Felix Baumgartner ist tot. Diese Meldung schockte am Freitag die Sportwelt. "Wir sind schockiert und unendlich traurig. Felix war einer, der Grenzen auslotete. Und er war dabei immer absolut professionell, hoch konzentriert, unglaublich akribisch. Felix überließ nichts dem Zufall. Felix, wir werden dich sehr vermissen", hieß es in einer offiziellen Stellungnahme seitens Red Bull Austria.

Baumgartner schrieb mit Stratos-Sprung Geschichte

Baumgartner verunglückte am Donnerstag beim Absturz seines motorisierten Paragliders im Küstenort Porto Sant'Elpidio an der Adriaküste. Der Salzburger verlor die Kontrolle über sein Fluggerät und stürzte in einer Hotelanlage ab. Noch wird untersucht, ob technisches Versagen oder ein Herzinfarkt Baumgartners zu dem Unglück geführt haben. Weltweite Berühmtheit erlangte der Extremsportler als er am 14. Oktober 2012 aus einer Höhe von 39 Kilometern, der Stratosphäre, in Richtung Erde sprang und damit Geschichte schrieb.

Ganze vier Minuten und 19 Sekunden dauerte der freie Fall, dabei erreichte er Geschwindigkeiten von mehr als 1.300 km/h. Eine weitere Leidenschaft des Österreichers war der Motorsport. Baumgartner war im Formel-1-Paddock stets ein gern gesehener Gast. 2019 nahm Max Verstappen den Österreicher auf eine Runde um den Yas Marina-Kurs in Abu Dhabi mit.

Felix Baumgartner am F1-Grid in Monaco
Baumgartner beim Monaco GP, Foto: Red Bull Content Pool/Getty Images
Felix Baumgartner und David Hasselhoff vor der Box von Sebastian Vettel
Baumgartner posiert mit David Hasselhoff und der Red-Bull-Boxencrew, Foto: Red Bull Content Pool/Getty Images
Felix Baumgartner zu Besuch beim Österreich GP
Österreich GP: Da durfte Baumgartner nicht fehlen, Foto: Red Bull Content Pool/Getty Images

2013 drehte Baumgartner in einem Formel-1-Dreisitzer ein paar Runden auf dem Circuit Paul Ricard. Sein Chauffeur damals: David Coulthard. "Davon habe ich schon als kleiner Bub geträumt", schwärmte Baumgartner bereits im Vorfeld der Fahrt.

Felix Baumgartners Fahrt im Formel-1-Dreisitzer (01:57 Min.)

Vom Rennfieber gepackt: Teilnahme bei Langstreckenrennen

Danach bekam Baumgartner offenbar Lust darauf, selbst Rennen zu fahren. Nur wenige Monate später ging er im Scirocco Cup auf dem Hockenheimring an den Start. 2014 erhielt er die Chance, beim legendären 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring mit Frank Biela, Pierre Kaffer und Marco Werner zu starten. Um sich optimal auf diese Herausforderung vorzubereiten, absolvierte Baumgartner im Vorfeld einige Läufe der Langstrecken-Meisterschaft VLN. Es zahlte sich aus. Das Quartett Felix Baumgartner, Frank Biela, Pierre Kaffer und Marco Werner holte am Steuer eines Audi R8 LMS ultra Platz neun.

Felix Baumgartner bereitet sich mit VLN-Rennen vor
Baumgartner bereitete sich mit VLN-Rennen auf den 24h-Klassiker vor, Foto: Red Bull Content Pool / Bernhard Spöttel Audi
Felix Baumgartner im Cockpit des Audi in Vorbereitung auf das VLN4-Rennen auf dem Nürburgring
Bei den 24h Nürburgring holte er Platz 9, Foto: Red Bull Content Pool / Bernhard Spöttel Audi

"Mein Freund, du warst einer der spinnigsten & lustigsten Typen, die ich je kennenlernen durfte! Es war toll, mit dir zusammen die Nordschleife zu rocken. Du hast das Extreme geliebt, warst dabei immer fokussiert und hast deine Checklisten immer abgearbeitet! Wünsche deiner Familie viel Kraft in der schweren Zeit, und dir, lieber Felix, dass du im Himmel jetzt keine Flügel mehr brauchst, um dich auszutoben. Ruhe in Frieden", postete Pierre Kaffer auf Instagram.

Sportliche Meilensteine Felix Baumgartner

  • 1996: Erster Basejump von der New River Gorge Bridge, West Virginia, USA
  • 1999: Sprung vom 88. Stockwerk der Petronas Towers in Kuala Lumpur, Malaysia
  • 1999: Sprung vom rechten Arm der Christusstatue am Corcovado in Rio, Brasilien
  • 2003: Wettfliegen gegen Propellermaschine über Lake Powell, Utah, USA
  • 2003: Überquerung des Ärmelkanals von Dover nach Calais in 6 Minuten im SkyRay-Anzug
  • 2003: Sprung vom Turning Torso, Malmö
  • 2007: Sprung vom Wolkenkratzer Taipeh 101 aus 390,2 Metern Höhe
  • 14. Oktober 2012: Red Bull Stratos