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Formel 1, Ocon-Teamchef: Red Bull uns egal, Strafe ungerecht

Esteban Ocons Strafe für den Crash mit Max Verstappen in Brasilien regt Force India mächtig auf. Teamchef Otmar Szafnauer wettert im Interview gegen Regeln.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Esteban Ocon kassierte im Formel-1-Rennen in Brasilien für seinen im Crash geendeten Versuch, sich gegen Max Verstappen zurückzurunden, die härteste sportliche Strafe der F1 vor einer Disqualifikation: zehn Sekunden Stop&Go. Force Indias Teamchef Otmar Szafnauer brachte die Strafe schon in den ersten TV-Interviews auf die Palme.

Motorsport-Magazin.com hakte nochmal nach: Woran stört sich der Rumäne genau? Wie erklärt er Force Indias Aufforderung an Ocon, sich zurückzurunden? Und was sagt er zu Helmut Markos Anschuldigung, Ocon habe Verstappen als Schützenhilfe für Mercedes gedreht?

Motorsport-Magazin.com: Können Sie erklären, weshalb Sie denken, dass Esteban an diese Situation keine Schuld hatte?
Otmar Szafnauer: Erstens war er zu diesem Zeitpunkt schneller, denn wir hatten einen Reifenvorteil. Er wollte sich entrunden, weil er aufgehalten wurde, was erlaubt ist. Er wollte das Manöver setzen, hat es in Kurve eins hinein aber nicht geschafft. Aber Max wusste, dass er da war. Also warum macht er die Tür zu? Aus welchem Grund? Das konnte nur so ausgehen. Es gab viele andere Fahrer, die dort erfolgreich Manöver gesetzt haben. Schaut euch das Rennen einfach an, da gab es einige von.

Dann sehen Sie keinen Unterschied dazwischen, ob es um eine Position oder eine Überrundung geht?
Otmar Szafnauer: Aus Sicht der Regeln gibt es da keinen Unterschied.

"Uns interessiert nur unser Rennen"

Und aus Sicht der Vernunft?
Otmar Szafnauer: Aus Sicht der Vernunft haben wir auch ein Rennen. Und wir fahren um einen Punkt, der wichtig für uns ist. Wenn wir für sechs, sieben oder acht Runden aufgehalten werden, während der Führende seine Reifen schont ... Das sollten wir nicht. Es sollte uns möglich sein, zu überholen. Aus Sicht der Vernunft, aus unserer Sicht, ist uns egal, was sie machen. Uns interessiert nur unser Rennen.

Dann stimmen Sie mit der Entscheidung gar nicht überein?
Otmar Szafnauer: Ich widerspreche da total. Es sollte keine Rolle spielen, ob es der Führende oder Zwölfte oder der Achte ist. Regeln sind Regeln. Warum werden sie für den Führenden oder den Weltmeister anders ausgelegt? Wenn das so läuft, wenn es eine Befangenheit gibt, dann läuft die ganze Sache hier falsch, dann sind die Regeln falsch.

Szafnauer: Marko-Verschwörungstheorie kompletter Unsinn

Wie sehen sie die Situation zwischen Verstappen und Ocon im Parc fermé?
Otmar Szafnauer: Das ist meiner Meinung nach auch falsch. Ich werde darüber mit Esteban sprechen. Wir sollten niemals in so etwas involviert sein. So wie ich es gesehen habe, war es auch nicht Esteban, der es losgetreten hat. Max hatte nach dem Rennen gesagt, dass er ihn suchen wird. Aber wir sollten als Team nicht bei solchen Dingen mitmachen, das ist falsch.

Helmut Marko war außer sich. Er sagte, dass es ein Mercedes-Fahrer ist, dem für 2020 ein Cockpit versprochen wurde.
Otmar Szafnauer: Das ist Unsinn. Der Grund dafür war, dass wir einen wirklich schlechten Boxenstopp hatten. Der dauerte fünf Sekunden statt zweieinhalb Sekunden. Nur deshalb waren wir überhaupt in dieser Position. Ansonsten wären wir nicht einmal in der Nähe gewesen. Derartige Überlegungen finden nicht statt, das ist Unsinn.


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