Für Mercedes gibt es am Freitag bei der Formel 1 in Spa nichts zu feiern. Für die Vorjahres-Sieger gilt es für den Sprint Schadensbegrenzung zu betreiben und überhaupt irgendwie Punkte zu sammeln. Gemessen an der Ausgangssituation von George Russell und Kimi Antonelli kein Selbstläufer, denn das Qualifying für das morgige Kurzrennen ging ordentlich in die Hosen.

Dabei sah es im Training noch relativ zufriedenstellend aus. Russell reihte sich auf P4 ein, nur knapp beispielsweise hinter Lando Norris. Beide Fahrer lieferten positives Feedback an das Team. Doch im Sprint-Qualifying beraubte eine Aktion im ersten Umlauf gleich beide Silberpfeile einer guten Startposition. Denn Andrea Kimi Antonelli drehte sich auf seiner ersten schnellen Runde in Stavelot raus und schleuderte viel Kies auf die Strecke.

Antonelli drehte beschädigt beide Mercedes: George Russell frustriert

Sein Teamkollege nahm dieses stark mit und fuhr sich dabei einen Schaden am Unterboden ein. Russell ist davon überzeugt, dass dieser sein weiteres Qualifying ruinierte. "Die Pace hat sich im Training gut angefühlt und die Pace hat sich in Q1 gut angefühlt. Aber nachdem ich durch das Kies gefahren bin, war das Gefühl im Auto nicht mehr dasselbe", erklärte er.

"Wir haben einen Schaden am Auto entdeckt. Ich bin mir sicher, dass das ein Faktor war", so Russell weiter. Der Aufstieg in das zweite Qualifying-Segment war noch kein Problem, doch dort scheiterte Russell anschließend um zwei Zehntel Rückstand an den Top-10. "Die Runde nachher hat sich schlimm angefühlt und meine Runde in Q2 hat sich schlimm angefühlt", unterstrich der Mercedes-Fahrer seine Probleme mit dem Schaden.

Kimi Antonelli rätselt nach Dreher: Das war sehr komisch

Doch wie war es überhaupt zu dem Dreher von Kimi Antonelli gekommen? Das kann sich der Italiener selbst nicht erklären. "Ich weiß es nicht. Es war eine anständige Runde. Es war sehr komisch, denn am Ausgang verlor ich das Auto komplett", rätselte Antonelli. Wind ist die erste Erklärung, die ihm einfällt. "Wir müssen das überprüfen. Vielleicht war es eine Böe", sprach er.

Für Antonelli war die Zeitenjagd nach seinem Dreher ein aussichtsloses Unterfangen. Nicht nur blieb er auf dem beschädigten Reifensatz, vor allem hatte bei seinem Ritt durch das Kiesbett ebenfalls das Auto Schaden genommen, wie Mercedes-Ingenieur Andrew Shovlin verriet: "Leider beschädigte sich Kimi auf seiner ersten Qualifying-Runde durch einen Dreher den Unterboden und den Diffusor."

Dementsprechend schwer fahrbar war auch sein Mercedes W16 im zweiten Versuch. Auf seiner zweiten Runde lag der Formel-1-Rookie schon im zweiten Sektor aussichtslos zurück. "Der Schaden war so groß, dass er keine konkurrenzfähige Zeit fahren konnte", so Shovlin. Für den Sprint kann sich Antonelli damit wohl unter normalen Umständen keine Formel-1-Punkte mehr ausrechnen.

Denn obwohl Spa als eher überholfreundlich gilt, ist eine Aufholjagd von P20 bis auf die achte Position in dem nur 15 Runden dauernden Kurzrennen ohne Schützenhilfe durch das Wetter oder die Konkurrenz kaum vorstellbar. Bei Russell könnte es schon eher klappen, wobei auch er den Sprint schon abgehakt zu haben scheint. "Es ist nicht ideal, aber es ist nur das Sprint-Rennen", tröstete er sich.

Shovlin hofft darauf, dass es immerhin noch bis in die Top-8 nach vorne geht, aber auch er weiß natürlich, dass der Fokus nun auf das Qualifying und das Rennen wandern muss. "Es wird schwierig werden, morgen im Sprint eine bedeutende Punkteausbeute zu erzielen. Daher konzentrieren wir uns darauf, das Auto für das Qualifying und den Grand Prix am Sonntag in eine gute Position zu bringen", gab Shovlin die weitere Marschroute für das Belgien-Wochenende aus.