Im Vorjahr gelang es Charles Leclerc endlich, den Monaco-Fluch zu brechen und einen Sieg bei seinem Heim-GP zu feiern. Steht 2025 beim Rennen im Fürstentum die Wiederholung an? Der Monegasse bezweifelt es. Dafür habe sein Ferrari eine zu große Schwachstelle. Ein Wunder möchte Leclerc dennoch nicht ausschließen.
"Um ehrlich zu sein, sind die Chancen, dass wir wieder gewinnen, gering", sagt Leclerc. "Natürlich glaubt man an sich selbst und auf Straßenkursen habe ich in der Vergangenheit relativ gute Erfahrungen gemacht, aber dieses Jahr hat das Auto eine ganz spezifische Schwachstelle."
Dem Ferrari FS-25 liegen langsame Kurven nicht, was in Monte Carlo äußerst ungünstig ist. "Hier in Monaco gibt es nur langsame Kurven", klagt Leclerc. "Auf dem Papier sieht es also nicht nach einer vielversprechenden Strecke für uns aus. Es wäre eine riesige Überraschung, wenn wir hier besser wären als erwartet."
Ferrari in Monaco - Die Hoffnung stirbt zuletzt
Auf ein Wunder beim Heim-GP hofft Leclerc dennoch. "Monaco ist einzigartig und so anders als alle Rennen, die wir im Laufe der Saison fahren", schwärmt der Ferrari-Pilot. "Wir könnten also eine schöne Überraschung erleben, wenn wir das Auto am Freitag auf die Strecke bringen."
Leclerc hat in der Vergangenheit schon öfter in Monaco mehr aus seinem Auto herausgeholt, als diesem zuzutrauen war. Als Ferrari etwa 2021 eine schwierige Saison durchmachte, stand er trotzdem im Hafen von Monte Carlo auf der Pole Position. Für einen Sieg reichte es bekanntlich jedoch erst im Vorjahr.
"Die Motivation, die ich habe, wenn ich hierher komme, ist immer etwas ganz Besonderes", so Leclerc. "Ich habe also die Hoffnung, dass wir das, was wir letztes Jahr geschafft haben, wiederholen können." Bei diesem Rennen muss Ferrari nicht versuchen, eine gute Balance zu finden, sondern kann sich ausschließlich auf langsame Kurven konzentrieren. "Ich hoffe, dass wir etwas Neues an unserem Auto entdecken werden, das wir seit Beginn der Saison noch nicht gesehen haben", so der 27-Jährige.
Charles Leclerc: Frust zeigt sich erst im Rennen
Frustriert darüber, dass es um sein Heim-Rennen ohne eine Überraschung nicht sonderlich gut steht, ist Leclerc nicht. Der Frust könnte im Laufe des F1-Wochenendes jedoch sehr wohl einsetzen. "Es ist noch nicht frustrierend, weil ich noch nicht auf der Strecke war", sagt der Ferrari-Pilot. "Die Motivation, zu versuchen uns positiv zu überraschen, ist groß. Das wird auch bis Sonntag der Fall sein. Wenn man dann das Rennen fährt und das Gefühl hat, dass das Auto keine Pace hat, dann fängt der Frust erst richtig an. Davor gibst du dein Bestes und hoffst auf etwas Magisches."
Bereits in Imola machte sich dieser Frust im Rennen bei einem Zweikampf mit Alpine-Pilot Pierre Gasly bemerkbar. Leclerc kämpfte aggressiv, wodurch der Franzose durch den Schotter bretterte. "Es war ein normaler Rennvorfall, aber die Kurven davor war ich etwas am Limit", gesteht der Monegasse. "Es ist einfach eine frustrierende Situation, in der wir uns als Team befinden. Und wenn man in einer solchen Situation ist und auf P11 startet, hat man nicht viel zu verlieren und geht daher mehr Risiken ein als die Leute um einen herum. Dessen bin ich mir bewusst."
Mit Gasly hat Leclerc nach dem Duell in Imola geredet. "Pierre ist einer meiner besten Freunde. Es ist nicht so, dass wir irgendwelche Probleme miteinander haben", stellt er klar. "Ich erinnere mich, dass wir im Kart auch manchmal miteinander gecrasht sind. Wir sind es also gewohnt, diese Art von Konversation zu führen. Wir sind zwei Menschen, die sehr gut trennen können, was auf der Strecke passiert und was unsere Beziehung abseits der Strecke betrifft."
Schwierig könnte es beim Monaco-GP 2025 auch für Mercedes-Pilot Kimi Antonelli werden. Warum, lest ihr hier:



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