George Russell schafft es noch einmal. Beim Formel-1-Qualifying holt er sich die zweite Pole Position des Wochenendes und seine dritte Kanada-Pole in Folge. Kimi Antonelli muss sich hinter ihm anstellen. Nach einem heftigen Zweikampf im Sprint, den Russell gewann und bei dem Antonelli WM-Punkte einbüßen musste, kommt der nächste Triumph über seinen jungen Teamkollegen genau richtig für den Mercedes-Fahrer.

Nur 0,068 Sekunden liegen zwischen den Silberpfeilen. Das ist genau der gleiche Abstand, den Russell schon im Sprint-Qualifying am Freitag auf Antonelli herausfuhr. Tatsächlich ähnelt die Startaufstellung für den Grand Prix der des Kurzrennens in mehreren Aspekten. Die Top-5 sind ident.

In der zweiten Startreihe nehmen die beiden McLarens von Lando Norris und Oscar Piastri Platz. Die Papaya-Truppe hat sich näher an Mercedes herangerobbt, nur zwei Zehntel fehlten Piastri auf P4 zur Bestzeit. Lewis Hamilton ist in Kanada weiters in Top-Form und qualifiziert sich mit Platz fünf erneut vor Charles Leclerc. Der beschwerte sich im Q2 am Funk, dass er weit weg von der Pace wäre und entweder in der Wand oder auf P8 landen würde. Er sollte über eine berufliche Veränderung zum Wahrsager nachdenken, denn er wurde tatsächlich Achter.

Zwischen den Ferraris reihen sich Max Verstappen und Isack Hadjar ein. Im Q2 sah es kurz nach einer Sensation aus, als Hadjar die Bestzeit fuhr, Verstappen nur auf P7. Doch im finalen Segment war das gewohnte Kräfteverhältnis wiederhergestellt. Für den vierfachen Weltmeister ist P6 die schlechteste Startposition in Montreal seit 2019. Verstappen beschwerte sich aber massiv über den RB22. Also hieß es auch hier: back to business as ususal.

Besonders frustrierend war das Qualifying erneut für Nico Hülkenberg. Er kam zum sechsten Mal in diesem Jahr auf Rang elf. "Mann, scheiß auf diesen P11, ich habe genug davon", jammerte er nach dem Q2. Er verpasste die Top-10 um 0,029 Sekunden. Racing-Bulls-Rookie Arvid Lindblad darf sich über einen weiteren 9. Startplatz freuen, im Sprint fuhr er von der gleichen Position weg und holte sogar Punkte. Franco Colapinto vervollständigt mit seinem zweitbesten Qualifying-Resultat für Alpine die Top-10.

Formel 1 in Montreal: Die Startaufstellung für den Grand Prix

PositionNameTeam
1George RussellMercedes
2Kimi AntonelliMercedes
3Lando NorrisMcLaren
4Oscar PiastriMcLaren
5Lewis HamiltonFerrari
6Max VerstappenRed Bull
7Isack HadjarRed Bull
8Charles LeclercFerrari
9Arvid LindbladRacing Bulls
10Franco ColapintoAlpine
11Nico HülkenbergAudi
12Liam LawsonRacing Bulls
13Gabriel BortoletoAudi
14Pierre GaslyAlpine
15Carlos SainzWilliams
16Oliver BearmanHaas
17Esteban OconHaas
18Alex AlbonWilliams
19Fernando AlonsoAston Martin
20Sergio PerezCadillac
21Lance StrollAston Martin
22Valtteri BottasCadillac

Kanada GP: Befreit sich Russell von seinem Fluch?

Mit seiner dritten Pole Position in Folge in Kanada – er hat nun insgesamt neun – stehen die Karten gut, dass George Russell sich von einem kleinen, persönlichen Fluch befreit. Er hat noch nie auf einer Strecke zweimal gewonnen. Der Vorjahres-Sieger ist aber jetzt in der besten Position, seinem 2025-Sieg einen weiteren folgen zu lassen.

Zumindest die Statistik spricht dafür: von 44 Großen Preisen von Kanada auf dem Circuit Gilles Villeneuve wurden 22 vom ersten Startplatz aus gewonnen. Nur der Wetterbericht könnte ihm einen Strich durch die Rechnung machen. Für den Sonntag ist Regen angesagt und das gesamte F1-Feld fürchtet sich schon vor dem Chaos des allerersten nassen Rennens des neuen Reglements. Die letzten zehn Kanada-Sieger seht ihr hier:

  • 2025: George Russell (Mercedes)
  • 2024: Max Verstappen (Red Bull Racing)
  • 2023: Max Verstappen (Red Bull Racing)
  • 2022: Max Verstappen (Red Bull Racing)
  • 2019: Lewis Hamilton (Mercedes)
  • 2018: Sebastian Vettel (Ferrari)
  • 2017: Lewis Hamilton (Mercedes)
  • 2016: Lewis Hamilton (Mercedes)
  • 2015: Lewis Hamilton (Mercedes)
  • 2014: Daniel Ricciardo (Red Bull Racing)