Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Formel 1 2021 - Toto Wolff optimistisch: Wir geben nicht auf

Mercedes-Boss Toto Wolff entdeckt nach der Formel-1-Niederlage in Österreich seine optimistische Ader. Sein Motto: Die WM ist noch lange nicht verloren.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Mercedes verlor nach der bereits fünften Niederlage in Serie im Formel-1-Titelkampf am letzten Wochenende weiter an Boden. In Österreich war Red-Bull-Pilot Max Verstappen in einer eigenen Dimension unterwegs und sowohl Valtteri Bottas als auch Weltmeister Lewis Hamilton konnten nicht mithalten. Toto Wolff will die Weltmeisterschaft aber noch nicht abschreiben und feuert sein Team an: "Wir geben niemals einen Kampf auf. Das ist das letzte, was wir machen."

Wolff spielt auf Zeit: Nur ein Ausfall Rückstand

Obwohl Mercedes in den letzten Rennen nur selten mit dem dominanten RB16B von Max Verstappen auf Augenhöhe performen konnte, hebt Wolff die positiven Aspekte der derzeitigen Situation seines Teams hervor. "Ich bin sonst immer eine skeptische Person, aber in diesem Fall sehe ich es positiv. Und positiv ist, dass wir noch 13 oder 14 Rennen zu fahren haben und wir nur ein DNF hinter Red Bull liegen", sagte Wolff.

In seiner neuen Rolle als Jäger fühlt sich Mercedes bereits wohl. Wolff sagte: "Es ist ein sehr unterhaltsames Lebensexperiment, in dem wir uns wiederfinden. Nach sieben Weltmeisterschaften in Serie wieder in einen harten Kampf involviert zu sein - allen Widerständen zum Trotz - das ist eine neue Erfahrung, die uns stärker macht. Wir werden in vielen Jahren darauf zurückblicken und sagen, dass es notwendig war."

Obwohl sich Wolff eindeutig in der Außenseiter-Rolle sieht, ist sein Ehrgeiz, auch 2021 erfolgreich zu sein, ungebrochen. "Es läuft alles nach dem Motto: Wenn du verlierst denkst du: 'Wieso zur Hölle haben wir verloren?' Wenn du gewinnst, tust du das nicht, da fragst du nicht: 'Wieso zur Hölle haben wir gewonnen?' ", erklärte er. Aus diesem Grundprinzip will Wolff Motivation schöpfen.

Optimismus-Wolff statt Tiefstapel-Toto

In den vergangenen Jahren übte sich Wolff während der Dominanzphase seines Teams häufig darin, die Überlegenheit von Mercedes herunterzuspielen, was ihm den Spitznamen Tiefstapel-Toto einbrachte. 2021 ist das offensichtlich anders und das obwohl Mercedes die längste Erfolglos-Serie seit der Einführung der Hybrid-Motoren verbucht. Fünf Grands Prix in Folge ohne einen Sieg der Silberpfeile, das gab es seit 2014 noch nie.

Mercedes will die Formel-1-Saison 2021 noch nicht abschreiben. - Foto: LAT Images

Es spricht jedoch einiges dafür, dass dieser Negativ-Lauf beim Großen Preis von Großbritannien, der am 18. Juli in Silverstone über die Bühne geht, zu einem Ende kommen könnte. Einerseits war der Kurs in Mittelengland in der Vergangenheit traditionell Mercedes-Land. Seit 2013 musste sich Mercedes in neun Rennen nur zweimal der Konkurrenz beugen - einmal davon unfallbedingt. Andererseits bringt das Team aus Brackley beim vorletzten GP vor der Sommerpause auch Upgrades an seinem Wagen an.

Mercedes nach Österreich-GP: 44 Punkte Rückstand

Die Zahlen sprechen für sich. In der Weltmeisterschaft hat Hamilton nach neun Rennen 31 Zähler Rückstand, und das obwohl der Titelverteidiger die Meisterschaft nach dem Großen Preis von Spanien sogar mit 14 Punkten anführte. Noch eklatanter ist der Umschwung in der Konstrukteurs-WM. Nach dem Rennen in Barcelona war Mercedes im Titelkampf noch 29 Punkte voran, inzwischen verwandelte sich dieser Vorsprung in einen Rückstand von 44 Zählern.

Dass ein Umschwung gegen Verstappen und Red Bull in diesem Jahr nicht einfach werden wird, sieht aber auch Wolff ein. "In Österreich hatten wir nicht die Performance, die wir gebraucht hätten, um mit Red Bull zu kämpfen, das ist uns bewusst", gestand der Mercedes-Teamboss. Dazu kam eine nicht geglückte Umsetzung der Rennen. "Wir haben aufgrund eigener Fehler mehr Punkte verloren, als wir hätten verlieren sollen", führte der Österreicher aus.

Der 49-Jährige warnte deshalb auch davor, die Streckencharakteristik des Red Bull Rings als Entschuldigung für die deutlichen Niederlagen bei den letzten beiden Grands Prix vorzuschieben: "Wir dürfen uns nicht dazu verleiten lassen, mit Österreich abzuschließen und nicht mehr darüber nachzudenken. Ich glaube, wir haben wirkliche Hinweise gesehen, was vielleicht bei uns nicht rund läuft", analysierte er wage.


Weitere Inhalte: