Am Donnerstagmorgen vor dem Großbritannien GP landete eine aufsehenerregende E-Mail in Postfächern der Medienvertreter. "Einladung zur Pressekonferenz für die Bekanntgabe des Kandidaten für das Amt des FIA-Präsidenten", lautete der Betreff. Der Name des Herausforderers von Amtsinhaber Mohammed Ben Sulayem wird in der Einladung nicht genannt, er wird am Freitagmorgen bei der Pressekonferenz unweit des Silverstone Circuit bekanntgegeben.
Tim Mayer: Neuer Herausforderer von Mohammed Ben Sulayem?
Nachdem sich Carlos Sainz Senior dazu entschlossen hat, nicht zu kandidieren, stellt sich die Formel-1-Welt nun die Frage, wer der geheimnisvolle Herausforderer ist. Drei Namen geistern durchs Fahrerlager: Alexander Wurz, Robert Reid und Tim Mayer. Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com wird Wurz, der Präsident der Formel-1-Fahrergewerkschaft GPDA, am Freitag keine Kandidatur verkünden.
Als Favorit gilt der US-Amerikaner Tim Mayer, Sohn des ehemaligen McLaren-Rennleiters Teddy Mayer. Tim Mayer war lange Zeit in der FIA aktiv, überwarf sich allerdings in der vergangenen Saison mit Ben Sulayem und wurde von seinen Ämtern entbunden. Mayer machte sich als einer von fünf vorsitzenden Stewards einen Namen und kümmerte sich auch um die Ausbildung der F1-Schiedsrichter.
Schickt Dave Richards Ex-FIA-Vizepräsidenten ins Rennen?
Gleichzeitig ist Mayer als sportlicher Ausrichter der drei US-Rennen in Austin, Miami und Las Vegas involviert. Für Ben Sulayem war das ein Interessenskonflikt. Tim Mayer stellte sich nach seiner Entlassung öffentlich gegen den Präsidenten, sprach in einem Interview davon, dass dem Automobilweltverband das Personal ausgeht.

Denn Mayer ist nicht der Einzige, der sich mit Ben Sulayem überworfen hat. Neben zahlreichem Formel-1-Personal gibt es auch immer wieder Probleme mit dem britischen Motorsportverband Motorsport UK. Dessen Präsident Dave Richards galt lange Zeit als Herausforderer Nummer eins, ist allerdings nach FIA-Statuten mit 73 Jahren zu alt, um für die Präsidentschaft zu kandidieren.
Nachdem zuletzt Robert Reid als FIA-Vizepräsident zurückgetreten war, witterten viele eine Verschwörung. Der ehemalige Rallye-Beifahrer Reid, 59 Jahre alt, könnte für seinen Landsmann und Verbündeten Dave Richards in Rennen gehen.

Dass Reid selbst eine Kandidatur verkündet, glauben Insider aber nicht. Stattdessen soll er im Team von Tim Mayer eine entscheidende Rolle spielen. Die Kandidatur steht unter dem Motto 'FIAForward', also vorwärts FIA.
Ben Sulayem hofft auf zweite Amtszeit
Mohammed Ben Sulayem stand während seiner ersten Amtszeit als FIA-Präsident immer wieder in der Kritik. Seit Dezember 2021 hat er den Posten inne und kandidiert auch 2025 wieder. Einen Gegenkandidaten hatte der aktuelle FIA-Präsident bisher nicht.
Die Wahl selbst wird in Usbekistan stattfinden. Wieder im Dezember. Unterstützung hat der 63-Jährige von mittlerweile 37 Automobilclubs.



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