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Formel 1

Renault-Ausstieg ohne Alpine: Formel 1 verkauft keine Clios

Die Umbenennung des Formel-1-Teams von Renault in Alpine hat offenbar den F1-Verbleib der Franzosen gerettet. Werbeeffekt für Clio, Megane & Co fragwürdig.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Renault zählte in der jüngeren Vergangenheit zu den größten Sorgenkindern, als es darum ging, welche Teams der Formel 1 in Zukunft den Rücken kehren könnten. Letztlich unterschrieben im Vorjahr alle Teams das neue sogenannte Concorde Agreement, das die finanziellen und politischen Machtverhältnisse zwischen kommerziellem Rechteinhaber, FIA und den zehn Rennställen definiert.

Doch bei den Franzosen war der Formel-1-Exit tatsächlich alles andere als abwegig - und wurde intern ganz klar diskutiert. Das verriet nun Laurent Rossi, CEO der Sportwagenabteilung Alpine des französischen Autobauers, nach der für 2021 das Formel-1-Team von Renault neu benannt wurde.

Renault hinterfragte Formel-1-Projekt fortwährend

„Die Denke hinter Renault und der F1 wurde innerhalb des Unternehmens immer in Frage gestellt, aus verschiedenen Gründen. Wann auch immer wir auf Probleme gestoßen sind und die Ausgaben kürzen mussten, hat sich das Management gefragt, was das Projekt wert sei. Und das macht auch Sinn“, sagte Rossi nun den französischen Kollegen von Auto Hebdo.

„Alle paar Jahre wurde darüber nachgedacht, ob die Teilnahme an der Formel 1 das Geld wert sei“, sagte Rossi. „Die Formel 1 entfernte sich so weit von unseren Produkten, dass wir uns gefragt haben, ob das wirklich geholfen hat, Clios oder Meganes zu verkaufen“, erklärte der Italiener, der direkt an Renault-Boss Luca de Meo berichtet.

Formel 1 zu weit weg von Renault Clio & Co: Alpine besser

Bei Sportwagen - von Alpine - sieht das anders aus. Tatsächlich soll das Rebranding von Renault zu Alpine deshalb alles entscheidend für den Formel-1-Verbleib des Konzerns gewesen sein. Rossi: „Bei Alpine und der Formel 1 ist es ein viel logischere Kombination. Die Marke wird in der Lage sein, die Aufmerksamkeit der Medien sehr gut zu nutzen.“

Der Alpine-Chef weiter: „23 Grands Prix mit 500 Millionen Leuten, die alle zwei Wochen das Logo sehen - das wird sich ohne Zweifel auszahlen. Besonders wenn wir in guter Gesellschaft mit Aston Martin, Mercedes, McLaren und Ferrari sind.“

Für Renault dient die Formel 1 nun als die wichtigste Werbebühne, um die lange Jahre eingemottete Sportwagensparte (wieder) bekannt zu machen. Seit der vollständigen Übernahme Alpines durch Renault im Jahr 2014 läuft die Wiederbelebung der Marke und die Produktion eigener Fahrzeuge.


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