Kevin Magnussen und Nico Hülkenberg belegten im zweiten Freien Training von Barcelona die Plätze 11 und 12. Die Qualifying-Pace von Haas scheint vielversprechend zu sein, doch das Rennen könnte zur Herausforderung werden. Zudem werfen Pierre Gasly (P4) und Valtteri Bottas (P10) Fragezeichen über die Pace der Konkurrenz auf. Trotzdem rechnen sich die Haas-Piloten gute Chancen beim Spanien-GP aus.

"Es fühlte sich im Großen und Ganzen okay an", fasst Hülkenberg den Freitag zusammen. "Ich denke, wir sind definitiv mit von der Partie. Das ganze Feld ist wieder sehr eng beisammen, aber wir sollten konkurrenzfähig sein. Kleine Unterschiede werden einen große Auswirkung haben."

Hülkenberg musste im FP1 seinen VF-24 dem Ferrari-Junior Oliver Bearman überlassen. Das fehlende Training spürt der Deutsche jedoch nicht. "Ich hatte natürlich nur die eine Session, aber ich fühlte mich gleich ziemlich wohl mit dem Auto", versichert der 36-Jährige.

Hülkenberg und Magnussen uneinig: Longrun schlecht?

So viel zum Positiven. Doch nicht alles an diesem Trainings-Freitag löst bei Haas Optimismus aus. "Der Longrun fühlte sich nicht so prächtig an", gibt Hülkenberg zu. "Da haben wir noch Arbeit vor uns. Das Rennen in Barcelona ist lang und wenn man kein gutes Auto für das Rennen hat, wird es hart."

Allzu große Sorgen über das Rennen macht sich der Haas-Pilot jedoch nicht: "Ich denke, die anderen Teams haben ähnliche Probleme und ein ähnliches Tempo. Ich bin daher zuversichtlich, dass wir im Mittelfeld mitmischen können. Es sah ganz gut aus. Und jetzt kommen die üblichen Spielereien, um einige unserer Probleme zu lösen."

Noch weniger Sorgen macht sich Teamkollege Kevin Magnussen, der im Training gar kein Longrun-Defizit erkannte. „Ich denke, heute lief es ganz gut, aber am wichtigsten war, dass die Longruns ganz ordentlich aussahen", widerspricht der Däne Hülkenberg.

Von der Leistung im Training zeigt sich Magnussen positiv überrascht. Der schnelle Circuit de Barcelona-Catalunya sollte Haas eigentlich nicht liegen. "High Speed ist nicht unsere Stärke", erklärt der Pilot. "Wir haben das Gefühl, dass das Auto auf der Geraden effizient ist. Bei niedriger Geschwindigkeit ist es ziemlich gut, also dachten wir nicht, dass diese Strecke so gut für uns sein würde. Es lief besser als erwartet."

Magnussen experimentiert in Trainings mit Auto-Konfiguration

Im ersten Freien Training des Spanien-GPs lief es tatsächlich noch nicht so prickelnd. Magnussen belegte nur den 17. Platz. "Ich habe im FP1 eine Low-Drag-Konfiguration ausprobiert", erklärt der Däne. Für das zweite Freie Training wurde dieser Versuch beendet und der Haas-Pilot wechselte auf eine High-Drag-Konfiguration, die auch Hülkenberg fuhr.

Haas-Fahrer Kevin Magnussen
Magnussen wechselte zwischen FP1 und FP2 die Auto-Konfiguration, Foto: LAT Images

"Es ist immer ein schmaler Grat zwischen den beiden Möglichkeiten", so Magnussen. "Man versucht, die Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten abzuwägen. Letztendlich liegen sie sehr nah beieinander, wenn man alles zusammenzählt. Natürlich ist es mit der Variante mit geringerem Abtrieb einfacher zu überholen und leichter zu verteidigen, aber die Reifen werden stärker beansprucht." Etwas, das einem in Barcelona zum Verhängnis werden könnte.

Haas-Piloten grübeln: Alpine und Sauber überraschend schnell

Während Haas in Barcelona mit der Auto-Konfiguration experimentiert und lediglich ein neues Winglet für die hintere Crashstruktur mitgebracht hat, haben andere Teams teilweise große Upgrades am Start. Darunter auch die direkte Konkurrenz von Sauber und den Racing Bulls. Alle Upgrades beim Spanien-GP gibt es hier in der Übersicht:

"Unser nächstes Upgrade steht erst in Silverstone an", so Magnussen. "Die Racing Bulls haben zwar hier neue Teile, aber sahen trotzdem langsam aus. Vielleicht haben sie ihre wahre Performance etwas versteckt gehalten, oder sie haben Daten für das Upgrade gesammelt."

Überraschender war hingegen die Leistung von Sauber und Alpine. Letzteres Team lag im FP2 mit Pierre Gasly sogar in den Top-5. "Alpine und Sauber sehen schnell aus", stellt der Däne fest. "Das war schon eine Überraschung."

Teamkollege Hülkenberg traut dem vierten Platz von Gasly aber nicht ganz. "Alpine war schnell, vor allem über eine Runde", sagt der Deutsche. "Auf den Longruns sah es aber nicht mehr so gut aus. Manchmal nimmt man schon am Freitag etwas Sprit raus. Wir werden morgen sehen, ob das der Fall war."