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Formel 1

Dr. Marko bremst Euphorie: Red Bull noch nicht schnell genug

Red Bull war am Freitag des Formel 1 GP von Ungarn stark. Daniel Ricciardo und Max Verstappen fuhren auf Ferrari-Level. Dr. Helmut Marko bleibt vorsichtig.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Red Bull lieferte in den Trainings zum Großen Preis von Ungarn 2018 wie erwartet eine Top-Performance ab. In der ersten Sessions markierte Daniel Ricciardo vor Sebastian Vettel die Bestzeit, am Nachmittag musste sich Max Verstappen dem Ferrari-Piloten nur ganz knapp geschlagen geben. Red Bulls Siegchancen scheinen in Budapest durchaus real. Dr. Helmut Marko tritt dennoch auf die Euphoriebremse.

Motorsport-Magazin.com: Herr Dr. Marko, war es heute der erwartet gute Auftakt?
Dr. Helmut Marko: Ja, aber noch nicht schnell genug. Wir brauchen im ersten Sektor noch zwei oder drei Zehntel. Zwei reichen, dann sollte auch der Party Mode uns nicht mehr so schaden.

Kann Red Bull diese Zehntel selber finden? Der erste ist ja eher der Power-Sektor...
Dr. Helmut Marko: Das ist der Power-Sektor. Aber ich glaube, dass wir mit der richtigen Präparierung der Reifen in den Kurven eins und zwei mehr, oder sofort, ans Limit gehen können. Natürlich besteht dann die Gefahr, dass du die Reifen so strapazierst, dass du im dritten Sektor nicht mehr das Optimum hast. Aber in diese Richtung müssen wir arbeiten.

Ist Ferrari hier der einzige Gegner?
Dr. Helmut Marko: Bei Mercedes ist es ein bisschen komisch. Sie sind auf Soft und Ultrasoft unterschiedlich schnell - und auch nicht ganz bei der Spitze mit beiden Reifenmischungen, während Ferrari wieder gewisse Probleme mit dem Soft gehabt hat. Wir waren mit beiden Reifen bei der Musik. Aber hier zu überholen ist natürlich ein Ding der Unmöglichkeit. Und so viel schneller sein, dass wir einen Undercut machen können, das wird es glaube ich nicht geben.

Sie hatten vor einiger Zeit angekündigt, dass hier oder in Belgien neues Benzin kommt. Haben Sie es hier schon im Einsatz?
Dr. Helmut Marko: Es ist hier im Einsatz und bringt zirka eineinhalb Zehntel.

Ist es bei beiden Fahrern im Einsatz? Denn soweit wir wissen, ist bei Ricciardo ja ein alter Motor verbaut...
Dr. Helmut Marko: Beide haben es, und es gibt soweit ich weiß auch keinen Unterschied zwischen den Spezifikationen A und B. Das Benzin macht bei beiden Motorvarianten einen Unterschied, aber Spezifikation B ist in etwa auf dem Level von Spezifikation A.

Wir haben bei den Reifen gesehen, dass alle etwas Blistering hatten...
Dr. Helmut Marko: Ja, das ist aber nicht beunruhigend.

Sie sagten, dass das Überholen unmöglich ist. Aber ist das Blistering ein Faktor, über den man im Rennen etwas machen kann?
Dr. Helmut Marko: Die Gefahr ist bei dem Reifen immer, dass er einbricht wenn man ihn am Anfang überfordert und er dann relativ lange braucht. Wenn die Temperaturen ähnlich heiß sind, dann glaube ich, dass zwei Stopps eine Alternative sind.

Wie Red Bull sah auch Toro Rosso heute mal wieder sehr stark aus...
Dr. Helmut Marko: Ja, ich hoffe, dass sie das in den Samstag retten können. Beide Fahrer sind bis jetzt im Mittelfeld gut dabei.

Paddock-Geflüster aus Budapest - Formel 1 2018: (13:04 Min.)

Hängt das auch davon ab, dass der Motor hier in Budapest nicht ganz so ins Gewicht fällt?
Dr. Helmut Marko: Nein, das hängt davon ab, dass das Chassis funktioniert. Was wir in letzter Zeit gelernt haben ist: je heißer es ist, desto besser ist es für den Toro Rosso.

Bei Toro Rosso gab es gestern Neuigkeiten, die wenn man so will eigentlich von McLaren kamen. Technikchef James Key soll wechseln...
Dr. Helmut Marko: James Key hat einen Vertrag mit McLaren unterschrieben, wenn unser Vertrag zwischen Toro Rosso und ihm ausläuft. Das ist ein langfristiger Vertrag und wir gedenken nicht, ihn irgendwie frühzeitig aus dem Vertrag zu entlassen.

McLaren könnte Ihnen diesbezüglich mit Geld oder Fahrern entgegenkommen. Wäre das eine Möglichkeit?
Dr. Helmut Marko: Wir haben Gespräche geführt und sind dann überrascht, wenn Pressemitteilungen kommen. Das ist nicht unser Stil.


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