Zwei rennfreie Wochen lang durfte Sauber die Erfolgsstimmung nach Nico Hülkenbergs erstem Formel-1-Podest in Silverstone genießen. 13 Jahre nach Kamui Kobayashis drittem Platz beim Japan-GP schenkte Hülkenberg dem Team aus Hinwil wieder einen Podestplatz. "Alle sind überglücklich und aufgeregt, das Momentum der letzten fünf Rennen beizubehalten", erzählte Gabriel Bortoleto. Für ihn ist klar: Hülkenberg allein war verantwortlich für den Erfolg in Silverstone.
"Wir haben Nico oftmals von P19 und P18 starten und in den Punkten landen sehen. Es geht stark um seine Mentalität im Rennen und darum, welche Entscheidungen er trifft, welche Strategie er wählt. Und das kommt alles von ihm", führte der Sauber-Rookie aus. "Es sind seine Entscheidungen, die den Unterschied machen."
Insbesondere bei wechselhaften Bedingungen wie im zurückliegenden Großbritannien-GP sind die Entscheidungsfindung und das richtige Timing von großer Bedeutung. "Die erfahrenen Piloten können besser mit diesen Situationen umgehen, weil sie die bereits einmal durchlebt haben. Ich habe das Gefühl, dass die Formel 1 bei diesen Bedingungen deutlich schwieriger ist als die Formel 2 oder Formel 3. Allein deshalb, weil das Auto viel leistungsstärker ist und weniger Fehler erlaubt", sagte Gabriel Bortoleto.
Silverstone: Bortoleto hadert mit seinen Entscheidungen

In Silverstone hätte sich Bortoleto gern in der Position seines Teamkollegen wiedergefunden. "Ich hätte liebend gern darum gekämpft", gestand der Rookie und fügte hinzu: "Aber er hat die Entscheidungen für sich getroffen und so ist es."
Die abwechselnd nassen und trockenen Bedingungen stellten alle Strategieabteilungen und insbesondere das Feingefühl der Piloten auf die Probe. "Wenn ich die gleichen Entscheidungen wie er getroffen hätte, wäre ich wahrscheinlich nah dran gewesen oder hätte selbst um das Podium gekämpft. Meine erste Entscheidung war es, auf Slicks zu wechseln, was sich als die falsche Entscheidung herausstellte", haderte Bortoleto rückblickend.
Aus dem Silverstone-Wochenende nahm der 20-Jährige allerdings nicht nur Wehmut mit. Er und seine Mannschaft würden insbesondere dank solcher Erfahrungen für die Zukunft lernen. Das Spa-Wochenende stellt wieder Regen in Aussicht und mit den Erfahrungen aus Silverstone hofft Bortoleto dieses Mal auf ein glücklicheres Händchen: "Vielleicht kann sich an diesem Wochenende mit dem verrückten Wetter eine riskante Entscheidung auszahlen."
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