George Russell ist der Mann des Samstags bei der Formel 1 in Kanada. Auf seinen Sprint-Sieg lässt er am Nachmittag auch noch die Pole für das Rennen folgen, und zum dritten Mal an einem Wochenende zieht er Mercedes-Teamkollege KKimi Antonelli genau dann ab, als es drauf ankommt. Das versetzt ihn am Samstagabend in Hochstimmung.

Im Qualifying hatte Russell das Kunststück geschafft, zum zweiten Mal in 24 Stunden Antonelli um genau 68 Tausendstel auf den zweiten Platz zu verweisen. Dazwischen lag das streitbare Duell der beiden im Sprint, bei dem Russell sich den Sieg sicherte, indem er Antonelli außen in der ersten Kurve die Auslaufzone zeigte. Mehr dazu gibt es hier:

Antonelli brauchte am Samstag ein paar Stunden, um das zu verdauen, nur um dann im Qualifying erneut und etwas überraschend von Russell am Schluss abgezockt zu werden. "Ich hatte es nie ganz beisammen bis zur letzten Runde in Q3", so Russell. Eine gewagte alternative Drei-Runden-Taktik in Q3 verhalf ihm schließlich zum Erfolg. Eine Runde auf dem ersten Reifensatz, aber zwei auf dem zweiten, mit einer Cooldown-Runde getrennt.

George Russell feiert sich für Pole-Runde in Kanada

Dieser letzte Anlauf brachte Russell um 68 Tausendstel vor Antonelli: "Das ist ein ganz besonderes Gefühl dann. Manchmal erwartest du eine Pole und jede deiner Runden ist die schnellste, aber die Tage, wo du kämpfst und nie vorn dabei bist, und dann passt auf der letzten Runde alles zusammen, und das ist das beste Gefühl der Welt."

"Fühlte sich nicht an, als sei die Pole heute drin gewesen, und es spielt jetzt auch keine Rolle für eine Meisterschaft oder so, aber es ist einfach so ein gutes Gefühl, weil ich eine richtig gute Runde gefahren bin", unterstreicht Russell. "Auf meiner Vorbereitungsrunde sah ich Kimi auf den Bildschirmen Sektorbestzeiten fahren und dachte nur: 'Gut, jetzt muss ich was Großes schaffen.'"

"Alles hat gepasst, ich komme über die Linie, sehe wie mein Name an die Spitze der Zeitentabelle springt, und ich wusste, das war die Pole. Das Adrenalin in den 10 Sekunden, dafür leben wir", beschreibt Russell die darauffolgende letzten entscheidende Runde.

Mercedes setzt auf Kälte und Regen: Deswegen langsamer im Qualifying?

Ultimativ taten sich aber beide Mercedes im Qualifying schwer. Eine Reifenfrage, meint Antonelli: "Richtig schwer, sie ins richtige Arbeitsfenster zu bekommen. Das war denke ich das Hauptproblem für uns. Ich hatte dann noch einen kleinen Verschalter auf der letzten Runde rein in Kurve 6, das hat mich etwas rausgerissen, aber der Rest war ganz okay."

Was Mercedes zusätzlich unter Druck der Konkurrenz kommen ließ - McLaren lag nur eineinhalb Zehntel mehr zurück - war ein offenbar umfangreicher Umbau des Autos in Richtung Regen. Der soll am Sonntag kommen, und obwohl es 2026 neue Parc-Ferme-Ausnahmen bei schlechten Wetterprognosen gibt, darf man nach dem Qualifying nicht komplett das Auto umbauen.

Mercedes versuchte sich vor allem auf die sehr kühlen erwarteten Temperaturen für den Sonntag da vorzubereiten. "Das hat uns für heute vielleicht etwas gekostet", schätzt Russell. "Hat denke ich das Auto minimal für uns beide aus dem Rhythmus rausgenommen. Kimi war in dieser Session wettbewerbsfähiger, aber wir beide waren nicht mehr so klar vor allen anderen wie noch gestern."

"Wir sollten gut vorbereitet sein", meint Teamchef Toto Wolff dafür auf ServusTV. Die komplette Startaufstellung für das Rennen in Kanada gibt es hier: