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Formel 1 2019, 1000. GP: Die zehn besten Rennstrecken

Die Formel 1 feiert 2019 in China ihr 1000. Rennen. Wir blicken in unserer Jubiläumsserie zurück auf 69 Jahre F1. Teil drei mit den besten Rennstrecken.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 feiert 2019 mit dem Großen Preis von China ihr 1000. Rennen. Der erste Grand Prix am 13. Mai 1950 in Silverstone begründete den Mythos der Königsklasse auf vier Rädern. Piloten, Teamchefs und Konstrukteure wurden zu Legenden, spektakuläre Rennen und Boliden gingen in die Geschichte ein. Wir werfen in der Jubiläumswoche einen Blick zurück auf 69 Jahre Formel 1.

In Teil drei schauen wir auf die Orte, die seit über einem halben Jahrhundert die Bühne für die schnellsten Autos der Welt bereiten. Die Rennstrecken. Manche von ihnen waren eher Zufallsprodukte, welche unerwartet zum Mythos wurden. Andere wurden als ultimative Herausforderung geplant, um den Piloten alles abzuverlangen.

Monaco

Der Straßenkurs im Fürstentum ist seit jeher das große Saisonhighlight der Formel 1. Bereits 1950 war der Grand Prix von Monaco erstmals Teil des Kalenders. Die enge und langsame Rennstrecke vermag in ihrer Art nicht mit Achterbahnen wie Suzuka oder Spa-Francorchamps mitzuhalten, doch die Faszination ist auf Seiten von Fans wie Fahrern gleichermaßen unübertroffen. Für die Zuschauer bedeutet Monaco das ultimative Spektakel, denn wenn die schnellsten Autos der Welt zwischen den Leitplanken auf Zeitenjagd gehen, gibt es keinen Raum für Fehler. Und genau diese Herausforderung wissen auch die Piloten zu schätzen. Der Ritt auf der Rasierklinge ist in der Formel 1 einmalig. Die unberechenbare Natur des Circuit de Monaco und das Wetter an der Mittelmeerküste sorgte für einige der legendärsten Rennen der F1-Historie.

Monza

Das Autodromo Nazionale di Monza ist die mit Abstand größte Heiligstätte der Formel 1. Tummeln sich in Monaco vorranging die Reichen und Schönen, sorgen in Monza Jahr für Jahr völlig ekstatische Tifosi auf den Tribünen für Stimmung. Die 1922 erbaute Rennstrecke war bis auf eine Ausnahme 1980 jedes Saison Teil des Formel-1-Kalenders. Von Beginn an handelte es sich bei Monza um einen absoluten Highspeed-Kurs, auf dem Rekorde aufgestellt wurden. Doch die hohen Geschwindigkeiten im Königlichen Park forderten mit Alberto Ascari, Wolfgang Graf Berghe von Trips oder Jochen Rindt auch einige prominente Opfer. Die Italiener sorgten mit Umbaumaßnahmen jedoch stets dafür, dass das Heimrennen von Ferrari seinen festen Platz im Kalender hatte.

Nürburgring

Nur fünf Jahre nach Monza erbaut, stammt der Nürburgring aus derselben Ära des Grand-Prix-Sports. Doch was die Architekten in der Eifel mit der Nordschleife aus der Erde stampften, hatte mit dem Vorbild der Italiener nicht viel zu tun. Die grüne Hölle, wie sie später von Jackie Stewart getauft wurde, erstreckte sich in ihrer ursprünglichen Form über 22.8 Kilometer. Von 1951 bis 1976 gastierte die Formel 1 auf der Nordschleife. Unter den Piloten war sie gleichermaßen geliebt wie gefürchtet. Von Anfang an galt sie als die gefährlichste Rennstrecke im Kalender. Mit den immer schneller werdenden Autos wurde die Naturrennstrecke immer riskanter, was 1970 zu einem ersten Boykott führte. Niki Laudas schwerer Feuerunfall sechs Jahre später besiegelte das Schicksal der Nordschleife. Am Mythos und der Anziehungskraft änderte das jedoch nichts.

Spa-Francorchamps

Während die Nordschleife in der Formel 1 aus dem Verkehr gezogen wurde und dadurch ihren ursprünglichen Streckenverlauf bis heute behielt, wurde der 1921 erbaute Circuit de Spa-Francorchamps stetig modernisiert und ist bis heute Teil des Kalenders. Die Ardennenachterbahn zählt unter den aktuellen Formel-1-Piloten zu den beliebtesten Kursen. Während der im antiken Layout berüchtigte Masta Kink im Zuge der Modernisierungen verschwand, blieb die legendäre Eau Rouge erhalten. Dem Spaßfaktor taten die Anpassungen mit asphaltierten Auslaufzonen keinen Abbruch. Damals wie heute als Fahrerstrecke berüchtigt, ist Spa in der modernen Formel 1 einer der wenigen erhaltenen Mythen. Doch auch das entschärfte Layout sorgt in der Königsklasse für legendäre Momente und Rennen.

