Die Testfahrten in Bahrain waren für Haas ein Silberstreif am Horizont: Die meisten Runden, keine Zuverlässigkeitsprobleme, hoffnungsvolle Longrun-Daten. Laut Ayao Komatsu 90 Prozent der Ziele erreicht. Nico Hülkenberg ist vorsichtig optimistisch, erwartet aber dennoch einen Kampf in seinem vielleicht letzten Jahr bei Haas.

Nico Hülkenberg: Trotz Fortschritten steht Haas schweres F1-Jahr bevor

"Die Ausgangslage ist nach einer ganzen Saison mit dem Team und einem ähnlichen Auto ganz anders. Ich fühle mich viel besser vorbereitet", meint Nico Hülkenberg in seiner zweiten Saison nach seinem Formel-1-Comeback bei Haas. "Auch was das Auto angeht."

Besonders wichtig: Bei den Test-Longruns gab es keinen Einbruch der Pace des VF-24, 2023 noch eine Utopie. Nico Hülkenberg betont allerdings, dass die wirkliche Belastungsprobe mit echten Rennbedingungen erst beim Auftakt in Bahrain bevorsteht: "Aber das Gefühl ist definitiv besser!"

"Die aerodynamische Plattform ist stabiler, das Auto fühlt sich konstanter an und ist vorhersehbarer. Das ist sehr hilfreich und gut für das Selbstvertrauen eines Fahrers", erklärt Hülkenberg. "Das hilft wiederum beim Umgang mit den Reifen."

Haas-Fahrer Nico Hülkenberg in der Box
Die Testfahrten stimmten Hülkenberg und Haas vorsichtig optimistisch, Foto: LAT Images

In der Pause zwischen Test und Rennen hat der 36-Jährige noch einmal gemeinsam mit den Ingenieuren Daten analysiert und Setups besprochen. Trotzdem: Vor Haas liegt ein weiter Weg. "Wir haben einen Schritt gemacht, aber das ist nicht genug. Es wird noch immer sehr schwierig und ein Kampf."

"Ich sitze hier nicht super-optimistisch herum und sage, dass wir in den Top-10 sein werden", so Nico Hülkenberg. Wichtig dabei: Updates. 2022 und 2023 brachte Haas mit die wenigsten davon. Ein Punkt auf der To-do-Liste, einen genauen Weiterentwicklungsplan gebe es allerdings noch nicht.

"Wir wollen ein paar Rennen warten und schauen, wo das Auto ist, was unsere größten Schwächen sind, wo wir am meisten Performance gewinnen können und dann eine Entscheidung über die weitere Entwicklung treffen", erklärt Hülkenberg.

Haas: Comeback 2024 schwierig, aber möglich

Klar hingegen der Plan für die Formel-1-Saison: Nicht mehr auf dem letzten Platz in der Konstrukteurs-WM landen. "Wir wollen uns nach dem schwierigen Jahr zurückmelden und vor allem unsere Sonntags-Performance verbessern. Jedes Rennen, jeder Sonntag zählt", so der Emmericher.

Das geht in der Formel 1 eben nur mit weniger Reifenverschleiß. "Im letzten Jahr sind wir oft einfach zurückgefallen und fuhren ein einsames Rennen. Das war schwierig und frustrierend. Wenn sich das erstmal ändert, ist das ein erster Schritt", erklärt der seit 2021 Vater von Tochter Noemi Sky.

"Wir haben eine große Herausforderung vor uns, aber ich bin hungrig, super-glücklich und motiviert. Ich will einfach hinausgehen und jedes einzelne Wochenende das Maximum herausholen!", liefert Hülkenberg eine Kampfansage, nicht ganz uneigennützig.

Hülkenberg 2024 auf dem Präsentierteller für andere Teams

Denn: 2024 ist eventuell seine letzte Saison beim US-amerikanischen Rennstall. Hülkenbergs Vertrag läuft Ende 2024 aus und sein Name wurde bereits mit Mercedes oder Audi in Verbindung gebracht. 2025 werden überall, mit Ausnahme von Ferrari und McLaren, Cockpits frei.

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Dem 36-Jährigen geht nicht nur aufgrund seines Alters die Geduld aus. "Kein Rennfahrer ist geduldig. Wir wollen immer mehr. Außer du gewinnst, aber das betrifft derzeit nur einen Typen", meint er. Der eine Typ, der seit der Ground-Effect-Ära 34 von 44 Rennen gewonnen hat: Max Verstappen.

"Wenn wir ein paar Rennen hinter uns haben, wird sich eine gewisse Dynamik entwickeln und manche Dinge ergeben sich vielleicht", will Hülkenberg erst einmal abwarten. "Das hängt alles davon ab, wie die nächsten paar Wochen ablaufen." Ralf Schumacher riet ihm bereits schleunigst zu einem Teamwechsel.

Stressen lässt sich Hülkenberg dadurch nicht: "Ich bin relativ entspannt. Das Beste, was ich machen kann, ist abliefern und dadurch aufzufallen."

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