Im elften Formel-1-Rennen kam die Erlösung: Gabriel Bortoleto sammelte beim Großen Preis von Österreich die ersten vier WM-Punkte seiner Karriere - und machte erstmals Punkte gegen seinen Teamkollegen Nico Hülkenberg in der Fahrerwertung gut. Den teaminternen Vergleich gewinnt der Deutsche allerdings deutlich mit 22:4 Zählern. Bortoleto erklärt die Differenz mit der Klasse des Routiniers.
"Nico macht in den Rennen sehr gute Arbeit, wie er sich in Runde 1 positioniert. Wir starten oft eng beieinander, aber die zwei Positionen machen irgendwie einen großen Unterschied in der Gesamtbetrachtung", lobte Bortoleto seinen Sauber-Kollegen in Spielberg. In Sachen durchschnittlicher Startposition hat sogar der Brasilianer mit 15,2 gegen 15,6 knapp die Nase vorn.
Dennoch musste er bis zum Red Bull Ring auf seine ersten Zähler warten. "Manchmal habe ich das Gefühl, dass er [Hülkenberg; d. Red.] einen breiteren Blick auf das Rennen hat als ich im Moment", adelte Bortoleto den Deutschen. "Die Strategie, für die er sich entscheidet oder die Art und Weise, wie er zu Rennbeginn pusht oder auch nicht, um die Reifen zu schonen."
Obwohl Hülkenberg in dieser Saison nicht ein einziges Mal aus den Top-10 gestartet ist, landete er mit seiner Herangehensweise viermal innerhalb der Punkteränge. "Ich denke, das kommt mit der Erfahrung. Als Rookie lernst du und eigentlich kannst du nur lernen, wenn du manchmal Fehler machst", gestand Bortoleto ein.
Sauber-Teamchef lobt Nico Hülkenberg in den höchsten Tönen

Nicht nur von Gabriel Bortoleto erfährt Hülkenberg große Anerkennung. Nachdem der Deutsche beim Österreich-GP vom letzten Startplatz noch in die Punkte fuhr, fand auch Jonathan Wheatley nur lobende Worte für den 37-Jährigen. "Nico ist höchst unterschätzt. Diese Meinung vertrat ich schon lange, bevor ich zum Team gestoßen bin", ehrte ihn der Sauber-Teamchef.
Dass die Schweizer Mannschaft in Spielberg erfolgreich abschnitt, macht Wheatley nicht nur an den Fahrern, sondern auch am Update-Paket des C45 fest. Zusätzlich sei die Strecke dem Sauber entgegengekommen. Nach anfänglicher Tristesse holt das Team aus Hinwil auch in der Konstrukteurs-WM weiter auf und liegt nur drei Punkte hinter Haas auf P7.
Zunehmend fühlt sich auch Bortoleto wohler im F1-Boliden und wird Hülkenberg zukünftig nicht weniger die Stirn bieten. Im Gegenteil: "Ich bin ein bisschen selbstbewusster und komfortabler auf eine Runde geworden", erklärte der Rookie. "Natürlich habe ich mich weiterentwickelt und verstehe besser, wie das Auto funktioniert und was es braucht, um schneller zu werden - sowohl von meiner Seite als auch auf Seiten des Setups."
Formel-1-Experte Christian Danner spricht davon, dass Sauber zumindest Tuchfühlung mit der Spitze des Mittelfelds aufnimmt. Wie ist das dem Hinwil-Team gelungen? Hier die Danner-Analyse im Video:



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