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Formel 1

Formel 1, Pérez für Verstappen geopfert: Halbe Sekunde gewonnen

Red Bull betreibt Schadensbegrenzug in Monza. Nach einem enttäuschenden FP1 startet Verstappen den Sprint von Position drei. Pérez wurde hierfür geopfert.
von Samuel Marton

Motorsport-Magazin.com - Max Verstappen konnte auf dem Autodromo Nazionale Monza das Schlimmste verhindern und sich für das Sprintrennen am Samstag auf Startposition drei stellen. In Hinsicht auf die vergangene Saison eine deutliche Steigerung, auf Mercedes fehlten dennoch vier Zehntel - trotz Windschatten.

"Ich denke, für uns ist diese Strecke immer schwierig. Wir haben im FP1 mehr zu kämpfen gehabt als wir wollten, haben uns bis zum Qualifying aber gut zurückgekämpft. Ich bin also glücklich mit Position drei", zeigt sich Verstappen unmittelbar nach dem Qualifying zufrieden. Nach einer alarmierenden Trainingssession konnte Red Bull rechtzeitig reagieren - mit Erfolg. Dass es letzlich für Position drei gereicht hat, hat Verstappen aber vor allem seinem Teamkollegen Sergio Pérez zu verdanken. Der Mexikaner nimmt den Sprint von Position neun in Angriff.

Verstappen gewinnt halbe Sekunde durch Pérez-Windschatten

Red Bull darf nach dem Qualifying aufatmen. Nachdem beim österreichischen Rennstall nach der ersten Trainingssession vor dem Qualifying bereits die Alarmglocken läuteten, konnten sich Verstappen und Co. wieder erholen. Ohne Pérez wäre dies aber nicht möglich gewesen. Der Mexikaner gab seinem niederländischen Teamkollegen auf beiden Q3-Runden einen Windschatten.

"Perez hat zweimal optimalen Windschatten gegeben", erklärt Red-Bull-Motorsport-Berater Dr. Helmut Marko nach dem Qualfiyn gegenüber Motorsport-Magazin.com. "Das hat er auf sich genommen." Gebracht haben soll das insgesamt eine halbe Sekunde. 2020 fehlten Verstappen auf die Pole-Position fast eine ganze Sekunde - ein Schritt nach vorne. Trotzdem fehlten auf die Pole-Zeit von Valtteri Bottas am Freitag vier Zehntel.

Formel 1, Monza: Strafe für Bottas! Trifft es auch Hamilton?: (09:47 Min.)

Dr. Helmut Marko erklärt, dass allerdings durchaus noch mehr Zeit im Q3 drinnen gewesen wäre. Der große Rückstand liegt nach Ansicht des Grazers im zweiten Q3-Outing begraben. Dort fuhren Pérez und Verstappen an der Spitze des Feldes. "Was vielleicht ein Fehler war, ist, dass wir als erste rausgefahren sind. Je mehr Autos [vor dir sind; Anm. d. Red.], umso effizienter wirkt der Windschatten", erklärt Dr. Helmut Marko.

Einziger fader Beigeschmack bleibt in diesem Zusammenhang die Zeit von Valtteri Bottas. Beim Finnen wurde vor dem Qualifying ein neuer Motor eingebaut. "Wenn man sich das ansieht, dass Bottas mit einem Motor, der gewechselt wurde, und ohne Windschatten so eine Zeit gefahren hat, dann ist das schon alamierend", erklärt Helmut Marko.

Dr. Helmut Marko: FP1 war 'düster'

Dass Red Bull Max Verstappen letzten Endes auf Position drei stellen konnte liegt aber nicht nur an dem Windschatten von Sergio Pérez. Wie Dr. Helmut Marko verrät, konnten am Boliden von Verstappen nach dem enttäuschenden FP1 die richtigen Änderungen vorgenommen werden. "Nach dem FP1 hatten wir einen düsteren Blick." Schließlich fehlte Verstappen im ersten Freien Training fast eine halbe Sekunde auf WM-Rivale Lewis Hamilton.

Sergio Pérez musste sich am Freitag in den Dienst seines Teamkollegen Max Verstappen stellen - Foto: LAT Images

"Wir sind dann aber auf ein Downforce-Level gegangen, mit dem Max attackieren konnte." Bedeutet: Max Verstappen bestritt das Qualifying mit mehr Flügel. Dadurch musste der Niederländer zwar Zeit auf den Geraden einsparen, konnte in den Kurven aber mehr angreifen.

Die auf den Geraden verlorene Zeit habe laut Marko daher keine allzu große Rolle gespielt. "Was wir beim Topspeed verloren haben - ich kann nicht genau sagen, wie viel km/h es waren - haben wir in den Kurven wieder zurückgewonnen."

Sprint-Start als Chance - McLaren gefährlich

Für den Sprint am Samstag rechnet sich Red Bull bessere Chancen aus. Vor allem eine Tatsache stimmt Helmut Marko positiv. "Ich bin froh, dass wir morgen auf der sauberen Seite starten und Hamilton auf der schmutzigen Spur. Wenn wir da einen guten Windschatten erwischen, dann kann uns das vor Norris retten, der bekanntlich ein guter Starter ist."

Die Gefahr kommt an diesem Wochenende nämlich auch von hinten. Der Highspeed-Kurs in Monza zählt bekanntlich zu den Stärken des MCL35M. Verstappen konnte Lando Norris und Daniel Ricciardo im Qualifying nur knapp hinter sich halten. Norris sei daher vor allem in den ersten Runden eine Gefahr. "Wenn der mal vorne ist, dann wird es umso schwieriger, den zu überholen", so Dr. Helmut Marko.

Max Verstappen zeigt sich unterdessen ebenfalls zuversichtlich, dass im Sprint noch etwas gehen könnte. "Du kannst dir nie sicher sein. Vielleicht können wir noch etwas bei den Longruns herausholen. Für uns ist es natürlich schwierig hier, nichtsdestotrotz können wir hier ein paar gute Punkte holen.


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