Auto auf der Strecke trifft, kann es einen großen Einfluss auf die Rundenzeit haben. Heute habe ich definitiv den Preis bezahlt", betonte der Ferrari-Pilot. Leclerc erlebt bisher in Kanada eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Nach einem dummen Fehler im FP1, durch den er seinen SF-25 so stark beschädigte, dass er am FP2 nicht teilnehmen konnte, war Leclerc nach FP3 wieder positiv gestimmt. "Der Unfall von gestern hat absolut nichts mit dem heutigen Ergebnis zu tun. Ich habe mich gut gefühlt im Auto. Das war von den ersten Runden in FP1 der Fall, im Grunde haben wir seitdem nichts am Auto verändert", so Leclerc.

Sowohl Leclerc als auch Hamilton haben in Kanada einen neuen Motor im Heck. Eine Strafversetzung gibt es für die Ferrari-Piloten nicht, da sie ihr Kontingent noch nicht ausgeschöpft haben.

Tatsächlich fuhr er bis zum Unfallzeitpunkt Topzeiten und lag selbst am Ende von FP1 noch auf Platz 10. Die Longrun-Pace beeindruckte weniger, zumindest schien die griparme Strecke auf der Hinterachse des SF-25 von Lewis Hamilton starkes Graining auszulösen. Auf die Frage, ob von Startposition acht noch das Podium möglich sei, antwortete Leclerc: "Das kommt darauf an, wie schnell wir an den anderen vorbeikommen."

Lewis Hamilton fordert Ferrari-Updates

Ferrari-Teamkollege Lewis Hamilton hofft im Rennen auf einen besonderen Trumpf – er hat einen Satz frischer Medium-Reifen mehr als die meisten Gegner vor ihm. Nur Oscar Piastri hat ebenfalls einen frischen Medium aufgespart. "Hoffentlich können wir damit etwas erreichen. Ich bin immer noch optimistisch, dass wir im Renntrimm gut sein könnten, wenn wir die Balance des Frontflügels richtig hinbekommen", meinte der Brite. Einen Podestplatz hält er nicht für unmöglich, aber für extrem schwierig.

"Es wird nicht einfach, denn wir kämpfen gegen Autos, die Upgrades haben", so der 40-Jährige. Allerdings klang er schon nach dem Trainingsfreitag wenig optimistisch und sah den Einzug ins Q3 als schwierig an. 24 Stunden später holte er Startposition fünf, wenn auch seine Zeit sechs Zehntel langsamer war als die von Polesetter George Russell. "Ich hoffe wirklich, dass ich an der Spitze dranbleiben kann. Ich werde alles geben, aber letztendlich brauchen wir Upgrades, um mit den Jungs an der Spitze mithalten zu können", stellte Hamilton klar.

Vor Kanada-GP: Übersicht der vorhandenen Reifensätze der Teams

TeamHardMedium
McLaren21
Haas21
Racing Bulls21
Ferrari21
Sauber12
Mercedes22
Aston Martin22
Aston Martin22
Aston Martin22
Alpine22

Red Bull Racing: Yuki Tsunoda hat 2x Hard, 1x Medium, Verstappen hat 2x Hard, 2x Medium übrig

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