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Formel 1, Frust bei Ocon: Podest nur knapp verpasst

Esteban Ocon verpasst Platz drei in Saudi-Arabien nur um Haaresbreite. Der Franzose ist frustriert, gewinnt der Situation aber auch Positives ab.
von Yannik Grafmüller

Motorsport-Magazin.com - Gerade einmal 0,102 Sekunden trennten Esteban Ocon beim Großen Preis von Saudi-Arabien von einem Podestplatz. Lange Zeit lag der 25-jährige Franzose in Dschidda auf Platz drei, konnte Mercedes-Pilot Valtteri Bottas bis tief in der Schlussphase hinter sich halten. Erst auf den letzten Metern gelang es dem Finnen, mit der Hilfe von Windschatten und DRS, doch noch am Alpine-Piloten vorbeizuziehen.

Es wäre für Ocon, der in dieser Saison in Ungarn sensationell seinen ersten Rennsieg eingefahren hatte, erst der dritte Podestplatz in seiner noch jungen Formel-1-Karriere gewesen. "Das ist ein schwieriges Gefühl im Moment", gesteht Ocon demensprechend enttäuscht. "Es ist ein frustrierendes Ende, weil wir diesen dritten Platz das gesamte Rennen über innehatten."

Der junge Franzose habe alles gegeben, war gegen überlegenen Mercedes-Piloten aber chancenlos: "Sie waren wahrscheinlich sieben bis acht Zehntelsekunden schneller jede Runde", meint Ocon und gesteht: "Wir kämpfen in einer anderen Liga wie Mercedes." Beim Versuch, Bottas dennoch hinter sich zu halten, habe er das Auto schlicht überfahren und die Reifen überansprucht. Zum Schluss sei so nichts mehr übrig gewesen: "Ich hatte dann in den letzten beiden Runden keine Hinterreifen mehr."

Mit der Hilfe von DRS war es folglich ein leichtes für Bottas, den Alpine auf dem Sprint zur Ziellinie doch noch auszubeschleunigen. "Das war das Maximum heute", gibt Ocon deshalb zu und versucht, der Situation das Positive abzugewinnen: "Ich bin extrem stolz auf meine Mannschaft und die Entscheidungen, die wir getroffen haben. Das Team hat einen fantastischen Job gemacht, das Auto war perfekt."

Safety-Car-Poker geht auf: Ocon springt von sieben auf zwei

Dass Ocon überhaupt in der Lage war, um einen Podestplatz zu kämpfen, hätte bei Alpine vor dem Rennstart wohl ohnehin niemand erwartet. Der 25-Jährige war nur von Platz neun ins Rennen gegangen und arbeitete sich in den ersten Kurven bis auf P7 nach vorne. Dort lag der Franzose auch, als Mick Schumacher seinen Haas in Runde zehn in der Streckenbegrenzung versenkte. Alpine ging beim folgenden Safety-Car ins Risiko und holte Ocon nicht zum Reifenwechsel an die Box.

So konnte sich der Franzose bis auf Platz vier verbessern - und wurde wenig später für das Wagnis belohnt: Durch den folgenden Rennabbruch konnte er seine Reifen während der Unterbrechung ohne Positionsverlust wechseln. Ocon ergriff die Chancen und schoss beim Restart bis auf Platz zwei nach vorne. Beim zweiten Neustart fand er sich plötzlich sogar auf der Pole-Position wieder, weil Max Verstappen auf Platz drei zurückversetzt wurde.

Platz eins konnte Ocon in der Folge zwar nicht lange halten, Verstappen und auch Lewis Hamilton gingen innerhalb der ersten Runde wieder vorbei, aber das sei auch gar nicht der Plan gewesen, bei beiden hinter sich zu halten: "Ich habe nicht mit Lewis und Max gekämpft. Ich habe sie gehen und ihr eigenes Rennen fahren lassen", erklärt Ocon. Stattdessen sei das Ziel gewesen, Platz drei zu halten. "Und das haben wir geschafft - bis kurz vor dem Ziel."

Alpine: Big-Points im Kampf gegen AlphaTauri

Durch den vierten Platz von Ocon sammelte Alpine, angesichts der Nullnummer von Teamkollege Fernando Alonso, der Spanier kam nicht über einen 13. Platz hinaus, zwölf wichtige Punkte. Da Pierre Gasly nur Sechster wurde und Yuki Tsunoda punktlos blieb, konnte sich der französische Rennstall in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft um vier Punkte von AlphaTauri distanzieren.

Bei nur noch einem ausstehenden Rennen ist Alpine Platz fünf somit praktisch sicher. Die Franzosen führen gegen AlphaTauri mit 149:120 Punkten. In Abu Dhabi werden noch maximal 44 Punkte vergeben.


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