Hinter Jorge Martin liegen die härtesten Monate seiner Karriere. Mit dem ultimativen Erfolgserlebnis des MotoGP-Weltmeistertitels in das Jahr 2025 gegangen, taumelte Martin in den ersten Monaten von einer Verletzung in die nächste. Vor allem der schwere Unfall in Katar mit zahlreichen Rippenbrüchen und einer Lungenquetschung machte dem Titelverteidiger mental mächtig zu schaffen.

Jorge Martin dankt Marc Marquez

Bei seiner Pressekonferenz zum Comeback am Donnerstag in Brünn war Martin, angesprochen auf diese Tage im Krankenhaus von Doha, den Tränen nahe. Er dankte all seinen Unterstützern in dieser Zeit und hob dabei später in einer Medienrunde eine Person besonders hervor: Marc Marquez. Dass es ausgerechnet Marquez war, der Martin unter die Arme griff, ist doch bemerkenswert. Schließlich war es er, der dem 'Martinator' den Ducati-Werksplatz für 2025 und 2026 wegschnappte und ihn so quasi zum Wechsel ins Aprilia-Lager zwang.

Wie Martin verriet, hatte ihm Marquez dazu geraten, keine Entscheidungen über seine Zukunft zu treffen, so lange er ans Krankenbett gefesselt war. Marquez weiß natürlich, wovon er spricht: Nach seiner Oberarmfraktur 2020 in Jerez und dem überhasteten Comeback durchlebte auch er düstere Zeiten. Seine MotoGP-Zukunft stand auf der Kippe, erst nach vier Operationen kehrte er zu alter Stärke zurück.

Marc Marquez erklärt Hilfe für Jorge Martin: Will alle Gegner auf der Strecke

Am Freitag wurde Marquez in Brünn auf Martins Dankesworte angesprochen und erwiderte die Wertschätzung: "Ich habe Jorges Aussagen gehört und möchte mich auch bei ihm bedanken. Wenn ich jemandem solche Nachrichten sende, dann will ich das nicht öffentlich über Instagram machen, sondern lieber privat." Marquez erklärte anschließend seine Beweggründe für die Unterstützung eines seiner größten Gegenspieler. "Jorge ist natürlich ein Rivale, aber er ist auch der amtierende Weltmeister und ich will alle meine Gegner auf der Strecke haben. Er scheint nun mit voller Überzeugung zurückgekommen zu sein. Das haben wir heute gesehen. Ich freue mich, dass wir die Startnummer eins wieder auf der Strecke haben", so Marquez.

Jorge Martin 2026 bei Aprilia: MotoGP-Liebe sieht anders aus (10:47 Min.)

Bei allem Konkurrenzkampf verwies der Dominator der MotoGP-Saison 2025 auf die menschliche Komponente des Sports: "Gerade in solchen Situationen muss man sich daran erinnern, dass wir alle Menschen sind. Ich wusste, wie er sich dieser Situation fühlt und welche Gedanken ihm durch den Kopf gehen. Deshalb habe ich ihm alles Gute gewünscht und diesen Rat gegeben, dass er während dieser Verletzungspause keine wichtigen Entscheidungen treffen soll. Wenn du verletzt bist und im Krankenhaus liegt, dann erscheint alles dunkel. Alles erscheint schwarz. Du siehst kein Licht."

Nun sieht Jorge Martin wieder Licht. Er lieferte am Freitag in Brünn mit Rang fünf ein mehr als überzeugendes Comeback ab. Wie dieses im Detail ablief und was es für seine Zukunft mit Aprilia bedeutet, lest ihr in unserem Artikel: