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Formel 1

Für Formel-1-Einstieg von Volkwagen: Mercedes beerdigt MGU-H

In Monza beraten Konzernbosse wieder über die Formel-1-Motoren der Zukunft. Mercedes für Zugeständnisse bereit - wenn Volkswagen kommt.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Wie sieht der Formel-1-Motor der Zukunft aus? Über diese Frage zerbrechen sich FIA, Formel 1 und Hersteller schon seit Jahren den Kopf. Nun kommt etwas Bewegung in die Sache. Heute, am Sonntag im Rahmen des Rennens in Monza, treffen sich erneut die Konzernbosse der involvierten Motorenhersteller. Außerdem mit dabei: Volkswagen.

Schon in Österreich besprachen sich die mächtigsten Männer der Milliarden-Konzerne. Während es dort nach dem Meeting im Nobelhotel von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz noch nichts Konkretes zu vermelden gab, ist man zwei Monate später offenbar schon ein paar Schritte weitergekommen.

Formel 1 verschiebt Motor & könnte MGU-H kippen

Dass der neue Formel-1-Motor nicht wie eigentlich vorgesehen 2025 kommt, sondern erst ein Jahr später, ist inzwischen klar. Die Zeit ist zu knapp geworden für die ursprüngliche Planung. Motoren brauchen erheblichen Vorlauf und ein konkretes Reglement ist derzeit noch in weiter Ferne.

Außerdem soll die Antriebseinheit doch großzügiger umgebaut werden, als manchen Hersteller zunächst lieb war. Der elektrifizierte Turbolader, die MGU-H, soll demnach wegfallen. Die Elektro-Maschine am Turbolader macht die aktuellen Motoren effizient, aber auch extrem komplex, teuer und leise.

Mercedes stellt Bedingungen für Regel-Deal

Für potenzielle Neueinsteiger wäre die MGU-H ein Deal-Breaker. Genau deshalb gibt sich Mercedes hier jetzt kompromissbereit, wie Toto Wolff verrät: "Wenn wir in vielen anderen Punkten Anpassungen vornehmen, dann sind wir als Mercedes bereit, auf die MGU-H zu verzichten, um den Einstieg der Volkswagen Gruppe zu ermöglichen."

Dass Audi, Porsche oder gar beide Marken aus dem Volkswagen Konzern kommen, ist nicht die einzige Mercedes-Bedingung. "Es gibt einige andere Themen, bei denen ein Kompromiss gefunden werden muss", so Wolff. Der Österreicher warnt, dass man ohne Kompromiss der Hersteller wohl auf den regulären Regelfindungsprozess zurückfallen müsse: "Dann werden wir wohl auf die Governance zurückkommen und 2026er-Regeln haben, welche die FIA und die FOM festlegen."

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Bei den Diskussionen geht es noch um die verschiedensten Themen: Kostenobergrenzen für Motorenhersteller, Einheitsbauteile, Elektro-Power und Zugeständnisse für neue Motorenhersteller. Eine endgültige Einigung wird es auch am Sonntag in Monza nicht gebe. "Dann würden die wesentlichen Pfeiler stehen, die man anschließend fein definieren muss. Die Big Boys könnten für eine Weichenstellung sorgen", meint Wolff.


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