Formel 1

Grosjean, Magnussen beschwören: Wir mögen uns, Haas-Jobs sicher

Drei Unfälle zwischen Grosjean und Magnussen sind drei zu viel für Haas. Beide sehen teamintern aber keine Probleme. Auch nicht mit dem Kollegen.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Haas hat Probleme. Das steht 2019 in der Formel 1 außer Frage. Es gibt Verständnis-Probleme - nicht nur mit dem Auto, auch zwischen den beiden Fahrern. In Hockenheim fuhren sich Romain Grosjean und Kevin Magnussen zum dritten Mal in der laufenden Saison ins Auto.

Teamchef Günther Steiner hat vor Ungarn erneut eine striktere Handhabung von teaminternen Zweikämpfen verkündet, allerdings keine klare Teamorder für die beiden Streithähne. Die beschuldigten sich in Hockenheim gegenseitig und hinterließen das Bild einer zerrütteten Fahrerpaarung. Vier Tage später versuchen sie in Ungarn zu relativieren. Beide wollen von einer Krise nichts wissen.

Grosjean & Magnussen versichern: Keine Team-Krise

Die Kommunikationslinie bei Grosjean und Magnussen lautet in Ungarn jedenfalls: Schuld ist Silverstone - und Silverstone war Pech. Da waren sie sich in der ersten Runde gleich ins Auto gefahren, und beide erlitten dadurch einen Reifenschaden.

In Ungarn saßen Magnussen und Grosjean in der Pressekonferenz - Foto: LAT Images

"Es gab keine bösen Absichten von uns", stellt Magnussen klar. Wie auch Grosjean: "Silverstone war etwas Pech. Unsere Beziehung, da könnten die Leute denken, dass sie nicht gut aussieht, aber ich komme mit Kevin sehr gut aus. Wir rufen uns einmal pro Woche an oder so. Wir haben uns auch zusammengesetzt und uns angesehen, was wir besser machen können, damit das nicht wieder passiert."

"Abgesehen von den Zwischenfällen in den Rennen haben wir eine konstruktive Beziehung", beschwichtigt Magnussen und zeichnet ein Bild von trauter Zweisamkeit in der Haas-Garage. "Romain ist ein cooler Typ. Wir kommen gut miteinander aus, wenn wir zur Arbeit kommen. Das wird alles etwas aufgeblasen und ist nicht so schlimm, wie es aussieht."

Haas-Fahrer spielen Hockenheim herunter: War in der Hitze des Gefechts

Weitere Kommentare zu Hockenheim sparen sich Grosjean und Magnussen aber. Während und direkt nach dem Rennen schienen sie sich beide noch sicher, dass der jeweils andere Schuld hatte. Vier Tage später will Magnussen von Schuldzuweisungen nichts mehr wissen: "In der Hitze des Gefechts glaubst du immer, dass du Recht hast. Dann analysierst du, es fühlt sich nicht mehr so schlimm an. Und am Ende ist es keine große Sache."

Grosjean gibt ebenfalls der Intensität eines Autorennens die Schuld: "Wenn du mit 300 fährst, wirst du nicht sagen, dass du bitteschön Recht hattest, er falsch lag, und ob er vielleicht die Position zurückgeben könnte, wenn er wollte. Du sagst einfach 'fuck off, gib mir den Platz'."

Grosjean und Magnussen nehmen Teamorder hin: Wenn Haas will

Haas-Teamchef Günther Steiner zögert selbst nach dem dritten Zusammentreffen, konkrete Maßnahmen anzukündigen. Allerdings gibt es vor Ungarn einmal die Ansage: Zweikämpfe stehen bei Haas jetzt unter strengster Beobachtung. Zwei Warnungen seit Barcelona scheinen ja keine Wirkung gezeigt zu haben, sonst wären Silverstone und Hockenheim nicht passiert.

Bringt es die dritte Warnung also? Die Fahrer klingen nicht viel anders als nach der zweiten. "Was wir denken, spielt am Ende keine Rolle", sagt Magnussen. "Ich werde einfach respektieren, was mir das Team sagt, was sie von mir fordern. Ich verstehe ihre Perspektive. Silverstone war schlimm für sie, das wollen sie unbedingt vermeiden."

"Wenn das die kurzfristige Lösung dafür ist, dann ja", sagt Grosjean auf die Frage, was er von Teamorder halten würde. Und Magnussen "Das Ende der Geschichte ist, dass wir uns gegenseitig respektieren, und für das Team das Beste wollen. Jetzt gibt es neue Richtlinien, an die wir uns halten werden und weitermachen werden."

Weder Grosjean noch Magnussen fürchten um Haas-Platz

Doch das alles klingt wirklich nicht nach viel mehr als das, was Grosjean und Magnussen vor Hockenheim von sich gaben. Und da hatte es auch nicht geholfen, wie das Rennen zeigt. Nur verständlich, dass Fragen bezüglich der Arbeitsplatz-Sicherheit bei beiden Fahrern auftauchen."

Wie von allem anderen wollen sie aber auch davon nichts wissen. "Ich hatte letztes Jahr da größere Sorgen", so Grosjean. "Überhaupt keine Sorgen", so Magnussen.


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