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Formel-1-Fahrerranking 2020: Menath rechnet ab

Die Motorsport-Magazin.com-Redakteure ziehen ihr Fazit zur Formel-1-Saison 2020. Heute mit den Tops und Flops aller Fahrer von Christian Menath.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Eine Sache vorneweg liebe Motorsport-Magazin.com-Leser: Natürlich ist unser Fahrer-Ranking mit einer gewissen Subjektivität behaftet. Für den einen wiegt ein kleiner Fehler im Qualifying schwerer, für den anderen ist das Zeittraining irrelevant, wenn dafür im Rennen geglänzt wird.

Aber genau deshalb machen wir dieses Ranking doch: Ginge es nur um objektive Punkte, genügt doch ein Blick auf den 'echten' WM-Stand. Natürlich wollen wir eine gewisse Fairness in 'unseren' WM-Stand bringen, schließlich versuchen wir, das Material aus der komplexen Gleichung herauszunehmen.

Wie heißt es so schön: Eine Simulation ist nur so gut wie die Daten, mit der man sie füttert. Unsere Daten sind subjektiv, auch wenn jeder einzelne von uns versucht, mit der größtmöglichen Objektivität an die Sache heranzugehen.

Viel Lärm um nichts, aber was ich damit eigentlich sagen will: Niemand haut einen Fahrer absichtlich und gerne in die Pfanne. Und deshalb sollten wir das auch nicht miteinander tun. Lasst uns fair und freundschaftlich über die Ergebnisse diskutieren, dann macht es am meisten Spaß.

Wir haben das Fahrer-Ranking in den letzten Tagen von oben nach unten und von links nach rechts analysiert. Jetzt ist die Zeit für die Abrechnung gekommen, wie die Fahrer bei den einzelnen Redakteuren abgeschnitten haben. Ich mache den Anfang, Jonas und Florian folgen in den nächsten Tagen.

Was gibt es zu meinem Ergebnis zu sagen? Dass ich selbst überrascht bin. Wir haben keine Zwischenstände während der Saison ausgerechnet. Fragt mich jemand, wer der beste Fahrer 2020 war, entgegne ich mit Lewis Hamilton, gefolgt von Max Verstappen. Meine Notenvergabe sieht das offenbar anders. Es ist verdammt eng, aber Verstappen gewinnt bei mir vor Hamilton.

Dahinter klafft bereits eine kleine Lücke. Vermutlich aber nur, weil sich Sergio Perez zu Saisonbeginn nicht deutlich genug von Lance Stroll absetzen konnte. Der Mexikaner fuhr insgesamt eine fantastische Saison. Seine Beförderung zu Red Bull ist nur folgerichtig.

Auf den Plätzen dahinter tummeln sich die Verdächtigen, die ich dabei auch im Sinn hatte. Überrascht bin ich nur von Charles Leclerc. Die Pace des Monegassen war 2020 überwältigend, aber die Fehlerquote etwas zu hoch. Die haben ihn eine bessere Platzierung gekostet.

Pos. Fahrer Note
1 Verstappen 1,41
2 Hamilton 1,44
3 Perez 1,93
4 Ricciardo 2.00
5 Gasly 2
6 Sainz 2,06
7 Russell 2,06
8 Norris 2,24
9 Leclerc 2,41
10 Bottas 2,76
11 Kvyat 2,94
12 Magnussen 2,94
13 Räikkönen 3,12
14 Ocon 3,18
15 Grosjean 3,21
16 Giovinazzi 3,29
17 Stroll 3,38
18 Vettel 3,65
19 Latifi 3,65
20 Albon 4.00

Bei Vettel stimmten weder Pace noch Fehlerquote. Ich glaube nicht, dass Vettel fahrerisch in diesem Feld nur auf 18 liegt, seine Leistungen in diesem Jahr aber schon. Klingt hart, aber es war einfach nicht sein Jahr. Dazu hat Leclerc die Messlatte bei der Pace eben sehr hochgelegt, was es für den Teamkollegen nicht einfach macht.

Genau das wurde auch Alexander Albon zum Verhängnis. Ich denke nämlich auch nicht, dass der Thailänder der schlechteste Pilot im Feld ist. Er ist definitiv stärker als Nicholas Latifi. Aber Verstappen ließ ihn eben verdammt alt aussehen. Das zeigt mir wieder, was ich eingangs schrieb: Eine Simulation ist nur so gut wie die Daten, mit der man sie füttert.

Der Teamkollege ist der einzige wirkliche Gradmesser. Und wenn der derart überperformt, kann das unsere Rechnung aus dem Gleichgewicht bringen. Auch wenn sich - meiner Meinung nach - insgesamt ein repräsentatives Bild für die Saison 2020 ergibt, perfekt ist es natürlich nicht. Aber versprochen: Ich werde 2021 weiter daran arbeiten, die Daten, mit der ich das Ranking füttere, zu verbessern.


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