Die Formel 1 unterzog sich beim Miami-Grand-Prix einer Amerikanisierung der Show, die nicht von ungefähr Vergleiche mit dem Super Bowl nach sich zog. Schon am Mittwoch begann das Event mit einer großen Eröffnungsparty mit Kygo. Beendet wurde das Spektakel dann mit Polizeieskorte und Footballhelmen bei der Siegerehrung.

Ebenfalls dazu gehörte in den USA der gewaltige Auflauf an Prominenten: Lewis Hamilton spielte Golf mit Footballstar Tom Brady, Pierre Gasly aß zu Abend mit Basketball-Legende Michael Jordan und Charles Leclerc bekam den Award für die Pole von Hollywood-Star Michael Douglas überreicht.

Carlos Sainz salutierte bei der Show am Podium dem Publikum. -
Carlos Sainz salutierte bei der Show am Podium dem Publikum. -Foto: LAT Images

Ins Bild der amerikanischen Gigantomanie passte auch der Hafen, der keiner war. Mit viel Aufwand platzierte man mehrere Jachten auf einer 2.500 Quadratmeter großen Betonfläche, welche mit einer blauen Oberfläche Wasser imitieren sollte. Alpha-Tauri-Pilot Gasly konnte sich den Vergleich zum echten Hafenvorbild in der Formel 1 nicht verkneifen: „Es ist cool. Ich bevorzuge dennoch den Hafen von Monaco.“

Mit einer Prise Humor fügte er hinzu: „Ich hoffe, dass die Leute nicht nach ein paar Drinks auf die Idee kommen, in den Hafen zu springen, denn das würde nicht gut enden.“ Letztendlich blieb die Kuriosität für den Franzosen nur eine Randerscheinung: „Für mich ist es keine große Sache. Ich werde sowieso keine Zeit haben, dorthin zu gehen.“

Vettel vermisst Ernsthaftigkeit in Klimafrage

Für Aston-Martin-Pilot Sebastian Vettel gab es jedoch sehr wohl eine große Sache, auf die er hinweisen wollte: Die Folgen des Klimawandels für die Strandmetropole Miami. Am Rennwochenende zeigte sich der viermalige Weltmeister mit einem speziellen T-Shirt. Darauf zu sehen war ein Rennfahrer, der Unterwasser schnorchelte, verzeichnet mit der Überschrift „Miami 2060“.

Der falsche Jachthafen von Miami sollte Monaco-Flair erzeugen. -
Der falsche Jachthafen von Miami sollte Monaco-Flair erzeugen. -Foto: Motorsport-Magazin.com

Vettel erklärte gegenüber Motorsport-Magazin.com: "Dieser Ort hier wird verschwinden, das sagt das T-Shirt aus. Ich bin überrascht, dass es hier nicht ernster genommen wird. Der Schlüssel ist es, die Leute darauf aufmerksam zu machen. Deswegen die Idee mit dem Shirt.“ Geht es nach der Warnung auf der Kleidung des Heppenheimers, gäbe es in Zukunft wohl genug Wasser für eine echte Marina an der Strecke....