Die Formel-1-Piloten sind jedes Jahr rund um den Globus unterwegs. Mittlerweile ist der Rennkalender auf 24 Rennen pro Jahr angewachsen. Da kommen drei-Wöchige Pausen wie die zwischen dem vergangenen Großbritannien Grand Prix und dem nun anstehenden Belgien-GP den meisten Piloten gelegen. Oliver Bearman gönnte sich eine Auszeit in Schweden. Doch eine Auszeit von der Formel 1 ist nicht gleichzusetzen mit einer Auszeit vom Motorsport. Denn Bearman suchte sich in der Nähe prompt eine Kart-Strecke, und knackte den Rundenrekord.
Oliver Bearman knackt Rekord am letzten Tag: Nur halbe Zehntel Vorsprung
Ursprünglich war Bearmans Idee Urlaub bei der Familie seiner Freundin in Schweden zu machen. Doch dann folgte die große Entdeckung: "Es war mehr ein Zufall. Sie sagten mir, sie hätten eine Rennstrecke in der Nähe, also habe ich mich natürlich darauf gefreut. Und die Familie meiner Freundin meinte: Du musst den Rundenrekord brechen", so Bearman.
Für den Formel-1-Piloten war damit die Messlatte gesetzt. Einfach war das jedoch selbst für jemanden mit jahrelanger Motorsport-Erfahrung nicht. "Es war eine kurze Runde, nur 29 Sekunden. Denn wie gesagt, es war hart. Man muss die perfekte Runde hinbekommen", so Bearman.
Erst am letzten Tag konnte Bearman den Rundenrekord schlagen. „Am Ende habe ich es geschafft, die Zeit um etwa eine halbe Zehntel zu schlagen. Aber ich habe es 15 Runden lang um 0,03 oder 0,04 Sekunden verpasst, und wenn man so nah dran ist, darf man nicht aufgeben“, erklärt Bearman.
Bearman muss Kart in Schweden mit Laubbläser kühlen
Problematisch waren für Bearman die schwedischen Temperaturen. Rund um die 30 Grad sind es im Hochsommer in Schweden. Für die Temperatur eines Kart-Motors ist das alles andere als optimal.
"Ich habe den Motor zwischen den Läufen mit einem Laubbläser gekühlt. Das war echt knifflig. Wir mussten dazu noch Teile der Karosserie demontieren, um den Motor kühl zu halten, denn wenn der Motor heiß wird, lässt die Leistung echt nach. Das war also eine echte Hightech-Aktion", berichtet Bearman.
Bis zum letzten Versuch veränderte Team Bearman auch noch einiges am Kart. Wie in der Formel 1 ging es auch auf der Mini-Kartstrecke um die letzten Tausendstelsekunden.
"Am letzten Tag haben wir dann neue Reifen aufgezogen und es richtig gemacht, dann lief es gut. Wir haben den Reifendruck nach jedem Lauf gesenkt, das war alles eine ziemliche Herausforderung", sagt Bearman.
Oliver Bearman: Zurück dahin, wo ich angefangen habe
Nach einem schwierigen Wochenende in Silverstone war es für Bearman die richtige Erholung. Im regnerischen Rennen kollidierte er mit Esteban Ocon und verpasste die Punkte mit Platz elf knapp, allerdings kamen auch nur 15 Autos ins Ziel.
"Ich habe Kartfahren schon immer sehr geliebt, und dort war es unglaublich. Es war wirklich die perfekte Art, die freie Zeit zu verbringen. Ich hatte nicht vor, fast jeden Tag Kart zu fahren, aber es ist nicht schlecht. Man weiß ja, dass es einem im Blut liegt. Und es bringt einen wieder dorthin zurück, wo man angefangen hat. In gewisser Weise war es wirklich schön", so Bearman. Für ihn steht an diesem Wochenende Rennen Nummer 13 der Formel-1-Saison 2025 in Belgien an.



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