Formel 1

Formel 1 China 2019: Die heißesten Fragen vor dem Rennen

Formel-1-Jubiläum in Shanghai: 1000 GP der F1-Geschichte. Wer drückt dem Meilenstein in China seinen Stempel auf? Die Brennpunkte zum dritten Rennen 2019.
von Jonas Fehling
Formel 1 2019: Brennpunkte vor dem China GP: (07:08 Min.)

Großes Jubiläum beim Großen Preis von China 2019: Das 1.000. Formel-1-Rennen steht vor der Tür - und wirf schon im Vorfeld brennende Fragen auf.

Überwindet Sebastian Vettel seine Mini-Krise aus Bahrain? Hält die Ferrari-Technik nach dem Motordefekt von Charles Leclerc? Ist Mercedes' Zittern vor der Scuderia gerechtfertigt? Trumpft plötzlich Red Bull wieder auf? Oder überstrahlt eine Sensation sowieso alles?

Wir werfen einen Blick auf die fünf heißesten Themen vor dem Grand Prix in Shanghai.

#1: Findet Sebastian Vettel zurück zur Bestform?

Für Sebastian Vettel verkam der Bahrain GP zu einem kleinen Horrortrip. Von Charles Leclerc das nahezu gesamte Wochenende übertrumpft, drehte sich der Ferrari-Pilot im Rennen auch noch im Duell mit Lewis Hamilton. Entsprechend schlechte Presse kassierte der Deutsche insbesondere im ungeduldigen Italien. Schlägt Seb in China gleich zurück?

Was Mut machen kann, aber nicht muss: Vettels nur breites Grinsen, als Motorsport-Magazin.com ihn nach seinem Bahrain-Test im Chassis seines Teamkollegen fragte, ob es damit denn besser gelaufen sei. Und natürlich Vettels Talent. Das hat er natürlich nicht einfach von heute auf Morgen verloren. In China siegte Vettel ohnehin schon. Das ist zwar lang her (2009), doch allzu weit weg war Ferrari zuletzt nicht. "Vielleicht bekommen wir dieses Mal ja das kleine bisschen Glück extra", hofft Vettel.

#2: Hält die Technik bei Ferrari?

In Bahrain war Ferrari die dominierende Kraft. Vor allem auf den Geraden nahm die Scuderia der gesammelten Konkurrenz die Butter komplett vom Brot. Weil man zu viel auf Leistung, zu wenig auf die Zuverlässigkeit achtete? Charles Leclercs bitterer Defekt in der Schlussphase des Rennens könnte das nahelegen.

Allerdings steht inzwischen fest: Mehr als ein Kurzschluss im Zündsystem war es nicht. Ein außergewöhnlicher Sonderfall. Echte Sorgen machen muss man sich um die Scuderia also offenbar kaum.

#3: Bestätigt sich die Angst von Mercedes?

Aber Sorgen machen wegen der Scuderia muss sich die Konkurrenz. Aus dem fast identen Grund: Performance geradeaus. Toto Wolff gab sich nach dem Rennen in Bahrain jedenfalls selbst für die hier hohen Standards des Mercedes-Teamchefs extrem mahnend.

Wer in Bahrain auf den Geraden schon so dominiere, müsse das in China erst recht, bestätigte auch Valtteri Bottas. Zur Erinnerung: Der Shanghai International Circuit verfügt über die mit 1,2 Kilometern längste, echte Gerade des ganzen Rennkalenders.

#4: Wie stark ist Red Bull in China?

Doch wie sehen die Sorgenfalten im Bezug auf Red Bull aus? In Bahrain kein Gegner, weder für Ferrari noch Mercedes, hat die Bullen noch längst niemand abgeschrieben. In Australien präsentierte sich Max Verstappen im Rennen jedenfalls stark, überholte trotz Albert Park Sebastian Vettel auf der Strecke. An einem dramatischen Sprung auf Motorenseite durch Honda zweifelt inzwischen ohnehin niemand mehr. Das ist allein durch die Topspeedwerte offenkundig.

Zickig verhält sich dagegen noch das Chassis. Ja, plötzlich ist eher dort das Problem zu verorten. Auch, weil beim Winter durch gleich zwei Unfälle Pierre Gaslys viel Zeit verloren gegangen war. Doch beim Bahrain-Test will Red Bull viel nachgeholt haben. Insbesondere, was den größten Brandherd, den Umgang mit den Reifen, gerade an der diffizilen Hinterachse, anbelangt.

Hat Red Bull jetzt seinen Sweetspot gefunden? Mehr Vertrauen für die Fahrer in ihren RB15 wäre jedenfalls immens wichtig. Nicht nur für Verstappens Attacke nach ganz vorne, sondern auch, damit Gasly endlich den Anschluss schafft.

#5: Welche Überraschungen gibt es in China?

Red Bulls Bahrain-Einbruch führte in der Wüste beinahe zu einer echten Sensation: Plötzlich war McLaren drauf und dran, als Speerspitze des Mittelfelds sogar ein Top-Team zu fressen. Was durch diverse Umstände nur knapp misslang, könnte in Shanghai auf viele Art und Weise glücken. Überraschungen vorherzusagen widerspricht der Natur einer Überraschung. Doch das Potential, zumindest in irgendeiner Form eine Überraschung zu erleben, ist in der Formel 1 - gerade im völlig unberechenbaren Mittelfeld - riesig.

Haas und Renault verkauften sich zuletzt völlig unter Wert. McLaren und Alfa Romeo sind allerdings so oder so ernst zu nehmende Gegner, die jeden Fehler sofort bestrafen. Noch dazu ist Toro Rosso nicht zu vergessen. Einzig Racing Point hat noch Nachholbedarf. Was in China in top immer Würze verleihen kann: das Wetter. Oder besser gesagt der Smog. Fällt mal wieder ein Training flach, wird alles nur noch unvorhersehbarer. Ein idealer Nährboden für Sensationen und kleine Wunder …

Formel 1 2019: Brennpunkte vor dem China GP: (07:08 Min.)


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