Suzuka

1962 im Auftrag von Honda erbaut, war Suzuka im Gegensatz zu vielen anderen Klassikern von Beginn an eine permanente Rennstrecke. Im Formel-1-Kalender tauchte die Strecke mit dem Grand Prix von Japan 1987 erstmals auf. Seinen Platz in der Geschichte fand Suzuka durch einige atemberaubende WM-Entscheidungen. Unvergessen sind die Duelle zwischen Ayrton Senna und Alain Prost oder Michael Schumachers erster Titel mit Ferrari. Die Ehre des Finalrennens hat Suzuka mittlerweile nicht mehr, doch neben Spa gilt der Kurs als eine der wenigen verbliebenen Fahrerstrecken in der F1. Da sie bis heute für nationale Motorradrennen genutzt wird, wurden nicht alle Wiesenflächen und Kiesbetten entfernt, was einige Passagen nach wie vor zu einer Gratwanderung macht.

Hockenheimring

1932 erbaut, fand der Hockenheimring seinen Weg in die Formel 1 erst 1970. Ein Boykott der Nordschleife verschlug die Formel 1 auf den Highspeed-Kurs in Baden-Württemberg. Das Layout des alten Hockenheimrings war einzigartig. Die langen Waldgeraden hatten durchaus einen Touch von Monza, doch das Motodrom verlieh dem Ring seinen ganz eigenen Charakter. Die Stadionatmosphäre im Start- und Zielbereich war ein absolutes Alleinstellungsmerkmal des Kurses. Für die Fahrer und Ingenieure bot der Hockenheimring eine ganz eigene Herausforderung. Die Motoren wurden unter einem hohen Anteil an Volllast auf der Runde auf eine harte Probe gestellt. Die Piloten mussten mit Low-Downforce-Setups die Schikanen und das Motodrom meistern. Der Umbau 2002 bedeutete das Ende für den alten Hockenheimring. Das neue Layout gilt dafür als besonders Zweikampf-freundliche Rennstrecke.

Silverstone

Das Home of British Motor Racing ist neben Suzuka und Spa die letzte verblieben Fahrerstrecke im aktuellen Formel-1-Kalender. 1948 auf einem ehemaligen Stützpunkt der britischen Luftwaffe eröffnet, war Silverstone zwei Jahre später der Austragungsort des ersten Grand Prix in der Formel 1. Durch die offene Fläche war die Rennstrecke von Beginn an ein Ort der Extreme. Über die Jahre hinweg wurde Silverstone immer wieder modifiziert. 1985 stellt Keke Rosberg im Qualifying mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 258.9 km/h einen Rekord auf, der bis 2002 Bestand haben sollte. Zwar wurde Silverstone danach entschärft, doch durch die immer extremer gewordenen Boliden sind die schnellen Kurvenkombinationen nach wie vor eine große Herausforderung für Mensch und Maschine.

Interlagos

Brasilien gehörte nicht zu den Gründernationen der Formel 1, doch die Südamerikaner schickten sich bald an die Königsklasse zu erobern. Dank ihrem ersten großen Star, Emerson Fittipaldi, fand Interlagos 1973 seinen Weg in den Formel-1-Kalender. Die Rennstrecke vor den Toren Sao Paulo bietet trotz des recht kurzen Layouts jede Menge Abwechslung. Die Wetterlage tat in der Vergangenheit ihr Übriges, um für überraschende bis sensationelle Rennen zu sorgen. Vor allem das WM-Finale 2008 ging neben den zwei Siegen von Nationalheld Ayrton Senna in die Geschichte ein. Und der durch Senna ausgelöste Formel-1-Hype sorgt noch heute dafür, dass die Fans zum Grand Prix strömen.

Melbourne

Der moderne Klassiker schlechthin fungiert seit seinem Debüt 1996 traditionell als Saisonauftakt. Doch nicht nur der Status als erstes Rennen der Saison macht den Albert Park Circuit zu einem besonderen Austragungsort. Der Kurs auf den Straßen Melbournes ist genau wie Monaco einzigartig im Kalender. Deutlich schneller und mit kaum mehr Spielraum für Fehler ist Melbourne für die Piloten eine absolute Herausforderung. Fahrfehler werden anders als auf den Rennstrecken des 21. Jahrhunderts auch hier noch unbarmherzig bestraft. Die Rennen sind als Auftakt in die Saison stets unvorhersehbar. Sensationelle Sieger und Debüts sind beim Grand Prix von Australien keine Seltenheit.

Watkins Glen

Zwischen 1960 und 1981 war Watkins Glen Austragungsort für den US Grand Prix. Die Rennstrecke im Bundesstaat New York hatte alles, was das Rennfahrerherz begehrt. Schnelle Passagen und Höhenunterschiede machten die Rennen auf dem Glen, wie die Fans den Kurs umgangssprachlich nannten, zu einem heißen Ritt. Schon 1968 wurde im Rennen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 200 km/h erreicht. Wurden die meisten anderen Rennstrecken zu dieser Zeit verkürzt, wurde ab 1971 sogar auf einer knapp zwei Kilometer längeren Variante gefahren. Doch die mit Slicks und Flügeln bestückten Boliden machten Watkins Glen immer gefährlicher. Mit Francois Cevert forderte der Kurs 1973 sein wohl prominentestes Opfer.


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