Formel 1

Alonso: McLaren verdient P13, Sauber jetzt so schnell wie Haas

Für McLaren war beim Formel-1-Qualifying in Silverstone Business as usual angesagt. Fernando Alonso freute sich über Platz 13. Abstand zu Gegnern wächst.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Stoffel Vandoorne im Q1 draußen, Fernando Alonso auf Startplatz 13: Für McLaren klang das Qualifying für das Formel-1-Rennen in Silverstone wie ein im Jahr 2018 ganz normaler Samstag im Büro. Alonso zeigte sich auch ohne jeglichen Fortschritt von der Qualifying-Performance begeistert. Auf der anderen Seite der Garage machte sich hingegen Ratlosigkeit breit.

"Wir bewegen uns immer zwischen den Plätzen 12 und 14, da geht es jeden Samstag hin und her. Das sind mehr oder weniger die Positionen, die wir verdienen", so Alonso, der trotzdem überraschend euphorisch war. "Es war ohne jeden Zweifel das beste Qualifying der Saison und bis jetzt auch das beste Wochenende", sagte er an den Mikrofonen der spanischen Fernsehteams. "Ich war über dem Limit."

Die Begeisterungsfähigkeit für einen 13. Platz war angesichts dessen, dass er sich in Barcelona und Monaco schon zwei Mal im Q3 qualifiziert hatte, schwer nachzuvollziehen. McLaren hatte mit dem schwächelnden MCL33 auf dem für die Aerodynamik besonders anspruchsvollen Kurs von Silverstone schlichtweg damit gerechnet, im Mittelfeld noch weiter zurückzufallen als sonst.

Alonso fürchtet Ferrari-Kunden: Sauber so schnell wie Haas

"Uns waren die Probleme bewusst, die wir hier hätten haben können. Unser Handicap ist dasselbe wie in Frankreich und Österreich, weil das Auto immer noch dasselbe ist. Daher denke ich, dass es uns gelungen ist ein schwieriges Qualifying mit einer guten Position durchzuziehen", so Alonso, dem mittlerweile auch die wiedererstarkte Sauber-Truppe Bedenken bereitet.

"Wir wissen, dass uns ein paar Zehntel auf Haas und auch Sauber fehlen, die jetzt das Level von Haas erreicht haben. Es sind mittlerweile drei Ferrari-Teams auf der Strecke", so der 36-Jährige vielsagend. "Es ist nicht mehr das Sauber der letzten paar Jahre. Es ist jetzt wieder das Sauber, das wir 2012 mit Perez und Kobayashi gesehen haben."

Bei Vandoorne ist der Wurm drin: Auto in Silverstone unfahrbar

Mit Ericsson konnte Alonso immerhin einen der beiden Sauber hinter sich halten. Etwas, das Teamkollege Stoffel Vandoorne nicht von sich behaupten konnte. Der Belgier flog als 17. wieder einmal im Q1 raus und kassierte demzufolge die zehnte Quali-Niederlage gegen Alonso. "Stoffel hat ein schwieriges Wochenende auf seiner Seite der Garage", so McLarens neuer Sportdirektor Gil de Ferran.

"Seit dem dritten Training fühlte sich etwas mit dem Auto grundlegend falsch an. Ich hatte keinen Grip und das hat sich auch so durchs Qualifying gezogen. Das Gefühl war einfach nicht gut und es war nahezu unfahrbar", so der Belgier, der sich aus der einen Sekunde Rückstand auf Alonso daher nichts machte: "Mir ist egal wie groß der Rückstand ist, denn er lässt sich mit den Problemen an meinem Auto erklärten."

Alonso plant frühe Attacke: Startphase entscheidend

Die Marschroute für den Rest des Wochenendes ist nach dem Qualifyingresultat klar. "Samstag scheint für uns immer der Tiefpunkt des Wochenendes zu sein", so Alonso, der bei jeder seiner sechs Zielankünfte in diesem Jahr in die Punkte fuhr. "Wir sind schon nah an den Punkten dran und ich bin mir sicher, dass wir wieder um sie kämpfen werden."

Alonso misst vor allem der Startphase diesmal eine hohe Wichtigkeit bei. "Wir starten auf der sauberen Seite. Ein guter Start wird hier wichtig sein, denn es ist hier mit den Highspeed-Kurven schwierig, den Vordermann zu verfolgen. Die Position nach der ersten Runde wird sehr wichtig sein."

In Österreich schaffte es Alonso mit dem richtigen Reifenmanagement vom Ende des Feldes bis in die Top-10. Bei der in Silverstone erwarteten Hitzeschlacht hofft er abermals darauf, mit seinem Team die richtige Taktik parat zu haben. "Wir brauchen eine gute Strategie und das richtige Reifenmanagement. Einstopp wird hier möglich sein, aber bei solch einer heißen Asphaltoberfläche wird es viel Abbau geben. Das müssen wir im Auge behalten."


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