Formel 1

Formel 1 - Bewährungsprobe Brasilien: Was kann der Honda-Motor?

Wie gut sind die Power Units aus dem Hause Honda inzwischen wirklich? Zuletzt verschleierten taktische Strafen das Bild. Fingerzeig in Sao Paulo?
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Die Geschichte von Honda seit dem Comeback in der Formel 1 mit McLaren 2015 ist weitgehend eine traurige. Bis zu dieser Saison. Nach der Trennung von Woking und der neuen Ehe mit Toro Rosso lief es gleich zum Start bei den Testfahrten und ersten Rennen (P4 in Bahrain!) plötzlich runder denn je. Zuletzt allerdings hagelte es wieder Wochenende für Wochenende Strafen.

"Das ist bewusst und gewollt. Das ist alles Arbeit für nächstes Jahr", beruhigte zuletzt jedoch Dr. Helmut Marko im Interview mit Motorsport-Magazin.com. Nächstes Jahr setzt auch Red Bull Racing auf die Power Units aus Sakura. Sorgen machen müsse man sich also nicht, die Entscheidung könne vielleicht doch falsch gewesen sein. "Es sind immer andere Ausbaustufen. Damit man die im Rennen ausprobieren kann, wurde das gemacht", erklärte Marko.

Honda opferte 2018 Ergebnisse für bessere Zukunft

Erst zuletzt war das wieder in Mexiko der Fall gewesen. Pierre Gasly musste deshalb vom letzten Startplatz losfahren, pilotierte den Toro Rosso von dort jedoch noch in die Punkte. Nur einer von mehreren Fingerzeigen der wahren Leistungsfähigkeit des Honda-Aggregats. Doch so wirklich - durch zählbare Resultate - offenbarte sich die in den vergangenen Rennen nicht. Immer wieder verhinderten taktische Strafen mit Blick auf die Zukunft auf ganzer Linie gute Ergebnisse in der Gegenwart.

Doch der Brasilien GP soll dem jetzt ein Ende bereiten. In Sao Paulo könnte die Formel-1-Welt endlich das wahre Leistungsvermögen Hondas sehen. Laut Marko sei das ohnehin "super" und schon gegenwärtig sowohl in Qualifying als auch Rennen besser als bei Renault. "Wir haben in den vergangenen Rennen ein paar taktische Strafen genommen, um unsere Chancen in diesen letzten beiden Saisonrennen zu maximieren", sagt auch Pierre Gasly vor dem Brasilien GP.

Toro Rosso bläst ab Brasilien zur Attacke

Der Franzose hofft, endlich einmal ohne Startplatz-Nachteil und nötige Aufholjagd das volle Potential auszuschöpfen. "Wir sollten in der Lage sein, in Brasilien und Abu Dhabi von unserer normalen Qualifying-Position zu starten, sodass wir hart kämpfen können und versuchen können, unseren Platz von Sauber zurückzubekommen", so Gasly. P8 in der Teamwertung hatte Toro Rosso in Mexiko an die Schweizer verloren.

Formel 1 2018: Brennpunkte vor dem Brasilien GP: (06:55 Min.)

Helfen soll in Interlagos jedoch nicht nur Straffreiheit, sondern auch die neueste Version der Honda-Power Unit, Ausbaustufe drei. "Wir werden die aktuellste Motorenspezifikation von Honda an Bord haben, von der wir wissen, dass sie mehr Performance liefert", frohlockt Gasly-Kollege Brendon Hartley. "Noch dazu haben wir ja jetzt das neue Aero-Kit, dass zusätzlich etwas bringt und meinem Fahrstil besser zu liegen scheint."

Keine Strafen, aktuellste Honda-Spec: Was geht in Sao Paulo?

Den Löwenanteil soll jedoch das Herz im Heck des Toro Rosso liefern. Eine Ansage kommt aus Japan allerdings nicht, passt nicht zur Mentalität. Stattdessen regiert vorsichtiger Optimismus. "Der Kurs kann eine Herausforderung für die Power Unit sein", so Hondas Technischer Direktor Toyoharu Tanabe über Interlagos.

"Da ist die Höhe, die den Turbo noch immer härter als gewöhnlich rannimmt, obwohl die Strecke nur 800 Meter über dem Meeresspiegel liegt und nicht gleich 2200 wie in Mexiko. Also müssen wir ein Auge auf die Kühlung haben."


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