Nicht weniger als 377 Rennstarts hat Fernando Alonso inzwischen hinter sich. Damit hält der 42-Jährige den Rekord für die meisten Grand-Prix-Starts in der Formel 1. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht: 2018 hatte der Spanier seinen Helm bereits an den Nagel gehängt, nur um 2021 mit einer offenen Rechnung in die Königsklasse zurückzukehren.

Heute ist seine Motivation größer denn je, das Jahr 2023 schreibt für ihn sogar den Höhepunkt seiner Karriere. "Zusammen mit 2012 ist das meine beste Saison", meinte Alonso. Den Rücken wird er der Formel 1 vorerst nicht zukehren. Ein Faktor könnte den Abschied jedoch wieder in die nähere Zukunft rücken.

Alonsos Liebe für die Formel 1 kehrt zurück

Aston Martin-Fahrer Fernando Alonso
Alonso hat aus der Formel-1-Saison 2023 frische Motivation geschöpft, Foto: LAT Images

Erst vor kurzem hatte Aston-Martin-Teamchef Mike Krack von einer Vertragsverlängerung geschwärmt. Das kommt Fernando Alonso gerade recht: Aktuell ist der Spanier bis zum Saisonende 2025 an das britische Team gebunden. Ans Aufhören denkt er aber nicht: "Motivation kommt immer mit guten Resultaten. Das lässt sich nicht leugnen, selbst wenn man extrem motiviert oder entschlossen ist, etwas zu erreichen. Wenn die Ergebnisse auf Dauer ausbleiben, ist es unmöglich, die Motivation aufrechtzuerhalten."

Mit acht Podestplätzen und dem vierten Gesamtrang belehrte der Aston-Martin-Pilot 2023 seine jüngeren Rivalen eines Besseren. Die starke Form hat seine Liebe zur Königsklasse noch einmal aufblühen lassen. "Wenn man konkurrenzfähig ist, die Geschwindigkeit spürt, an den Wochenenden ankommt und weiß, dass man alles perfekt machen muss, weil die Möglichkeit besteht, auf dem Podium zu stehen oder sogar ein Rennen zu gewinnen, dann gibt das einem natürlich eine ganz andere Herangehensweise und eine ganz andere Liebe für die Dinge, die man macht", so Alonso.

Alonso: Speed und Motivation sind nicht entscheidend

"Ich habe schon vor 2018 oft gesagt: Der Tag, an dem ich mit dem Rennfahren aufhöre, ist nicht der, an dem ich keine Motivation mehr habe oder mich langsam fühle", stellt Fernando Alonso klar und gibt zu: "Wenn ich mich eines Tages langsam fühlen sollte, dann wird man das Erkennen und ich werde mit meiner Leistung nicht zufrieden sein. Dann bin ich der Erste, der seine Hand hebt und sagt, dass der Zeitpunkt [fürs Karriereende, Anm. d. Red.] gekommen ist."

Aston Martin-Fahrer Fernando Alonso feiert Platz 3 auf dem Podium
Seit 2001 stand Alonso 106-mal auf dem Podium, Foto: LAT Images

Im Moment glaubt der Spanier aber nicht, dass es dazu kommen wird: "Ich habe extremes Selbstvertrauen in meine Leistung." Dafür könnte ein anderer Faktor eine entscheidende Rolle spielen: der Rennkalender. "Es kann aber sein, dass ich wegen des Kalenders und des anspruchsvollen Zeitplans eines Tages das Gefühl haben werde, dass es an der Zeit ist. Es gibt ja noch andere Dinge im Leben", so Alonso.

"Wir haben eine sehr anspruchsvolle Saison mit 'nur' 22 Rennen hinter uns, zwei wurden gestrichen. Nächstes Jahr sind es 24 Grands Prix, wir müssen sehen, wie es sich anfühlt", kritisiert er. Und mit dieser Kritik ist der zweimalige Weltmeister nicht allein: In Abu Dhabi brachten die Reisestrapazen für die Fahrer das Fass zum Überlaufen. Aber auch zahlreichen andere Mitarbeiter und Journalisten hatten mit dem Jetlag aus Amerika zu kämpfen.

Die zuletzt ausgefallenen Rennen in China und Imola sind 2024 wieder dabei. Ersteres hatte man aufgrund der schwierigen Covid-Situation ersatzlos gestrichen, das Rennen in Italien fiel aufgrund der Überschwemmungen aus. In unserem Video wirft Christian noch einmal einen genaueren Blick auf die neuen Regeln und den Rennkalender für 2024:

Formel 1 2024: Regeln, Kalender & Sprints - das ist alles neu": (15:13 Min.)

Alonso: Dachte McLaren 2007 ist mein letzter Vertrag

Unterstützung erhält Fernando Alonso von Max Verstappen. Der amtierende Weltmeister hat sich bis 2028 an Red Bull gebunden. Doch auch er schließt ein Karriereende aufgrund der Kalendergröße nicht aus: "Ich möchte andere Arten von Rennen fahren, Langstreckenrennen zum Beispiel. Vielleicht habe ich dann genug vom ständigen Reisen. Vielleicht will ich ein einfacheres Leben und nur die Rennen fahren, die ich mag."

"Ich sehe das genauso", stimmt Alonso dem Niederländer zu. Den gleichen Weg hatte der Spanier 2019 eingeschlagen. Damals nahm der Aston-Martin-Pilot an der Langstreckenweltmeisterschaft teil und krönte sich direkt zum Weltmeister. Doch trotz des immer größer werdenden Formel-1-Kalenders schließt er weitere Vertragsverlängerungen nicht aus: "Aber man weiß ja nie. So habe ich schon 2006 und 2007 gedacht."

"Ich erinnere mich, dass ich 2007 bei McLaren unterschrieben habe, es war ein Dreijahresvertrag. Ich dachte damals, das sei mein letzter Vertrag. Ich kann jetzt noch nichts über die Zukunft sagen", gesteht Alonso.

Zum Jahresende verleiht Motorsport-Magazin.com allen Formel-1-Piloten ein Zeugnis. Hier findest du das Fazit zur eindrucksvollen Saison des Altmeisters: