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Formel 1

Formel 1 Österreich: Ricciardo zerstört Renault im Training

Daniel Ricciardo sorgt mit einem heftigen Crash im 2. Freien Training für viel Karbonschrott und eine längere Unterbrechung. Der Renault-Pilot humpelt.
von Christian Menath & Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Schrecksekunde im 2. Freien Training zum Steiermark GP 2020: Nach einer guten Viertelstunde beendete Daniel Ricciardo seine Session unsanft im Reifestapel. Der Renault-Pilot verlor in der vorletzten Kurve die Kontrolle über sein Auto und schlug heftig im Reifenstapel ein.

Ohne Vorwarnung brach am Renault das Heck aus, Ricciardo drehte sich rückwärts in die Auslaufzone. Mit hoher Geschwindigkeit traf der Australier schließlich die Streckenbegrenzung, zunächst mit dem Heck, anschließend mit der linken Fahrzeugseite.

Ricciardo: Rückenwind und zu viel Speed Grund für Abflug?

"Es geschah alles sehr schnell, deshalb bin ich gar nicht so sicher, was daneben ging. Ich habe eingelenkt und einfach das Auto sofort verloren. Wir haben dort etwas Rückenwind festgestellt, deshalb habe ich das Heck vielleicht etwas leichter verloren, weil es dafür dann etwas zu viel Speed war", schilderte Ricciardo.

Insgesamt sei der Crash nicht der Rede wert gewesen. "Diese Dinge passieren mit Autos und in der Formel 1, es war nichts Ungewöhnliches. Zum Glück passiert mir sowas nicht allzu oft", sagte der Renault-Pilot.

Daniel Ricciardo im Glück: Nur Knieprellung

Ricciardo konnte zwar aus eigener Kraft aus dem Cockpit klettern, doch die wenigen Meter zum Medical Car humpelte er recht deutlich. "Ich habe mir das Knie an der Lenkstange angeschlagen, aber sie haben es untersucht. Es ist nur etwas geprellt. Alles gut", erklärte Ricciardo.

Weil beim Unfall die Sicherheits-Warnleuchte auslöste, musste Ricciardo also zum Routine-Check ins Medical Center. Nach kurzer Untersuchung erklärte der FIA-Sicherheitsdelegierte den Renault-Piloten für fit. Ricciardo dazu: "Ich bin in Ordnung, aber das Auto ist ziemlich verprügelt. Es tut mir leid. Nicht nur für mein Knie, sondern auch für die Jungs."

Ricciardo verpasst vielleicht vorentscheidendes Training

Die gesamte linke Seite des R.S.20 wurde beim Crash beschädigt. Auch der Reifenstapel nahm dabei Schaden: Die Reparaturarbeiten waren aber nach zwölf Minuten erledigt, das Training konnte wieder aufgenommen werden.

Allerdings nicht für Ricciardo, der deshalb die vielleicht letzte Session vor dem Rennen verpasste. "Das Auto fühlte sich heute Morgen gut an, besonders zum Ende hin. Die zweite Session wäre interessant gewesen", klagte Ricciardo. Nach aktuellen Prognosen soll es am Samstag in Spielberg heftig regnen, womöglich müssen drittes Training & Qualifying abgesagt werden.

Ricciardo: "Jetzt müssen wir eben morgen oder Sonntag herausfinden, wie es um unsere Pace steht." Im schlechtesten Fall muss das vom letzten Startplatz aus geschehen. Sollte tatsächlich kein Qualifying stattfinden, wird die Startaufstellung auf Basis des Ergebnisses im zweiten Training gebildet.


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