Die ersten Tests der Formel 1 vor der Saison 2022 in Barcelona verliefen über weite Phasen unspektakulär. Obwohl es die erste Belastungsprobe für die Autos der neuen Regelgeneration war, kamen die meisten Rennställe mit ausdauernden Boliden aus den Startlöchern - bis zum letzten Tag des Tests. Denn heute häuften sich plötzlich die Zwischenfälle.

Vettel: Barcelona-Test endet mit Brand

Unter den Leittragenden des letzten Testtages befand sich auch Sebastian Vettel - und das ohne Eigenverschulden. Der Aston Martin des Heppenheimers rollte kurz vor der Mittagspause mit rauchendem Heck im Mittelsektor aus. Vettel und die herbeigeeilten Streckenposten konnten das Feuer zwar schnell löschen, doch der Schaden war zu groß, um nochmal auf die Strecke zu gehen.

Nach einer eingehenden Analyse und langen Reparaturversuchen vermeldete das Team aus Silverstone ein Ölleck als Ursache für den Brand. Lance Stroll, der den Boliden am Nachmittag übernehmen sollte, kam so gar nicht mehr zum Zug. Es war nicht der einzige Wagen, der am Freitag Feuer fing. Auch der Alpine, den zuvor Fernando Alonso pilotiert hatte, fackelte am Vormittag ab.

Gasly crasht den AlphaTauri

Neben Aston Martin und Alpine mussten aber noch drei weitere Teams nach teils schweren technischen Problemen ihren Betrieb auf der Strecke vorzeitig einstellen. AlphaTauris Aus kam jedoch aufgrund von menschlichem Versagen zustande: Pierre Gasly verzeichnete kurz vor dem Defekt von Vettel einen Abflug und zerstörte sich dabei den Frontflügel sowie die Vorderrad-Aufhängung. Bei dem Red-Bull-Schwesterteam ging sich eine Reparatur ebenfalls nicht mehr aus.

Der AT03 von Pierre Gasly wird zurück an die Box geliefert -
Der AT03 von Pierre Gasly wird zurück an die Box geliefert -Foto: Motorsport-Magazin.com

Der Franzose stand zu seinem Missgeschick. "Leider blockierte ich am Vormittag beim Anbremsen meine Reifen und beschädigte meinen Wagen", erklärte Gasly. "Aber bei Testfahrten geht es darum seine Limits zu finden und wir waren in der Lage eine Menge wertvoller Daten zu sammeln", so der einmalige GP-Sieger.

Alfa-Misere setzt sich fort

Gleich zweimal erwischte es Alfa Romeo. Die bereits an den vergangenen Tagen von Defekten gequälte Mannschaft aus Hinwil verbrachte einen Großteil des Freitags in der Box. Den Vormittag hielt der C42 beinahe durch. 20 Minuten vor der Mittagspause blieb der Sauber im ersten Sektor liegen. Ein Hydraulik-Problem wurde am Wagen von Guanyu Zhou ausgemacht.

Nachmittags konnte Valtteri Bottas zwar noch einmal auf die Strecke, doch nach ein paar Umläufen auf Intermediates und nur einer Runde auf Slicks war endgültig Feierabend. Diesmal streikte jedoch der Ferrari-Motor im Heck des Alfas. In der Addition hat Alfa Romeo damit nach diversen Problemen mit dem Unterboden an allen drei Tagen nur insgesamt 175 Runden absolvieren können.

Haas auf und neben der Strecke in Problemen

Damit liegen die Ferrari-Kunden in dieser Statistik nur vor dem anderen Ferrari-Kundenteam, nämlich Haas. Wie bereits an den vergangenen Tagen brachte das Team auch heute kaum Runden auf das Tableau. Der VF22, der aufgrund des Ukraine-Krieges ohne Uralkali-Beschriftungen und Russland-Design unterwegs war, verabschiedete sich nach nur neun Runden wieder an die Box und beendete den Arbeitstag. Laut Teamchef Günther Steiner war ein Ölleck dafür verantwortlich.

Mit gerade einmal 160 gedrehten Runden (Zum Vergleich: Ferrari hatte 437), kann das US-amerikanische Team nicht zufrieden sein. Entsprechend kritisch beurteilte auch Steiner die Situation: "Man könnte denken, wir hatten drei Testtage. Aber in Wirklichkeit haben wir nur einen geschafft."